Bahn-Unfall bei Eberswalde
: Zugunglück in Golzow – sieben Verletzte

Auf der Bahnstrecke zwischen Eberswalde und Templin hat es einen schweren Unfall gegeben. Bei Golzow sind ein Fahrzeug der Feuerwehr und ein Zug kollidiert. Was bisher bekannt ist.
Von
Sven Klamann,
dpa
Golzow
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Endstation Bahnhof Golzow: Das ist der Zug der ODEG, der am 3. Oktober auf der Bahnstrecke Eberswalde-Templin in einen folgenschweren Unfall verwickelt wurde.

Endstation Bahnhof Golzow: Das ist der Zug der Eisenbahngesellschaft NEB, der auf der Bahnstrecke Eberswalde-Templin unterwegs war und dabei in einen folgenschweren Unfall verwickelt wurde.

Sven Klamann

Der Zugverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Eberswalde und Templin ist am Donnerstag (3. Oktober) von etwa 14 Uhr an unterbrochen gewesen. Wenige Minuten zuvor waren aus noch nicht restlos geklärter Ursache auf einem unbeschrankten Bahnübergang am Bahnhof Golzow ein von der Eisenbahngesellschaft NEB eingesetzter Triebwagen und ein Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Golzow zusammengestoßen. Am Unfallort ist deswegen ein Großeinsatz von Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei und vielen weiteren Beteiligten im Gange gewesen.

Bei der Kollision zwischen Zug und Feuerwehrauto auf dem Gleisbett sind nach Angaben von Peer Winkels, Amtsbrandmeister von Britz-Chorin-Oderberg und Einsatzleiter vor Ort, sieben Personen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Mehrere verletzte Personen kamen anschließend ins Krankenhaus, wie der Lagedienst der Polizei Brandenburg gegenüber der dpa mitteilte.

Zugunglück in Golzow: Alle Verletzten waren Einsatzkräfte

„Alle Verletzten sind Mitglieder der Löschgruppe Golzow und waren gerade im Einsatz“, sagt der Amtsbrandmeister. Die ehrenamtlichen Brandschützer hätten zuvor gerade eine Ölspur in Senftenhütte abgestumpft und seien auf dem Rückweg gewesen.

Parade der Einsatzfahrzeuge: Die Straße zwischen Golzow und Senftenhütte ist auf Höhe des Bahnhofs von Golzow gesperrt. Dort stehen Feuerwehren, Rettungswagen und Polizeiautos.

Parade der Einsatzfahrzeuge: Die Straße zwischen Golzow und Senftenhütte ist auf Höhe des Bahnhofs von Golzow gesperrt. Dort stehen Feuerwehren, Rettungswagen und Polizeiautos.

Sven Klamann

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen sind alle Passagiere im Zug unverletzt geblieben. Die etwa 20 Fahrgäste der ODEG wurden laut Peer Winkels mit dem Rettungsbus der Barnimer Busgesellschaft, der im Bedarfsfall vom Landkreis Barnim angefordert wird, zum nächstgelegenen Bahnhof gebracht.

Golzow: Löschfahrzeug kollidiert am Bahnübergang mit Zug

Zu dem Unfall kam es am frühen Nachmittag, als das Löschfahrzeug beim Überqueren des Bahnübergangs in dem Ortsteil der Gemeinde Chorin im Landkreis Barnim mit dem Triebwagen eines Zugs zusammenstieß, berichtete die dpa.

Der Triebwagen sei demnach nach dem Unfall weiter fahrbereit gewesen, das Löschfahrzeug nicht. Es sei ein hoher Sachschaden im fünfstelligen Bereich entstanden, so die Polizei weiter. Die Straße über den Bahnübergang war den Angaben zufolge zeitweilig gesperrt.

Wie es jedoch genau zu dem Zusammenstoß zwischen Feuerwehr und Zug kommen konnte, werden erst die Ermittlungen ergeben. Die Bahnstrecke konnte am 3. Oktober gegen 16:40 Uhr wieder freigegeben werden. Wie der RBB berichtete, handelte es sich um einen Zug der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), der in Richtung Eberswalde unterwegs war.

An der Unfallstelle waren neben Feuerwehrkräften aus Britz und Senftenhütte unter anderem auch das Notfallmanagement der Bahn und die Johanniter-Unfall-Hilfe gefordert.

Massiver Schaden im Frontbereich: Welche heftige Folgen der Zusammenstoß mit dem Zug hatte, ist an dem betroffenen Löschfahrzeug der Feuerwehr Golzow links im Bild zu sehen.

Massiver Schaden im Frontbereich: Welch heftige Folgen der Zusammenstoß mit dem Zug hatte, ist an dem betroffenen Löschfahrzeug der Feuerwehr Golzow links im Bild zu sehen.

Sven Klamann

Gleich nach der Alarmierung der Einsatzkräfte durch die Regionalleitstelle Nordost in Eberswalde ist auch Jörg Matthes zum Bahnhof in Golzow gefahren. „Ich bin erschüttert, dass Kameraden einer unserer Feuerwehren beim Einsatz verunglückt sind“, sagte der Amtsdirektor von Britz-Chorin-Oderberg. Er werde versuchen, so bald wie möglich den Angehörigen der Verletzten Trost zu spenden und Hilfe anzubieten, soweit dies erforderlich und machbar sei, fügte er hinzu. „Es beeindruckt mich, wie professionell die Arbeit hier vor Ort abläuft“, erklärte Jörg Matthes.

In den kommenden Tagen und Wochen werde für die Auswertung über den schweren Unfall noch viel zu reden sein, kündigte der Amtsdirektor von Britz-Chorin-Oderberg an.

Besprechung am Ort des Geschehens: An diesem unbeschrankten Bahnübergang am Bahnhof Golzow ist es zum Zusammenstoß zwischen Feuerwehr und Zug gekommen.

Besprechung am Ort des Geschehens: An diesem unbeschrankten Bahnübergang am Bahnhof Golzow ist es zum Zusammenstoß zwischen Feuerwehr und Zug gekommen.

Sven Klamann
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