Wir-Gefühl
: Für die Dorfgemeinschaft 2.0

Göttin sucht das Wir-Gefühl. Doch die Umsetzung ist nicht einfach. Eine intakte Dorfgemeinschaft, das ist zurzeit für Bernd Voigt als Ortsvorsteher von Göttin und den Mitgliedern des Vereinsstammtisches die große Herausforderung.
Von
Erhard Herrmann
Brandenburg
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Gabriela Philipp- Plagemann,Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, Nothart Rohlfs, unabhängiger Berater, Ortsvorsteher Bernd Voigt, Andreas Steffen, Anne Möhring, Lars Genschow, Feuerwehrchef Bernd Karge, Hartmut Genschow und Angela Höpfner suchen Mitmacher, die helfen Göttin lebendig zu halten.

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Die Probleme sind hinreichend bekannt. Viele Göttiner arbeiten in Berlin oder Potsdam. Da bleibt wenig Zeit für gemeinsame Unternehmungen. Keine Schule oder Lebensmittelgeschäfte, Post und Sparkasse fehlen, die ‚Alten’ fühlen sich vernachlässigt. Der Vereinsstammtisch und der Dorf- und Kulturverein sehen deshalb ihre Hauptaufgabe darin, Göttin lebendig zu halten. Unterstützt werden sie seitens der Stadt von Gabriela Philipp-Plagemann und Nothart Rohlfs als unabhängiger Berater. „Wir benötigen neue Mitstreiter, die bereit sind, uns zu unterstützen. Egal, ob passiv oder aktiv, einmalig, kurz oder langfristig“, bekräftigte Bernd Voigt. Eingeladen sind alle Altersgruppen. Mitbürger, die kreative Ideen oder ein Hobby haben, das sie gern vermitteln möchten.

Die Voraussetzungen sind mit der neuen Begegnungsstätte im alten Schulgebäude geschaffen. Hier läuft es jedoch nur langsam an. „Wenn der Anfang erst einmal gemacht ist, zeigen sich Erfolge. Die Strick- und Häkelgruppe und die Kartenspielerrunde gehören zu den Stammkunden im Bürgerhaus“, berichtet Bernd Voigt. Gut angekommen ist die Kindergruppe, die sich jeden ersten Samstag im Monat trifft. Es wird gebastelt, gespielt und gesungen. Angeboten werden auch Freizeitaktionen wie ein Besuch bei der Feuerwehr. „Man muss nicht unbedingt in die Stadt fahren, um etwas zu erleben. Wir bieten für die Kinder im Dorf eine passende Alternative und merken am Feedback der Eltern, dass unser Angebot ankommt“, erklärte Angela Höpfner, die mit zu den fünf Organisatoren gehört.

Geglückt ist auch die Wiederbelebung der Vereinsangler. Nur wenige Wochen nach der Gründung ist der Verein auf acht Mitglieder, fünf Erwachsene und drei Jugendliche, angewachsen. Und wenn es nach Andreas Steffen, Anne Möhring und Lars Genschow geht, soll es in Göttin mehrmals im Jahr nach frisch gebackenen Brot riechen. Sie gehören zur neu gegründeten Interessengemeinschaft Backofen, die noch auf der Suche nach dem optimalen Standort für den Ofen sind und natürlich auf „Mitmacher“ hoffen. Dabei legen alle Initiatoren Wert auf offene Strukturen ohne Vereinsmeierei. „Angesprochen sollen sich auch diejenigen fühlen, die sich sonst in keinem der etablierten Vereine wiederfinden“, bekräftigt noch einmal Bernd Voigt. Sein Büro ist jeden zweiten und vierten Dienstag von 15 bis 18. Uhr geöffnet. Der Veranstaltungskalender bietet mit seinem vielseitigen Programm ebenso eine einfache Kontaktaufnahme.

Bereits am 23. März startet die Frühjahrswanderung mit der Göttiner Feuerwehr. Einen Tag später wird der erste Geburtstag der Begegnungsstätte gefeiert. Ganz neu im Programm ist am 30. April die Aufstellung eines Maibaumes und zum 1. Mai der dazugehörige Frühschoppen.