Ökumene: Wanderung durch die Kirche

Gelebte Ökumene: Der katholische Pfarrer Burghardt Stegemann und der evangelische Pfarrer Daniel Geißler führen gemeinsam durch den Gottesdienst.
Foto: B. KraemerZum ökumenischen Kreuzweg am Abend vor Beginn der Karwoche wird seit 2012 nunmehr zum achten Mal eingeladen. Die gemeinsame Besinnung vor dem Osterfest hat damit bereits Tradition und steht für gelebte Ökumene, wie sie vor Jahrzehnten noch undenkbar war.
Durch den Gottesdienst führen die Pfarrer wie in den zurückliegenden Jahren gemeinsam. Unterstützt werden sie dabei durch Lesungen von Gemeindemitgliedern. Dass jeweils die Niemegker Kirche für das Zeremoniell ausgewählt wird, hat einen sichtbaren Hintergrund. Passionssymbole zieren die Leuchter im Kirchenschiff. Deren Entwürfe sowie das Flügelaltarbild und die beiden Johanni im Eingangsbereich stammen aus der Hand des Kirchenmalers Gerhard Olbrich.
Dort, im Eingangsbereich der Kirche, beginnt alljährlich der Passionsweg. In dem kleinen Heft, dass die evangelischen und katholischen Christen dabei in den Händen halten, sind neben den Bibelsprüchen und Liedern des besonderen Gottesdienstes auch sämtliche Hintergrundinformationen über die Passionssymbole erklärt, die für das Leiden Jesu Christi am Karfreitag stehen. Ferner, dass diese längst nicht so alt sind wie die Kirche. Diesbezüglich wird darin erläutert, dass dieselbe bis 1953 noch ohne jedweden Bilderschmuck war. Erst damals, anlässlich des 100jährigen Kirchengeburtstages - in einer Zeit als die Kirche als ideologischer Gegner des Staates galt - kam das Gotteshaus zu einem großen Teil seiner Innenausstattung. Gestiftet unter anderem von Niemegker Bürgern.
Knapp eine Stunde dauert der neun Stationen umfassende Passionsweg innerhalb des Gotteshauses. Er führt am Leuchter mit dem Hahn vorbei, der für die Verleugnung des Petrus steht. Entlang an Geißel, Hammer und Nägeln, die von der Misshandlung und Kreuzigung Christi erzählen. Vom Kreuz vor dem Altar geht es weiter zu den drei Würfeln, die für Jesu Schmähung am Kreuz stehen und weiter zur Leiter, die die Grablegung symbolisiert.