Weihnachtsmarkt in Lüdersdorf 2023: Marinas Lichtertraum – Markt für fünf Stunden

Schon voll im Weihnachtsfieber: Marina Netzker, hier mit einer Arbeit in Laternenform. Alles selbst angefertigt - vom Gesteck bis zur Figur für den Märchenwald auf dem Grundstück.
Viola PeterssonDies ist der definitiv kürzeste Adventsmarkt im Oberbarnim. Und gleichzeitig der wohl größte private in der Region. Für genau fünf Stunden lädt Marina Netzker am 2. Dezember in Lüdersdorf ins Märchenland und zur Adventsausstellung ein. Wer eine ihrer Kreationen ergattern will, muss also pünktlich sein. Der Markt ist zudem der letzte auf ihrem Hof. Aber: 2024 geht es weiter, an einem anderen Ort.
Bei Marina Netzker in der Lüdersdorfer Kirschenallee ist eigentlich schon seit Sommer Weihnachten. „Wenn andere am Strand liegen, beginne ich mit den Holzarbeiten“, sagt die 64-Jährige. Sie habe sich extra dafür vor einigen Jahren eine Säge zugelegt. Und im September starte sie dann mit der eigentlichen Deko, der Anfertigung der Adventsgestecke. Ihre Werkstatt hat sie sich im Keller des Eigenheimes eingerichtet. Bis unter die Decke ist dort alles voll Material – von Tanne über Kugeln in allen Farben und Größen sowie Figuren bis hin zu Lichterketten. Bis zum 2. Dezember sei noch einiges zu tun, zeigt die Lüdersdorferin etwa auf zwei Säulen, die noch auf den Weihnachtsschmuck warten. Viel Zeit bleibe nicht mehr. Zumal sie immer nur abends in der Werkstatt sei. „Wenn die Kinder im Bett sind.“ Denn Marina Netzker und ihr Mann Eberhard sind seit etlichen Jahren Pflegeeltern. Aktuell betreut das Paar drei Schützlinge.
Vom Erfolg der Premiere ermutigt
Angefangen habe alles – quasi versuchsweise – mit der Adventsausstellung 2014. „Ganz klein“, mit vielleicht 20 Gestecken und Kränzen in der heutigen Sommerküche, der früheren Garage. „Und auf der Terrasse gab es Glühwein“, erinnert sich Marina Netzker noch genau. Die Premiere sei ein „Volltreffer“ gewesen. Was die Lüdersdorferin, die von Hause aus Gärtnerin ist, ermutigte weiterzumachen. So wurde der Markt von Jahr zu Jahr größer. Es kamen neue Elemente hinzu. Etwa ein Märchenwald oder das Kinderbasteln. „Das war nie so geplant. Es hat sich einfach entwickelt“, sagt Marina Netzker, die seit ihrer Kindheit vom Zauber der Weihnacht fasziniert ist. „Das ist wirklich mein Herz.“ Vor allem die Lichterwelt begeistere sie.
Kreationen fanden auch in der Pandemie ihre Abnehmer
Selbst während der Corona-Pandemie habe sie die Besucher mit ihren Arbeiten erfreuen können. Lediglich 2021 sei der Markt drei Tage vorher behördlich untersagt worden. Marina Netzker durfte nicht öffnen. Obwohl alles fix und fertig war. Dafür kamen die Kunden, einzeln, im Nachhinein. Und trotz der abgesagten Veranstaltung seien alle Kreationen weggegangen. Im vorigen Jahr schließlich zählte die Lüdersdorferin mehr als 100 Besucher und Käufer. Die wenigsten Gäste seien aus dem Dorf selbst. Sogar aus Eberswalde und Schwedt seien Interessierte gekommen. Den weitesten Weg hatte freilich Knecht Ruprecht.

Ganz in Weiß: Jede der Netzkerschen Kreationen ist ein Unikat.
Viola PeterssonUnd auch bei der zehnten Auflage werde der Weihnachtsmann (dessen Identität ein gut gehütetes Geheimnis bleibt), mit dem Bollerwagen anreisend, den Markt um 15 Uhr eröffnen. Für den Aufbau und die Organisation gebe es viele fleißige helfende Hände, darunter Angelika Weber aus Lüdersdorf. Bei all denen sowie bei Förster Lorenz bedankt sich Netzker schon mal im Vorfeld. Denn ohne Unterstützung sei das Projekt in der jetzigen Dimension nicht zu stemmen. Die Verkaufsausstellung findet auf dem Hof im Partyraum statt, in der Sommerküche gebe es Plinsen, auf der Terrasse werden Waffeln gebacken. Und Glühwein werde im Zelt ausgeschenkt. Um die 40 Adventsgestecke sind bereits fertiggestellt – vom klassischen Kranz bis zur Schlitten-Kreation. Das alles natürlich in den unterschiedlichsten Farben. Von Weiß bis – ganz neu – Lila. Am gefragtesten seien aktuell Arbeiten in Rosa. Und jedes Werk sei ein Unikat, betont Marina Netzker, die sich auf vielfältige Weise im Ort engagiert. Immerhin sei sie in Lüdersdorf geboren und aufgewachsen.
Erstmals erhalte sie in diesem Jahr vom Amt Britz-Chorin-Oderberg für den Adventsmarkt einen finanziellen Zuschuss. Im kommenden Jahr sei die Ausstellung dann eingebettet in den Lüdersdorfer Weihnachtsmarkt im Gemeindehaus sowie auf dem Platz vor der Gaststätte „Farmer“. Entsprechende Absprachen mit Bürgermeister Michael Stürmer seien bereits getroffen.

Warten auf ihren Einsatz: die Schneemänner. Noch stehen sie in der Sommerküche. Die Figuren sind Teil der Deko auf dem Anwesen von Marina Netzker zum Adventsmarkt. Das Märchenland ist auch noch nach der Ausstellung zu bewundern. Und zwar bis Weihnachten.
Viola PeterssonUnd das eigene Adventsgesteck? Das sei ganz zum Schluss dran. Wenn alles für den Markt fertig sei. Ihr persönlicher Favorit sei eine Arbeit auf einer Baumscheibe. Und zwar in Grün. Und Weihnachten werde dann ganz in Familie im Partyraum gefeiert. Mit den Pflegekindern, den eigenen drei Kindern sowie deren Familien. Und zwar klassisch mit Baumschmücken, Christvesper, Bescherung und Singen.
Marinas Adventsmarkt: 2. Dezember, 15 bis 20 Uhr, Kirschenallee 1 in Lüdersdorf (Gemeinde Parsteinsee); der Märchenwald ist bis Weihnachten zu bewundern
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