Arbeitslosenservice
: Möbelbörse braucht neues Auto

13 000 Mal hat der „Eberswalder Anker“ im vergangenen Jahr geholfen. Mit seinen Angeboten ist der Verein auf Ersatz für den klapprigen Transporter angewiesen – und auf Spenden.
Von
Ellen Werner
Eberswalde
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  • Hofverkauf: Dies und das gibt es gegen geringen Obolus beim "Eberswalder Anker". Nele Yezhova (r.) stöbert an der Seite von Ilona Szczepanski – die wie Verena Graff und Hans-Peter Stiebenz zum teils ehrenamtlichen Team zählt – in der "Fundgrube".

    Hofverkauf: Dies und das gibt es gegen geringen Obolus beim "Eberswalder Anker". Nele Yezhova (r.) stöbert an der Seite von Ilona Szczepanski – die wie Verena Graff und Hans-Peter Stiebenz zum teils ehrenamtlichen Team zählt – in der "Fundgrube".

    MOZ/Thomas Burckhardt
  • Möbelbörse: Sebastian Wiesner (r.) und Jörg Hedel tragen ein Sofa in die Garage. Die Möbel werden oft bei Spendern abgeholt.

    Möbelbörse: Sebastian Wiesner (r.) und Jörg Hedel tragen ein Sofa in die Garage. Die Möbel werden oft bei Spendern abgeholt.

    MOZ/Thomas Burckhardt
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Gut sortierte Kindersachen, Bücher, Haushaltswaren oben, Möbel, Küchengeräte und allerlei in den Räumen unten und im Hof: Im „Eberswalder Anker“ gibt es aus zweiter Hand fast alles, was man zum Leben braucht. „Manchmal kann man ein Schnäppchen machen“, sagt eine Frau, die am Donnerstagvormittag an den Ständern mit Damenkleidung stöbert. Zweimal in der Woche, erzählt die 60-jährige Britzerin, schaue sie hier vorbei. Als Hartz-IV-Bezieherin müsse sie aufs Geld achten. Das ist auch der Grund dafür, dass ihr Name nicht in der Zeitung stehen soll. „Es ist unangenehm, wie Leute, die mehr haben, einen dann angucken.“

Auf dem Gelände in der Bergerstraße 95 mit den in Garagen untergebrachten Möbeln ist wochentags reger Betrieb. Zuwanderer, Rentner, Studenten, Arbeitslose und andere mit kleinem Geldbeutel kommen her. Ihre Zahl steige seit einigen Jahren, sagt Mitarbeiter Hans-Peter Stiebenz. Für jeden der Räume wie Kleiderkammer, Schreibstube oder Möbelbörse werde Statistik geführt. 2018 habe man insgesamt rund 13 000 Besuche gezählt.

Stiebenz, der als Minijobber die hauptamtliche Chefin Kerstin Mustafic vertritt und zum Team aus 17 Ehrenamtlichen, Zusatzjobbern, Bufdis und Sozialstundenleistern zählt, ist im "Anker“ von Anfang an dabei. 2007 eröffnete die Einrichtung des Eberswalder Arbeitslosenservice mit der Möbelbörse. Seitdem ist auch der Transporter im Einsatz. Vor allem größere Einrichtungsgegenstände werden damit entweder von Spendern abgeholt oder zu Bedürftigen, die einen Obolus dafür gezahlt haben, gebracht. „Es gibt Tage, da haben wir bis zu acht Touren. In der Woche sind es um die 20“, berichtet der 61-Jährige.

Allerdings sei das Fahrzeug stark reparaturbedürftig. "Es gehört eigentlich stillgelegt“, sagt Hans-Peter Stiebenz. „Die Werkstätten im Umkreis nehmen es schon nicht mehr an.“ Seit Längerem hoffte der Verein, der unter dem Dach des Landesverbandes vom Arbeitslosenverband Deutschland agiert, auf Ersatz für das Fahrzeug. In Aussicht stand der auch seit einiger Zeit. Die Hürde: Vor Ort sind Eigenanteile von 15 000 Euro aufzubringen. Mit einer Spenden-Aktion seit Jahresbeginn sei die Hälfte zusammengekommen, bedankt sich Stiebenz für die Gelder. Vor allem viele Eberswalder Kleinspender, die Sparkasse Barnim, der Grünen-Politiker Axel Vogel und der Immobilienmakler Marco Wolff hätten dazu beigetragen.

Vor einer Woche kam das langersehnte neue Auto mit dem Logo des Dachverbandes an. Dem „Eberswalder Anker“ allerdings gehört es erst, wenn auch die zweite Hälfte der Summe erbracht ist. „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen“, so Stiebenz. Auch Sachspenden für die Möbelbörse, die Kleiderkammer und die Fundgrube sind jederzeit willkommen.

Telefon: 03334 386408