Eine unruhige Nacht haben die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Groß Behnitz, einem kleinen Ortsteil der Stadt Nauen, hinter sich. 19 Menschen mussten das Haus um 22 Uhr verlassen, teilt Daniel Keip, Sprecher der Polizeidirektion West, MOZ.de mit. Erst zwischen 2 und 3 Uhr morgens konnten sie in ihre Wohnungen zurückkehren.
Der Grund: In dem Gebäude befand sich möglicherweise ein gefährliches Objekt. Ein Mann hatte den metallischen Gegenstand am Dienstagnachmittag (10. Januar) an einem See in Groß Behnitz im Landkreis Havelland gefunden und mit in seine Wohnung genommen.

Polizei: Zweifel kamen dem Finder erst später

„Er dachte, dass es sich vielleicht um ein Werkzeug handelt“, sagt Keip. Erst später seien dem Mann Zweifel gekommen, ob es sich vielleicht doch um eine gefährliche Sache handeln könnte. Er informierte die Polizei. „Die Kollegen konnten nicht ausschließen, dass es sich um eine Granate handelt“, berichtet der Polizeisprecher.
Die Beamten zogen weitere Experten hinzu, die ebenfalls nicht ausschließen konnten, dass das etwa 20 Zentimeter große, eiförmige Ding gefährlich ist. Darum wurde entschieden, es vorsichtig aus der Wohnung zu holen und auf einem nahen Feld kontrolliert zu sprengen.

Sprengung bringt keine Klarheit, ob Gegenstand explosiv war

Als das alles entschieden und organisiert war, war es gegen 22 Uhr. Die 19 Menschen, die sich zu dieser Zeit in dem Mehrfamilienhaus befanden, mussten raus. Erst nachdem das metallische Ei zwischen 2 und 3 Uhr unschädlich gemacht war, durften sie zurückkehren.
Ob es sich wirklich um einen explosiven Gegenstand gehandelt hat, habe man auch nach der Sprengung nicht sagen können, berichtet Keip. Gegen den Finder sei zunächst keine Anzeige aufgenommen worden. Ob er eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat begangen hat, weil er das Objekt mitnahm, werde noch geprüft.

Polizei: unbekannte Gegenstände liegenlassen

Die Polizei rät noch einmal dringend, unbekannte metallische Gegenstände liegenzulassen, den Fundort zu markieren und lieber einmal mehr die Polizei zu informieren. Gerade im nun betroffenen Bereich „war die Abgangsrichtung der Deutschen Wehrmacht in Richtung Elbe, sodass viel aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegt“.