Schützenwettkampf: Beim 25. Glaspokal verzeichnete der SV Brück eine neue Rekordteilnehmerzahl
Da kam der Schützenverein Brück vor 25 Jahren zusammen mit der Firma Glas-Gauruhn als Sponsor auf die Idee, den Wettkampf um den Glaspokal ins Leben zu rufen. Dass dieser Wettkampf auch nach 25 Jahren noch existiert, hatten sich die Organisatoren von damals nicht vorstellen können, waren doch die Anfänge eher bescheiden und die weitere Durchführung des Wettkampfes stand nicht nur einmal auf der Kippe. Aber in den vergangenen Jahren wurde das Starterfeld immer größer und erreichte nun bei der Jubiläumsauflage einen neuer Rekord mit 167 Starts von Schützen aus 23 Vereinen, darunter auch drei Vereine aus Polen.
Das besondere an diesem Wettkampf ist, dass zum Schluss auch der beste Verein ausgezeichnet wird. Dieser erhält für ein Jahr den aufwendig gestalteten Glaspokal. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Vielzahl hervorragender Leistungen.
Bei den frei schießenden Gewehrschützen schoss Rick Herrmann vom 1. SSV Bötzow mit 387 Ringen das höchste Ergebnis. Er gewann damit deutlich vor Marek Sobczak von Gwardia Zielona Gora und Sebastian Kelle von der PSG Finsterwalde, die beide auf 378 Ringe kamen. Die bessere letzte Serie entschied hier die Reihenfolge zu Gunsten von Marek.
Noch höher ist das Ergebnis von Joline Ziegert von der SG zu Werder (Havel) einzuschätzen. Sie erzielte in der Klasse der Jugend 385 Ringe. Hier musste über die Plätze 2 und 3 sogar die bessere vorletzte Serie entscheiden, da sowohl Robert Bodin vom 1. SSV Bötzow und Pola Szkwarek von UKS Muszkiet Slubice 377 Ringe geschossen hatten und auch die letzte Serie gleich war.
Die hohe Hürde der 380 Ringe schaffte an diesem Tag auch noch Mandy Kanzler von der SG zu Werder (Havel), die mit diesem Ergebnis bei den Damen gewann.
Die Konkurrenz der Schüler war eine reine Werderaner Angelegenheit aber auf sehr hohem Niveau. Es siegte Finn Felix Schmarje mit hervorragenden 187 Ringen vor Nils Ole Trawinski, der ebenfalls auf 187 Ringe kam. Dritter wurde Cedric Pfötsch.
Bei den frei schießenden Pistolenschützen ging das beste Ergebnis auf das Konto von Robert Böhm von der SG zu Potsdam, der 378 Ringe erzielte. Er gewann damit bei den Herren I. Ihm am nächsten kam Markus Wickidal vom gastgebenden SV Brück, der auf 375 Ringe kam und damit Platz 2 belegte. Dritter wurde Dennis Finsterer von der SG Fürstenwalde Spree.
Bei den Frauen konnte nur Jördis Schmidt von der SG zu Potsdam mit 371 Ringen die 370-Ringe-Marke knacken. Sie siegte damit deutlich vor Susanne Nicolai von der Wittenberger SG und Stephanie Löchel vom PSV Leipzig, die auf 356 beziehungsweise 340 Ringe kamen. Während bei den frei schießenden Schützen nur die vollen Ringe gewertet werden, gibt es bei den Auflageschützen auf Grund der oft engen Entscheidungen eine Zehntelwertung. Das heißt, dass jede Ringzahl von ,0 bis ,9 gewertet wird. Es kommt also nicht nur darauf an, möglichst immer eine 10 zu schießen, sondern immer eine möglichst gute Zehn zu treffen. Während bei voller Ringwertung der Unterschied zwischen einer 9,9 und einer 10,0 einen ganzen Ring bedeutet, worüber man sich als Schütze immer mächtig ärgert, ist das bei der Zehntelwertung eben nur ein Zehntel. Das lässt sich durch eine gute Zehn leicht wieder ausgleichen.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass nicht unbedingt derjenige gewinnt, der bei jedem Schuss die Zehn trifft. So war es auch bei diesem Wettkampf. Andreas Dietrich vom PSV Leipzig war der einzige Schütze, der an diesem Tag bei 30 Wertungsschuss 30 mal die Zehn traf. Aber seine 30 Zehnen reichten nur zum 2. Platz bei den Senioren I. Mit insgesamt 314,4 Ringen lag er deutlich hinter Torsten Steiche vom 1. SSV Bötzow, der mit 29 Zehnen und einer Neun auf 317,0 Ringe kam. Dritter wurde hier Thomas Ex vom gleichen Verein mit 31,8 Ringen.
Bei den Senioren II gewann mit Eberhard Loos ebenfalls ein Schütze vom 1. SSV Bötzow. Er erzielte ein Ergebnis von 313,3 Ringen Die Plätze 2 und 3 gingen an Hartmut Dethloff von der SG Lucka und Thomas Richter vom PSV Leipzig, die auf 312,7 sowie 310,4 Ringe kamen.
Die Seniorinnen konnten bei diesen Ergebnissen dieses Mal nicht ganz mithalten. Conny Selling vom PSV Leipzig gewann mit 312,7 Ringen vor Bianka Geißmar vom SV Medewitz mit 307,9 Ringen und Heiderose Gummert von den Götzer Bergschützen mit 307,2 Ringen.
Bei den aufliegend schießenden Pistolenschützen erreichte Bernd Jäschke vom PSV Leipzig mit 306,8 Ringen das beste Ergebnis. Er gewann damit bei den Senioren II vor Rainer Wickidal vom SV Brück, 300,9 Ringe, und Dieter Schilk vom 1. SSV Bötzow, 299,4 Ringe.
Die beste Dame kam vom SV Medewitz. Mit 306,4 Ringen war ihr Ergebnis nur einen Hauch schlechter als das des besten Mannes. Platz 2 ging bei den Seniorinnen mit 295,5 Ringen an Roswitha Warnau von der Wittenberger SG und Platz 3 an Karola Mrosek von der SG Werbiger Heide, die auf 277,3 Ringe kam.
Bei den Senioren I übertrafen sogar zwei Schützen die 300er Marke. Es siegte Thomas Wilke vom SV Brück mit 306,1 Ringen vor Matthias Miething vom SV „Astoria 90“ Wittenberg, der auf 305,7 Ringe kam und Andreas Bertram von der SG zu Potsdam mit 296,1 Ringen.
Nachdem alle Medaillen ihren Besitzer gefunden hatten gab es noch die spannende Frage zu klären, welcher Verein in diesem Jahr den Glaspokal gewonnen hatte. Würde es wieder der SV Medewitz sein, der diese Trophäe in den vergengenen vier Jahren mit nach Hause nahm oder würde es einen neuen Sieger geben? Mit 21 Punkten wurde der SV Brück in dieser Wertung Dritter, Platz 2 ging mit 22 Punkten an den 1. SSV Bötzow. Den Glaspokal gewann zum ersten Mal der PSV Leipzig, dessen Schützen insgesamt 29 Punkte einsammelten. Der sieggewohnte SV Medewitz kam dieses Mal mit 14 Punkten nur auf dem 7. Platz ein. Aber dennoch ging der SV Medewitz nicht leer aus. Zur Erinnerung an seine vier Siege in den Jahren 2016 bis 2019 erhielt der SV Medewitz vom ausrichtenden SV Brück eine große Erinnerungsplakette.


