Vogel des Jahres
: Turteltaube ist stark bedroht

Die sprichwörtlich bekannte Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020, wie der NABU kürzlich bekannt gab. Die Tierart ist stark vom Aussterben bedroht.
Von
Silvia Passow
Falkensee
Jetzt in der App anhören

Die Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020.

Pixabay

Dazu kommt, dass die Turteltauben besonders im Süden Europas gejagt werden. Die kleinste der in Deutschland heimischen Tauben — sie werden nur etwa 25 bis 28 Zentimeter groß — gehört zu den Zugvögeln und verbringt den Winter in Afrika. Ein gefährlicher Weg, schätzungsweise zwei Millionen Turteltauben werden jährlich auf ihren Routen in die Winterquartiere getötet. Allein 800.000 Tiere wurden in Spanien getötet. Dazu kommen mehrere hunderttausende illegale Abschüsse.

Die Turteltaube darf in 10 Mitgliedstaaten der EU gejagt werden, obwohl sie auf der globalen Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht. Denn die Jagd auf die Turteltaube hat dramatische Verluste zur Folge. In den letzten vierzig Jahren sind die Bestände in Deutschland um 90 Prozent gesunken. Laut NABU–Angaben gibt es nur noch 12.500 bis 22.000 Brutpaare bei uns.

Turteltauben können bis zu 13 Jahre alt werden. Theoretisch, denn nur jeder vierte bis fünfte Jungvogel überlebt das erste Lebensjahr. Auch die Angebote für Futter und Nistplätze sind rar. Denn den Vögeln schmecken Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut, die die Bauern auf ihren Äckern nicht sehen wollen. Pestizide vergiften somit die Pflanzen, von deren Samen sich die Vögel ernähren.

Der NABU versucht, mit einer Unterschriftenaktion die Jagd und das Töten der Turteltauben zu unterbinden. Mehr dazu gibt es im Internet auf www.nabu.de.