Seniorenzentrum: Erster Teil des „Havellkiez"’ eingeweiht
Mitspracherecht hatten sie auch bei der Gestaltung ihrer neuen Wohnung. So wünschte sich Renate Baruth eine rote Wandfarbe für ihren Flur. „Die passt so gut zu meinen hellen Korridormöbeln“, erklärt die 92-Jährige, die vor allem vom günstigen Schnitt der 52 Quadratmeter großen 2-Raum-Wohnung und dem Balkon angetan ist. „Alles ist noch viel schöner und exklusiver geworden, als ich es mir vorgestellt habe“, so die Seniorin, die vorher in der Märkischen Aue gewohnt hat.Dass es nun mit Wohnung im „Havellkiez“ geklappt hat, freut die Seniorin deshalb sehr. Immerhin war die Nachfrage groß, über 60 Plätze hätten belegt werden können, wie Pflegedienstleiterin Nadyne Bilau sagt.
Sie lebt als eine von drei Mitarbeiterinnen seit der Eröffnung mit ihrer Familie im Seniorenzentrum, ist Tag und Nacht für die Bewohner erreichbar. „Das Verhältnis zu den Bewohnern ist schon jetzt sehr eng, man wird sich als neue Nachbarn schnell vertraut. Deshalb ist es für mich schon mehr als ein Job“, so die 39-Jährige.
Zufrieden mit dem Verlauf des Bauprojektes zeigte sich bei der Einweihungsfeier des Seniorenzentrums auch Jedermann-Geschäftsführer Sven Rohde. „Alle Maßnahmen verliefen unfallfrei und die Bewohner fühlen sich wohl“, so Rohde.
Er gab an, dass die Idee zum Bau des Havelkiez’ bereits vor drei Jahren entstand, innerhalb von 16 Monaten Bauzeit sei der erste Teil nun realisiert worden. In dieser Woche wurden noch die letzten Lochblechverkleidungen für die Balkone und Jalousien mit Windwächtern im Obergeschoss installiert. Innerhalb der nächsten Wochen soll die Begrünung der Außenanlage folgen. Investiert wurden dann insgesamt 3,8 Millionen Euro.
Während in der Nummer 15 damit allmählich Ruhe einkehrt, laufen die Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt, der Bauhofstraße 9, weiter auf Hochtouren. Bis September sollen hier zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz und eine WG für Intensivpatienten entstehen. Zusätzlich werden eine Physiotherapie, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Hörgeräteakkustiker einziehen.
Nach Angaben von Sven Rohde laufen zudem derzeit Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben, bis Anfang 2020 eine neue Tramhaltestelle der Linie 1 vor dem Havelkiez entstehen zu lassen.

