Spandauer Straße in Falkensee: Neuer Entwurf erntet nicht nur Zustimmung

Die Spandauer Straße in Falkensee wird zweispurig bleiben. Ein breiter Mittelstreifen wird die Fahrbahnen trennen, die Planung sieht dreireihige Baumreihen vor.
Silvia PassowEine „Kompromiss–Variante“, wie Baudezernent Thomas Zylla bei der Vorstellung der Pläne sagt. Vorgestellt wurden die Pläne von Prof. Wolf Heinz vom Planungsbüro Heinz & Staadt Ingenieur GmbH, das schon länger mit der Planung betraut ist. Frank Schmidt, vom Landesbetrieb Straßenwesen, erläuterte die Planung aus seiner Fachperspektive.
Heinz stellt zunächst fest, dass es ihm mit der Planung um eine sichere Gestaltung des Schulweges, der Radwege und bessere Möglichkeiten für den Öffentlichen Nahverkehr ging. Die von der Fahrbahn getrennten Radwege wollte er beibehalten. Die Fahrbahn ist weiter zweispurig geplant. Die Radwege sollen 2,50 Meter breit werden und eine eigene Signalanlage erhalten. Sehr breite Mittelstreifen sollen die Wurzeln der Bäume schützen. Dennoch, von den inzwischen nur noch 91 Bäumen werden für die Baumaßnahme 58 Bäume weichen müssen. Inwiefern die restlichen 33 Bäume die Bauarbeiten überstehen, darüber will niemand spekulieren. Alle Beteiligten versichern, man tut sein Möglichstes für den Erhalt dieser Bäume. Wie die Bäume reagieren werden, hängt auch von ihrer derzeitigen Vitalität ab. „Die Verkehrssicherung hat Vorrang“, betont Heinz. Die gefällten Bäume sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden. „Der Allee–Charakter bleibt im Stadtbild bestehen“, sagt Heinz. Positiv bewertet er, dass die Schmutz– und Trinkwasserleitungen liegenbleiben können. Das spart laut Heinz nicht nur Zeit, sondern auch eine halbe Million Euro ein.
Baubeginn für das Jahresende avisiert
Ende 2020 könnte Baubeginn sein. Während der zweijährigen Bauzeit soll die Straße nutzbar bleiben und der Verkehr über Parallelfahrbahnen rollen. Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen rechnet damit, dass sich etwa 30 Prozent des Verkehres verlagern wird. Für die an der Straße anliegende Bäckerei gibt es eine positive Botschaft. In der vorgestellten Planung sind Parkplätze vorgesehen.
Für Eckhardt Lindner (FDP) stellt der Ausbau für die Radfahrer, nicht aber für die Autofahrer, eine Verbesserung dar. Er würde sich weiter eine vierspurige Straße wünschen. Diese würde sich aber, nach derzeitigem Kenntnisstand, an der Berliner Stadtgrenze wieder auf zwei Spuren verengen, da es von Seiten der Nachbarn in Spandau keine Ambitionen zum Ausbau gibt. Dies gibt auch Hans–Peter Pohl (CDU) zu bedenken, der die vorgestellte Planung als einen guten Kompromiss lobt. Günter Chodzinski (Grüne/Jugendliste) sagt: „Das ist enttäuschend.“ Wenn nur 33 Bäume stehen bleiben, sei der Allee–Charakter weg. Er fragt nach der Sicherheit an der Hamburger Straße und fragt, wie es denn um die Wohnqualität für die Anwohner bestellt sei. Für Peter Kissing (SPD) wird es keine „Superlösung“ geben. Er gibt zu bedenken, sollten die Bäume, auch aufgrund der Trockenheit eingehen, gäbe es Platz für eine Straßenbahn. Da gab es doch ohnehin Überlegungen von Seiten der Spandauer.
Stichwort Straßenbahn, Jonathan Manti (Grüne/Jugendliste) wüsste gern, ob die Planung für eine Straßenbahn berücksichtigt wurde. Nein, wurde sie nicht, sagt Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Das hätte noch mehr Bäume gekostet. Baudezernent Zylla gibt zu bedenken: „Nicht die unterschiedlichen Aspekte gegeneinander auszuspielen.“
Der Tagesordnungspunkt hatte rein informativen Charakter, abgestimmt wurde nicht.