Ausflugsziel: Wölfe heulen zur Weihnacht im Wildpark Schorfheide

Isegrims Gerippe: Wildparkchefin Imke Heyter steht im Wolfsinformationszentrum am Skelett des ersten Wolfes, der 2000 seit vielen Jahren wieder in Brandenburg gesehen wurde.
Marco Marschall/MOZHirsch Georg von Hannover
Beim Besuch der MOZ, die anlässlich des Kalendertages hinter die Pforte des Areals in der Prenzlauer Straße 16 von Groß Schönebeck blickt, wird gerade eine kleine Gästegruppe empfangen. Einige wollen zu Otto. Doch Otto gibt es nicht mehr. Der Rothirsch ist vor wenigen Tagen eines natürlichen Todes gestorben. Aber Otto hat einen Nachfolger in Georg gefunden, genauer Georg von Hannover – der neue Star im Rotwildgehege. Benannt ist er nach dem Erbauer des Sauparks Springe in Niedersachsen, heute das Wisentgehege Springe. Und dort kommt Georg her.
Das Rotwild ist eine von 24 Tierarten, die im Wildpark Schorfheide begutachtet werden können. Beste Gelegenheit sie aus nächster Nähe zu sehen, bietet sich immer zu den jeweiligen Fütterungen. Ihre Bescherung haben die Bewohner des Parks bereits hinter sich. Am vorvergangenen Wochenende durften einige besondere Leckerlis von den Ästen eines Weihnachtsbaumes wegschnappen. Bei den Wölfen, so erklärt Imke Heyter, war der Baum beispielsweise mit Rindfleischstückchen behangen.
Der Schatten von Rotkäppchen
Große Bescherung für den Wildpark selbst gab es am Nikolaustag des vergangenen Jahres. Da eröffnete das Wolfsinformationszentrum, das lange auf dem Wunschzettel stand. „Vom ersten Antrag bis zum Aufschließen hat es etwa zehn Jahre gedauert“, erklärt die Wildparkchefin. Fast eine Million Euro hat das Vorhaben, finanziert aus EU- und Landesmitteln, gekostet und befindet sich direkt über der Wildparkgaststätte. Die zweite Etage des Hauses musste dafür umgebaut werden und verfügt sowohl über einen barrierefreien Zugang sowie eine Behindertentoilette. Doch was ist ein Wolfsinformationszentrum eigentlich?
Durch einen vom künstlichen Vollmond beschienenen Zwischenraum gelangt der Besucher zur einer Dauerausstellung. Dort bewegen sich Schattenbilder von Wölfen an einer Leinwand, ein Werwolf geht auf zwei Beinen durchs Gehölz und die Silhouette von Rotkäppchen darf selbstverständlich auch nicht fehlen. „Wir wollten Wolfsklischees zeigen“, erklärt Imke Heyter. Ausgehend davon werden echte Fakten zum Wolf präsentiert: an einer interaktiven Leinwand, in Faltblättern und an Tafeln. Die Informationen sind überschaubar. Das Inventar lässt genug Freiraum, um zum Beispiel Seminare im Raum abzuhalten. Erst vor zwei Wochen traf sich im Informationszentrum die AG Herdenschutzhund.
Drei Fragen an Imke Heyter
Haben Sie ein Lieblingsweihnachtslied?Imke Heyter: Ja, Ave Maria. Das ist vielleicht kein klassisches Weihnachtslied, doch das finde ich einfach total schön. Es bewegt mich. Da konnte ich immer heulen. Mit einer Oma haben wir früher immer Stille Nacht, heilige Nacht gesungen und sie hat dazu Klavier gespielt.
Was kommt Weihnachten bei Ihnen auf den Tisch?Heiligabend gibt es Garnelen satt. Das ist lecker, macht Spaß und seit einigen Jahren Familientradition bei uns. Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es meistens Gans und am zweiten wird wieder gearbeitet.
Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?Viele Besucher im Wildpark Schorfheide, der auch an den Feiertagen geöffnet haben wird. An Geschenken wünsche ich mir nichts. Ich habe kürzlich darüber nachgedacht und festgestellt, dass ich wunschlos glücklich bin. Das fand ich eigentlich einen ganz schönen Zustand.
