Sauberer und leiser Bus fahren
: regiobus Potsdam-Mittelmark startet Testphase

Sauberer und leiser wird sich ein Bus der regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH über die mittelmärkischen Straßen bewegen. Grund dessen ist die Verwendung des Kraftstoffes GTL (Gas to liquid).
Von
Juliane Keiner
Bad Belzig
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  • Andreas Pieske, Geschäftsführer der Mundt GmbH Magdeburg, Bürgermeister Roland Leisegang, regiobus Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig und Vize-Landrat Christian Stein (v.li.) nehmen den Kraftstoff unter die Lupe.

    Andreas Pieske, Geschäftsführer der Mundt GmbH Magdeburg, Bürgermeister Roland Leisegang, regiobus Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig und Vize-Landrat Christian Stein (v.li.) nehmen den Kraftstoff unter die Lupe.

    J: Keiner
  • Busfahrer Markus Finkelmann tankt denen neuen Kraftstoff - unter Beobachtung von regiobus-Geschäftsführer Hennig.

    Busfahrer Markus Finkelmann tankt denen neuen Kraftstoff - unter Beobachtung von regiobus-Geschäftsführer Hennig.

    J: Keiner
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Dem regiobus-Test ging eine dreijährige Testphase der Stuttgarter Straßenbahnen voraus. Die Stuttgarter haben im Anschluss ihre gesamte Flotte auf den synthetischen Kraftstoff umgestellt. Deren Ergebnisse, durchweg positiv, bewogen regiobus zu diesem Schritt.

„Der Übergang von Diesel auf GTL ist völlig unproblematisch“, so Hans-Jürgen Hennig. Der synthetische Kraftstoff, hergestellt in Katar, ist wasserklar, geruchsärmer als Diesel, biologisch abbaubar, reduziert Motorengeräusche und soll die Stickstoffoxidemissionen der Motoren  sowie die Rußbelastungen der Zusatzheizungen erheblich senken. Es bedarf keiner großen und teuren Umbauten an den Fahrzeugen, die von Diesel auf GTL umsteigen. Einzig ein Sensor in der Heizung muss getauscht werden. Regiobus-Geschäftsführer Hennig rechnet mit einer Reduzierung der Stickoxidemissionen von zirka zehn Prozent aus. Die Flotte erfüllt bereits jetzt die Euro-6-Abgasnorm.

Es ist ein Baustein auf dem Weg zur nachhaltigen Beförderung im Landkreis. „...ein kleiner Schritt, kein Quantensprung“, so Hennig. Vize-Landrat Christian Stein ergänzt: „Mobilität wird im Landkreis immer wichtiger. Die Kraftstoff-Umstellung ist ein kleiner Schritt, aber wir gehen in die richtige Richtung!“ Auch Bürgermeister Roland Leisegang zeigt sich beim Pressegespräch begeistert. „Es ist ein guter Beitrag zur Re-Zertifizierung.“ In diesem Jahr werden die Kriterien geprüft, die der Stadt erlauben, den begehrten „Bad“ Titel zu tragen.

Einziger Punkt auf der Negativ-Seite ist der Preis. Der Ankauf des Kraftstoffes ist rund 10 Prozent teurer als Diesel. Der Landkreis stemmt die Mehrkosten, die Fahrpreise bleiben laut Vize-Landrat Stein stabil. Sollte regiobus nach der Testphase den gesamten Fuhrpark umstellen – immerhin 153 Omnibusse – hofft Geschäftsführer Hennig auf einen günstigeren Preis: „Aufgrund der großen Abnahmemenge rechnen wir mit Mehrkosten von letztlich zirka sechs Prozent.“ Regiobus verbraucht laut Hennig pro Jahr zirka drei Millionen Liter Diesel.

Wie die Mobilität in zehn Jahren aussehen wird, ist noch ungewiss. Laut Vize-Landrat Christian Stein wird der Landkreis zeitnah ein Gutachten in Auftrag geben, welches nachhaltige Mobilität im Flächenlandkreis Potsdam-Mittelmark ermitteln, aufzeigen soll. Eines ist aber jetzt schon gewiss: Elektrobusse werden, durch die geringe Reichweiten, nicht die Zukunft für die Mittelmark sein.