Vermietung: Havelland: Hühner mit Stall auf Zeit mieten

Den Garten zur Hühnerfarm auf Probe werden lassen, geht mit "Huhn-to-go" von Elias Spalik.
Elias SpalikElias Spalik, der gerade sein Abitur geschrieben hat, ist bereits seit zwei Jahren im Geschäft. Die Liebe zum Huhn begleitet ihn durchs Leben, sagt er. Der Opa hatte Hühner und wohnte gleich nebenan. „Ich bin mit Hühnern groß geworden. Als Kind habe ich versucht, den Hühnern Tricks beizubringen. Sie sollten über eine Stange hüpfen“, erzählt Spalik und auch, dass die Hühner wenig Lust auf diese Form der Beschäftigung hatten.
Die mangelnde Begeisterung für Kunststücke auf Seiten der Hühner führte jedoch nicht zu einem Abbruch der Beziehungen. Im Gegenteil, der Teenager schaffte sich selbst Hühnerküken an, baute ihnen einen Stall. Inzwischen sind aus den Küken schöne, große Hühner geworden, die noch immer bei Spalik leben. Hühner seien pflegeleicht und haben keine großen Ansprüche. Enten benötigen eine Wasserstelle, Hühner nur ein Stück Wiese. Und: „Hühner haben einen besonderen Charakter“, sagt Spalik, dessen Hühner sich auf den Arm nehmen und streicheln lassen. Und Eier legen sie natürlich auch.
Als Spalik seine Geschäftsidee umsetzte, wollte er den Alten und Kranken und den Kindern, die Hühner näher bringen. Die Senioren lieben die Hühner von „Huhn-to-go“, wie Spalik seinen Hühner-Verleih nennt. Auch in den Kitas der Umgebung freut man sich, wenn Spalik mit dem Hühnerwagen vorfährt. Nach Berlin kam Spalik, weil ein Onkel hier lebt. Die Familie unterstützt Spalik und hilft.
Wenn man ohnehin bis Berlin fährt, sagt Spalik, dann kann man auch das Berliner Umland mit Hühnern versorgen. Spalik brachte seine Miet-Hühner bereits nach Falkensee, Brieselang und Dallgow-Döberitz. Seine Hühner sorgten auch für Abwechslung und tierische Erlebnisse.
Sechs transportable Hühnerställe hat Spalik inzwischen. Zu jedem Stall gehören vier Hühner. Die Ställe hat Spalik selbst gebaut. „Ich habe mich eine Weile auf dem Markt umgesehen. Doch da war nichts, was meiner Idee von so einem Stall auch nur nahekam“, sagt Spalik. Inzwischen bekommt Spalik sogar aus Frankreich Anfragen zu seinen Ställen. Diese Ställe haben elektrische Tore. Der Hühnerhalter auf Zeit muss nicht mit den Hühnern aufstehen. Die Tore öffnen und schließen sich selbständig. Die Hühner wissen das und gehen am Abend rechtzeitig in den Stall.
Zur Ausstattung gehört ein Elektrozaum, um die Hühner vor Fuchs und Marder zu schützen. Futter, Einstreu, alles wird mitgeliefert. Einmal wöchentlich heißt es Stall ausmisten. Der Bauer auf Zeit benötigt eine Grünfläche von etwa 25 Quadratmetern, das wars. Jedes Huhn legt vier bis fünf Eier die Woche. Hähne vermietet Spalik übrigens nicht. Damit gehe man Beschwerden wegen des Krähens aus dem Weg.
Ist das hin und herfahren für die Hühner nicht belastend? „Nein“, sagt Spalik. „Die sind so entspannt, die legen während der Fahrt sogar ihre Eier.“ Spalik möchte, dass es den Hühnern gutgeht und schaut hin, wem er seine Hühner anvertraut. Die Leute, die Hühner mieten, sind darauf bedacht, den Tieren eine besonders schöne Wiese anzubieten. Somit bekommen die Hühner ständig frische Wiesen unter die Füße. Davon kann so manches Huhn nur träumen. Spaliks Hühner sind natürlich geimpft und beim Veterinäramt angemeldet.
Betty, Lotte, Inga und die anderen Hühner gehören zu verschiedenen Rassen. Besonders die gefährdeten Hühnerrassen will Spalik den Menschen näherbringen und zum Erhalt der Bestände beitragen. Dazu gehört zum Beispiel das Sundheimer Huhn, es gilt als ältestes Zwiehuhn, also ein Huhn, dass sowohl sehr viele Eier legt, aber auch gutes Fleisch abgibt. Huhn-to-go-Hühner werden allerdings nicht geschlachtet. Auch die Königsberger und die Andalusier sind gefährdet und sie alle sorgen für eine bunte Hühnermischung. Es gackern nicht nur braune Hennen durch den Garten und die Eier unterscheiden sich in Farbe und Größe.
Besonders für Kinder seien die Hühner im eigenen Garten ein großartiges Erlebnis. Vorzeitig abholen, musste er die Hühner noch nie. Oft gibt es Anfragen, ob die Ausleihe noch verlängert werden könne. Derzeit sind die Hühner bereits bis in den September hinein vermietet. Familien, die wegen der Pandemie den Urlaub zu Hause verbringen, haben die Miet-Hühner für sich entdeckt, erzählt Spalik.
Ganz neu ist „Küken-to-G(r)o(w)“, zusehen, wie aus Eiern kleine flauschige Küken werden. Eier, Brutmaschine, Futter und Gehege werden geliefert. Küken beim Schlüpfen erleben und sie danach noch eine Weile beim Spielen und Wachsen beobachten. Ob die Küken bleiben sollen oder zurück zu Elias Spalik gehen, entscheiden die Kunden. Küken-Haltung ist sehr einfach, sagt Spalik, davor müsse man sich nicht fürchten. Wenn es Fragen gibt, kann man jederzeit bei ihm anrufen.
Mehr zum Hühnermieten bei Elias Spalik gibt es auf www.huhn-to-go.com.