Das Bestreben: In der Havelstadt gebe es eine Vielzahl an Straßen, Wegen und Plätzen, die nach namhaften Personen benannt sind. Leider seien dabei überproportional häufig Männernamen verwendet worden. Dabei gebe es auch viele Frauen, die eine solche Würdigung ebenfalls verdient hätten. Deshalb solle so lange an einer Auswahl weiblicher Namen festgehalten werden, bis das Verhältnis zwischen Frauen- und Männernamen paritätisch sei. Das konnte die Mehrheit der Volksvertreter nicht mit tragen. Gleich zweimal wurde der Antrag in die Ausschüsse zurückverwiesen und dort neuerlich diskutiert.
Beschlossen haben die Stadtverordneten auf ihrer jüngsten Sitzung nun mit knapper Mehrheit, "dass bei der Neubenennung von Straßen, Brücken oder Plätzen AUCH (diesen Vorschlag machte Heike Jacobs als DIE LINKE-Fraktionschefin) Namen von berühmten und verdienstvollen Frauen gesucht werden, zu deren Ehren diese benannt werden können. Sie sollen Besonderes für die kulturelle, wissenschaftliche oder auch humanitäre Entwicklung der menschlichen Gesellschaft geleistet haben." "Mit einem kleinen Zauberwort ist nun sichergestellt, dass nicht das Geschlecht sondern die Leistung des zu Ehrenden für die Menschheit im Allgemeinen und für Brandenburg im Besonderen gelten soll", zeigte sich FDP-Fraktionsvorsitzender Herbert Nowotny anschließend zufrieden. Eine Auswahl an möglichen Namen soll eine Arbeitsgruppe des Historischen Vereins zusammentragen und in diesem Zusammenhang auch gleich die Überprüfung der jeweiligen Biografie - von verdienten Männern und Frauen - vornehmen.