Gerade so schön auf dem Wasser, doch irgendwas fehlt? Kein Grund zur Panik. Denn auf Brandenburgs Havel und Seen ist der Floßkiosk unterwegs und bringt Freizeitkapitänen alles, wie sie gebrauchen könnten. Dieser schwimmende Einzelhandel aus der Havelstadt ist in Deutschland fast einzigartig. Nun wird das Angebot sogar noch größer, denn aus dem fahrenden „Tante-Emma-Laden“ ist ein kleiner Supermarkt geworden, könnte man sagen.

Super, der Markt auf dem Wasser

Seit 2017 ist Sven Kümmel bereits auf dem Wasser mit seinem umgebauten Hausboot on tour. Er fährt eine feste Route ab, die ihn ab 9 Uhr vom Ankerplatz am Wassersportzentrum die Havel entlang zunächst Richtung Breitlingsee führt. Er verkauft von Bord zu Bord, stoppt im Laufe des Tages aber vor allem an festen Haltepunkten. Zunächst an der Kanincheninsel, dann auf Kienwerder, später – gen Beetzsee – an der Hünensteg-Insel/Acapulco.
Mit auf dem Floß ist dabei alles, was Freizeitkapitäne heiß begehren könnten. Von Lebensmitteln und Getränken über Anglerbedarf und Kinderspielzeug bis hin zu Hygiene- und Haushaltsartikeln. Auch Brot und Brötchen finden auf Vorbestellung Platz. Was allerdings am besten geht: Eis und kalte Getränke.

Die Kapazitäten waren zu gering

Und genau hier waren die Kapazitäten des Hausbootes besonders schnell erschöpft. „Wenn es heiß war, waren Radler und Eis schnell ausverkauft“, berichtet Sven Kümmel aus der vorherigen Saison. Ärgerlich für ihn, aber auch die Wassersportler, die sich im Sommer nach Erfrischung sehnten. Also stand für den Floßkiosk-Betreiber fest: In der nächsten Saison wird’s größer.
Gesagt, getan. Gemeinsam mit TreibGut-Floß baute er an einem neuen „Wasser-Handel“. Der Schwimmer dafür landete aufsehenerregend im Februar via Schwerlasttransport aus Belgien an. Zehn Meter lang und vier Meter breit ist das neue Floß – und bietet mehr Platz für Reservekisten, eine größere Eistruhe und ein umfangreicheres Sortiment. „Wir haben eine kleine Küche mit an Bord. Dann gibt es auch Wiener, Bockwurst und Kaffee to go“, freut sich Sven Kümmel.

Floßkiosk mit Familienzimmer

Was außerdem endlich geht: Im neuen Floßkiosk gibt es ein kleines Familienzimmer. Denn die Kümmels haben anderthalbjährigen Nachwuchs. Den hat Mutter Franziska Kümmel bereits im vergangenen Jahr auf das Seefahrerleben eingestimmt und den Vater regelmäßig mit dem Beiboot besucht. „Er liebt das Motorengeräusch. Das kannte er noch aus der Schwangerschaft“, erzählte sie damals.
Neuerdings kann die Familie also zusammen an Bord gehen. „Spätestens mit Beginn der Sommerferien werden wir los legen“, war der erklärte Ziel von Franziska Kümmel. Geschafft!
 Über ihre Touren halten die Kiosk-Betreiber unter www.flosskiosk.de auf dem Laufenden. Auf dieser Seite sind zudem Eindrücke vom Floßneubau zu erleben.