In diesem Jahr sind fast alle Ausbildungsmessen vor Ort wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Im Januar hatte zwar noch der Eberswalder Berufemarkt über die Bühne gehen können. „Aber dann war Schluss“, sagt Maja Teske, die in der Arbeitsagentur Eberswalde die Berufsberatung leitet. Auch das ist ein Grund dafür, dass in Barnim und Uckermark noch 558 Schulabgänger einen betrieblichen Ausbildungsplatz suchen. Dem stehen 451 freie Lehrstellen gegenüber, für die es bislang noch keine Bewerber gab.

Info-Wände mit Ausbildungsangeboten

Das ist die Ausgangssituation für die Lehrstellenbörse auf dem Parkplatz der Agentur an der Bergerstraße 30 in Eberswalde, auf dem an diesem Mittwochnachmittag kein Auto steht. Stattdessen sind mobile Wände aufgestellt, an denen Zettel in allen möglichen Farben befestigt sind, auf denen Ausbildungsangebote unterbreitet werden. Willkommen sind zum Beispiel angehende Hotelfachkräfte, Kraftfahrzeugmechatroniker, Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Köche, Friseure und Bäcker.
Die Wünsche der Jugendlichen, die den Weg zur Nachvermittlung auf sich genommen haben, reichen vom Kaufmann fürs Büromanagement über Verkäufer oder Heizungs-, Sanitär- und Klimatechniker bis zum dualen Studium. Die Berufsberater von Jobcenter und Agentur warten an Tischen auf Kundschaft.

Schulabgänger auf der Suche

„Ich erhoffe mir Anregungen“, sagt Nick-William Volkmer (20) aus Biesenthal, der zunächst einen Beruf im sozialen Bereich ergreifen wollte, auf seine Bewerbungen bislang nur Absagen erhalten hat und sich jetzt notgedrungen auch für andere Berufsfelder öffnet.
Etwas festgelegter ist Ronja Kirstein (19) aus Bernau, die auf eine Lehrstelle als Maßschneiderin hofft. „Wenn das nicht klappt, würde ich mich gern zur Maskenbildnerin ausbilden lassen“, sagt sie. Auch die junge Frau hat bisher nur Absagen erhalten, gibt jedoch ihr Ziel nicht auf, irgendwann fürs Theater zu arbeiten.

Zukunft in der IT-Branche

Eine Zukunft als Fachinformatiker für Systemintegration wäre für Eric Dieckmann (21) aus Eberswalde optimal. „Da würde ich Server warten, Netzwerke konfigurieren und Computer am Laufen halten“, nennt er Beispiele für das Berufsprofil. Alternativ käme ihm eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton recht. „Mich begeistert alles, was mit der IT-Branche zu tun hat“, sagt Eric Dieckmann.
„Der Bedarf für unsere Nachvermittlung war wie erhofft groß“, schätzt Constanze Hildebrand ein, die in der Agentur für Arbeit für den operativen Dienst verantwortlich ist. Der Kontakt zu den Jugendlichen werde aufrecht erhalten. Eim Teil werde den Ausbildungsstart 2020 schaffen, der andere werde durch die Agentur auf einen Lehrbeginn 2021 vorbereitet.

Zahlen und Fakten von der Agentur


Zum 1. September gab es im Agenturbezirk Eberswalde, der die Kreise Barnim und Uckermark umfasst, 451 unbesetzte betriebliche Ausbildungsplätze. Davon waren 281 im Barnim und 170 in der Uckermark angesiedelt. Dem stehen 588 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Um sie kümmert sich die Jugendagentur, die von der Agentur für Arbeit Eberswalde und dem Jobcenter Barnim betrieben wird. Erreichbar ist diese Einrichtung unter Tel. 03334 372002 oder per E-Mail an eberswalde.anfragenQarbeitsagentur.de. sk