Segelflug-DM-Absage: Fliegerklub Brandenburg musste die Titelkämpfe für Juli 2020 absagen
Der FKB als Ausrichter und die Bundeskommission Segelflug, die die Titelkämpfe vergibt, kamen nun überein, die diesjährige DM der Frauen, die für den Juli geplant war, abzusagen. Nichts deutet darauf hin, dass die Beschränkungen in absehbarer Zeit aufgehoben würden, damit war eine reguläre Ausrichtung des Wettbewerbs nicht gegeben.
Leicht ist es dem Fliegerklub nicht gefallen. Seit der Zusage im Frühherbst vergangenen Jahres begannen die Mitglieder mit der Vorbereitung. Das Teilnehmerfeld war mit 80 Sportlern ausgebucht, man musste sogar Absagen erteilen. An die 250 Helfern hätten Juli bereit gestanden um die Meisterschaft ab vom 2. bis zum 12. Juli abzusichern. Zum Glück wird sich der finanzielle Schaden in Grenzen halten. Die Segelflieger sind wie eine große Familie, da wird untereinander geholfen. Zum Beispiel gab es feste Anfragen , damit genügend Schleppmaschinen vor Ort gewesen wären. Die sind nun obsolet. Doch dafür werden keine Konventionalstrafenfällig, weil sich die Vereine, wie schon erwähnt, gegenseitig unterstützen.
Unter dem Motto: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, setzt der FKB nun alles daran die Meisterschaft im kommenden Jahr auszurichten. Die endgültige Entscheidung von der Bundeskommission fehlt zwar noch, doch es spricht eigentlich nichts gegen die Regelung. „Wenn die Sponsoren dabei bleiben verschieben wir die DM halt um ein Jahr nach hinten. Das wird sicherlich bei den anderen Veranstaltungen ähnlich gehandhabt“, wagt FKB-Pressesprecher Jan Jensen einen Blick nach vorn.
Angesichts der momentanen Wetterlage kann man sich vorstellen, wie es bei den Segelfliegern kribbeln muss, nach der langen Winterpause wieder am Himmel entlang zu gleiten. Doch wann es vereinsintern wieder in die Lüfte geht, ist ungewiss. Die Saisoneröffnung war für Ende März vorgesehen. Dem folgt stets die Sicherheitsüberprüfung und wenn die abgeschlossen ist, heißt es: „Start frei für die Segelflieger“. Von den circa 160 Fliegerklub-Mitgliedern sind ungefähr die Hälfte noch aktiv. An den Wochenenden finden sich 20 bis 30 Personen auf dem Terrain an der Mötzower Landstraße ein, wobei nicht Jede/r in die Luft geht. Es warten auf die Mitglieder auch andere Aufgaben, wie zum Beispeil Ausbesserungsarbeiten an den Segelfliegern oder an den Gebäuden.
Betroffen von den Einschränkungen ist ebenfalls die Segelflugbundesliga, an der die Brandenburger seit 2010 ununterbrochen teilnehmen und im Vorjahr einen hervorragenden 4. Platz erzielten. „Sollte es bald zu Lockerungen kommen, könnte man eventuell noch den einen oder anderen Streckenflug absolvieren“, hofft Jan Jensen.
Überhaupt, den Segelflugsport aktiv zu betreiben, wäre wichtig. Bei einigen Piloten laufen die Lizenzen ab, die nur mit einer entsprechenden Anzahl an Flugstunden erhalten bliebt. Zur Klarstellung: eine Lizenz verliert man nicht, die Piloten müssen aber binnen zwei Jahren 15 Starts nachweisen. Sollte diese Zahl in dem Zeitraum nicht erreicht werden, entfällt das Recht auf den Alleinflug. Das kann man jedoch wieder erwerben, indem bei zwei Starts ein Fluglehrer mit an Bord ist. Denn auch hier gilt: Übung macht den Meister.
Wenn das generelle Sportverbot sich weiter hinzieht, könnten einige Segelflieger hinsichtlich ihrer Lizenz in Bedrängnis kommen, aber die offiziellen Stellen haben schon ein Entgegenkommen angedeutet.

