Potsdam-Mittelmark ist ein ausgesprochen sportlicher Landkreis. Zu diesem Ergebnis kommt das Potsdamer Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg. Knapp 8.000 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises haben im vergangenen Jahr einen Fragebogen zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten erhalten. 2.011 Personen haben sich beteiligt.

Sehr gute Rücklaufquote

„Mit 25 Prozent konnten wir eine sehr gute Rücklaufquote erzielen, auch im Vergleich zu anderen bundesweit durchgeführten Sportverhaltensstudien“, erläutert der wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Michael Barsuhn. Im Rahmen der repräsentativen Befragung gaben 78 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an, sport- beziehungsweise bewegungsaktiv zu sein. Allerdings erreichen nur 45 Prozent auch tatsächlich Zeit- und Belastungsumfänge, die zu physischen Anpassungserscheinungen und nachhaltigen Gesundheitseffekten führen.

Vereinssport ist wichtig

Deutlich wird auch, dass Sporttreiben im Verein im Durchschnitt höhere Gesundheitseffekte nach sich zieht als außerhalb des Vereins. Das ist ein weiteres gutes Argument für die Unterstützung der gemeinwohlorientierten Sportvereine im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Diese zeichnen sich durch ihr hohes gesellschaftliches Engagement und preiswerte Sport- und Bewegungsangebote aus, wie die parallel durchgeführte Vereinsbefragung zeigt. Rund drei Viertel der Vereine betreiben aktiv Mitgliedergewinnung. 57 Prozent der Vereine pflegen Kooperationsbeziehungen untereinander, mit Schulen, Kindertagesstätten und weiteren Akteuren der Sport- und Regionalentwicklung.

Sport im öffentlichen Raum

„Dieser Wert liegt erfreulicherweise über vergleichbaren Erhebungen im Bundesgebiet. Wie diese Kooperationen inhaltlich weiter mit Leben gefüllt werden können, wollen wir gemeinsam mit den Akt-euren vor Ort untersuchen“, so Barsuhn. Die Studie zeigt darüber hinaus, dass neben den traditionellen Sportanlagen wie Sporthallen und Sportplätzen insbesondere der öffentliche Raum, also zum Beispiel Parkanlagen, Straßen, Radwege und Waldwege von den Bürgerinnen und Bürgern für sportliche Betätigung genutzt werden. „Über die Hälfte aller Sport- und Bewegungsaktivitäten finden auf den sogenannten Sportgelegenheiten statt“, erklärt Barsuhn. „Die Alterung der Gesellschaft sowie der anhaltende Trend zur Individualisierung und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein verschieben den Fokus hin zu sanften und ausdauerorientierten Sport- und Bewegungsformen.“

Radfahren ganz oben

Und damit zu den beliebtesten Sportarten und Bewegungsformen der Bevölkerung im Landkreis: hier rangiert Radfahren auf Position eins, gefolgt von Spazierengehen und Fitnesstraining/Kraftsport. Die beliebteste Mannschaftssportart ist Fußball. „Die künftige Planung muss sich an den konkreten Sport- und Bewegungsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren, deshalb ist es zwingend, sie in den Planungsprozess einbeziehen. Die sehr erfreuliche Rücklaufquote bestätigt dies und zeigt das große Interesse am Thema im Landkreis Potsdam-Mittelmark“, freut sich Jürgen Otto, Leiter des Fachdienstes für Schülerbeförderung, Kultur und Sport. In den nächsten Wochen werden die gesammelten Daten vom INSPO weiter ausgewertet und zu Handlungsempfehlungen verdichtet.

Workshops im Sommer

Um die Handlungsempfehlungen für die zukünftige Sportentwicklung des Landkreises mit Erfahrungen aus der Praxis sinnvoll zu ergänzen, folgen in diesem Sommer Workshops mit unterschiedlichen Akteuren aus der Sport- und Bewegungswelt des Landkreises Potsdam-Mittelmark. „Eine umfassende Beteiligung ist für eine Sportentwicklungsplanung essentiell," erläutert Prof. Barsuhn. "Nur so können wir die Bedarfe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und Impulse für eine zielführende Vernetzung von Sport- und Regionalentwicklung im Landkreis ableiten."