Skulpturen
: Ort auf der Straße des Friedens

Seit sechs Jahren verfolgt Gerd Pohl aus Bad Belzig die Vision und Entwicklung der „Europäischen Straße des Friedens“. Einer Straße der Skulpturen quer durch Europa.
Von
Bärbel Kraemer
Bad Belzig
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Die Steine ohne Grenzen – zu finden im Krankenhauspark.

B. Kraemer

Gerd Pohl erklärt: „Er begriff sie als einen Weg der Brüderlichkeit und der menschlichen Solidarität, als ein sichtbares Zeichen für die Abkehr von Krieg und menschlicher Gewalt sowie für das friedliche Zusammenleben der Nationen in Europa.“ Doch Freundlich erlebte die Verwirklichung seiner Vision nicht mehr. Nach seiner Verhaftung im französischen Exil wurde er im Konzentrationslager Majdanek durch die Nazis ermordet.

1971 griff der Künstler Leo Kornbrust die Vision von Otto Freundlich auf. Er entwickelte im St. Wendeler Land eine Straße der Skulpturen. „Die er als Hommage an den von ihm verehrten Künstler und als erstes Teilstück einer ‚Straße des Friedens Paris -Moskau‘ verstand“, so Pohl. Kornbrust führte damit die Idee der Friedensstraße, die von der Normandie über Paris bis nach Moskau führen sollte, weiter.

Seinem Beispiel folgten außerdem der Maler und Bildhauer Paul Schneider mit der Skulpturenstraße „Steine an der Grenze“, das „Dillinger Stahlbildhauersymposion“ und der Berliner Künstler Rudolf Kaltenbach mit seinen Symposien „Steine ohne Grenzen“.

Gerd Pohl hat die Entwicklung von Freundlichs Visionen in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt. Im städtischen Sozialausschuss warb für seine Idee, dass Bad Belzig Teil der Skulpturenstraße von Paris nach Moskau wird. „Die Stadt hat es verdient, ein Ort auf der Straße des Friedens zu werden“, findet er. Im Anschluss sprachen sie die Ausschussmitglieder mehrheitlich für den von der SPD und Linken eingebrachten Antrag aus, dass die Stadt die damit verbundene Charta „Europäische Straße des Friedens — Straße der Skulpturen in Europa“ unterzeichnet. Nach dem Votum des Ausschusses muss sich die SVV in der Sitzung im Mai zum Antrag positionieren.

Geplant ist, dass im Rahmen eines Projekts Schüler aus unterschiedlichen Herkunftsländern unter künstlerischer Anleitung eine Skulptur aus einem Sandsteinblock erarbeiten. Dieser soll nachfolgend als sichtbares Zeichen für Völkerverständigung und Toleranz, gegen Krieg und Gewalt an der Gedenkstätte Roederhof aufgestellt werden. Erste Kooperationspartner für die Umsetzung des Projekt hat Gerd Pohl bereits gewonnen.

In diesem Zusammenhang erinnert er daran, dass 2004 unter Leitung von Rudolf Kaltenbach zehn Bildhauer aus sieben Ländern am sechsten Symposium „Steine ohne Grenzen“ in Brück teilnahmen. Die damals auf dem Gelände einer Granitfirma in Brück entstandenen Skulpturen, mit denen für Frieden und Völkerverständigung geworben wird, sind im Krankenhauspark an der Niemegker Straße und in Brück aufgestellt.