Theater: Mein Kampf“, gespielt von Schülern und dem „Poetenpack“

In ersten Proben lernen die Schüler Gefühle darzustellen.
Silvia PassowDas Theater „Poetenpack“ unter der Leitung von George Tabori zeichnet mit dem Stück „Mein Kampf“ den Werdegang des Adolf Hitlers nach. Es spielt zu Beginn des 20.Jahrhunderts in einem Männerwohnheim in Wien, wo sich der junge Hitler um einen Platz an der Kunstakademie bewirbt. Hier trifft er auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl. Zunächst erscheint Hitler nicht als blutrünstiger Dämon, sympathisch kommt er auch nicht daher, erscheint zunächst wie ein Wirrkopf. Erst im Verlauf des Stückes entwickelt er sich zum Antisemiten und despotischen Diktator. Zugespitzt und manchmal grotesk, Tabori setzt auf die Tradition des jüdischen Humors, balanciert dabei auf dem schmalen Grat zwischen Lachen und Grauen, Tragik und Komödie. Musikalisch begleitet und getragen wird das Stück vom „Chor der Schutzengel“.
2011 hat die Theatergruppe „Poetenpack“ das Stück uraufgeführt und tourt seitdem durch Deutschland. Ein festes Ensemble, dass sich in den jeweiligen Spielorten Unterstützung durch interessierte Kinder und Jugendliche dazu holt. Theater als Erlebnis, das Projekt wird mit EU–Geldern gefördert. Die jungen Laienschauspieler übernehmen unterschiedliche Rollen, auf deren Texte sie Einfluss nehmen können. So erfährt Taboris Stück in jeder Inszenierung neue kleine Wendungen, ohne dabei vom Hauptthema abzuweichen.
Thomas Wiesenberg (35) spielt im Stück den Himmlischist, eine namentliche Anlehnung an Heinrich Himmler und bereitet die elf Jungen und Mädchen vom Leonardo da Vinci Campus auf ihren Auftritt vor. Es wird angestrengt geprobt, die Stimmung ist dennoch gelöst und heiter. Clara Schoeller (32), sie spielt das Gretchen, unterstützt ihn dabei. Geübt wird der Ausdruck von Gefühlen, wie wird eine Stimmung auf der Bühne vermittelt. Eben noch sind alle locker und gelöst, dann heißt es, stelle sterben, den Tot, die Gefühle dazu dar. Angespannte Ruhe, die jungen Schauspieler gehen nacheinander auf die Bühne und es entsteht eine ruhige Ernsthaftigkeit, ein ausdrucksstarkes Bild, dass bereits am ersten Probetag ein eindrucksvolles und unvergessliches Theaterstück verspricht.
Das Theaterstück „Mein Kampf“ von George Tabori wird am Donnerstag, 31. Januar, um 19.00 Uhr und am Freitag, 1. Februar um 10.00 Uhr in der kleinen Turnhalle am Leonardo da Vinci Campus, Alfred–Nobel–Straße 10, 14641 Nauen aufgeführt. Tickets gibt es ab 12 Euro im Sekretariat am Campus, unter: info@theater-poetenpack.de oder der Telefonnummer 0331 9512243.