Eigentlich wollte die Sanitäterin nur ihre Arbeit machen – am Ende wurde sie von einer Patientin angegriffen. Der Vorfall ereignete sich am Mittwochabend (16.11.) in der Rettungsstelle des Werner-Forßmann-Krankenhauses.
Eine betrunkene 43-Jährige nahm die Rettungsassistentin zunächst in den Schwitzkasten und würgte sie anschließend so stark, dass sie keine Luft mehr bekam. Weitere Rettungskräfte kamen ihr zu Hilfe und bezwangen die Angreiferin. In Unterstützung der Polizei wurde eine Blutentnahme durchgeführt und die aggressive Frau in Gewahrsam genommen, berichtet die Polizei.

Gewalt gegen Rettungskräfte nahezu Alltag

Seit Jahren registrieren die Behörden einen Anstieg von Angriffen gegen Rettungskräfte. Allein im Jahr 2021 registrierte die Polizei in Deutschland 510 Übergriffe auf Feuerwehren, zudem wurden weitere 1.650 Delikte auf sonstige Rettungskräfte registriert. Die Dunkelziffer liegt weit höher, sind sich Experten sicher. Nicht-körperliche Übergriffe wie Beleidigungen und Drohungen sind beispielsweise nicht in die Statistik eingeflossen. Zudem melden 80 Prozent der Einsatzkräfte die verbalen oder körperlichen Übergriffe auf ihre Person nicht.
Die polizeiliche Kriminalstatistik erhebt seit 2011 Rettungskräfte – Feuerwehr und Rettungsdienst – als gesonderte Opfergruppe von Straftaten. Zwischen den Jahren 2011 bis 2017 verdoppelte sich laut Statistik die Zahl der gewalttätigen Übergriffe auf sie. Seitdem bleibt sie auf einem hohen Niveau.