Netzen war am ersten Septemberwochenende das Mekka der Ost-Zweirad-Fans. Die „Simsonfreunde Isolator Netzen e.V.“ hatten zum 5. Simson-Treffen eingeladen und alle Ost-Zweiräder willkommen geheißen. Und es kamen Hunderte.
Das war das 5. Simson- und Ost-Zweirad-Treffen in Netzen

Simson Netzen Oldtimer Das war das 5. Simson- und Ost-Zweirad-Treffen in Netzen

Einmal mehr machte sich der vor vier Jahren praktizierte Umzug des Treffens vom kleinen Privathof auf den riesigen Sportplatz bezahlt. So blieb neben den langen Reihen geparkter Zweiräder Platz für Teilehändler und Trödler, für Imbiss- und Getränkestände, für Festzelte und Campingwagen – und für den Leistungsmessstand vom Zweiradcenter Bergsdorf. Für 20 Euro konnte jeder in Erfahrung bringen, welche Leistung sein Mobil erbringt, was insbesondere für Zweirad-Tuner bedeutsam ist.
Der Netzner Sportplatz war vorübergehend wieder ein gewaltig großer Parkplatz – voller Ost-Zweiräder. Darunter drei ausgezeichnete Fahrzeuge. Der Simsonfreunde Isolator Netzen e.V. hat als Gastgeber wieder drei  Preisträger auserkoren (v.l.): Robert Gribeck aus Deetz hat mit seinem auf 33,5 PS getunten SR50 den Leistungsvergleich gewonnen, Martin Spihola aus Netzen mit dem SR2 (Bj. 1962) das beste Original gezeigt und Sven Schulze aus Brädikow seinen Star (Bj. 1971) als krassestes Gefährt präsentiert.
 Fotos: Th. Messerschmidt
Der Netzner Sportplatz war vorübergehend wieder ein gewaltig großer Parkplatz – voller Ost-Zweiräder. Darunter drei ausgezeichnete Fahrzeuge. Der Simsonfreunde Isolator Netzen e.V. hat als Gastgeber wieder drei Preisträger auserkoren (v.l.): Robert Gribeck aus Deetz hat mit seinem auf 33,5 PS getunten SR50 den Leistungsvergleich gewonnen, Martin Spihola aus Netzen mit dem SR2 (Bj. 1962) das beste Original gezeigt und Sven Schulze aus Brädikow seinen Star (Bj. 1971) als krassestes Gefährt präsentiert. Fotos: Th. Messerschmidt
© Foto: Th. Messerschmidt

Ostzweiräder auf dem Leistungsprüfstand

Im 10-Minutentakt heulten die Motoren festgeschnallter Zweiräder auf, während die Augen ihrer Besitzer und vieler Zuschauer auf den Monitor starrten. Der zeigte an, was wirklich unter der Haube steckt: Hier flog eine Schwalbe über 100 km/h, brachte es eine S51 auf 17,5 PS und ein mit Patina gesegneter Star aus dem Jahr 1974 dank 85 ccm auf 14,3 PS. Verneunfacht hat Robert Gribeck aus Deetz die Leistung seines SR 50, der statt fabrikmäßiger 3,7 nun mit 33,5 PS gesegnet ist, was dem stolzen Besitzer den Leistungs-Preis der Gastgeber einbrachte.

Das „krasseste Gefährt“ und das „beste Original“

Die kürten zudem das „krasseste Gefährt“ und das „beste Original“ und bewiesen sich selbst als preiswürdige Köche: Die vorbereiteten 60 Liter Soljanka waren bereits am ersten Abend verzehrt, die Gulaschkanone mit 120 Liter Erbsensuppe am Samstagnachmittag. So wurden die für Sonntag gedachten 50 Liter Suppe früher heißgemacht und am Abschlusstag auf Bockwurst und Kuchen gesetzt, die Samstag noch eilends aus den Geschäften der Umgebung aufgekauft wurden. Ja, das Wetter war prächtig und der Zuspruch gewaltig – und der Spaß jederzeit gewährleistet.
Michael Moschansky (58)  aus Potsdam zeigte zwei besonders schöne Stücke: zwei AWO RS aus den Jahren 1953 und 1957, jeweils binnen vier Jahren umgebaut zu Rennmaschinen, wobei als Vorbild die einst im Simson Fahrzeugwerk Suhl hergestellten 15 (!) Renn-AWO dienten. Bei Classic- und Veteranen-Rennen lässt er den Maschinen gern freien Lauf.
Michael Moschansky (58) aus Potsdam zeigte zwei besonders schöne Stücke: zwei AWO RS aus den Jahren 1953 und 1957, jeweils binnen vier Jahren umgebaut zu Rennmaschinen, wobei als Vorbild die einst im Simson Fahrzeugwerk Suhl hergestellten 15 (!) Renn-AWO dienten. Bei Classic- und Veteranen-Rennen lässt er den Maschinen gern freien Lauf.
© Foto: Th. Messerschmidt

Der Chor der Simsonfreunde singt „Unsere Heimat“

So beim Auftaktkonzert am Freitag, bei der Fahrzeugschau am Samstag sowie dem Abend-Konzert mit Matador, das zum Erstaunen der Gäste die Gastgeber musikalisch eröffneten. Ein knappes Dutzend des über 50 Mitglieder zählenden Vereins stellte sich mutig auf die Bühne, um als frischer Männerchor „Unsere Heimat“ zum Besten zu geben. Noch schöner klang vermutlich nur das „Konzert“ der rund 250 Mopeds und Motorräder, die Sonntag um 14.24 Uhr zur großen Ausfahrt aufbrachen.