Bauarbeiten
: Chaos am Schiffshebewerk in Niederfinow

Die Bauarbeiten am Schiffshebewerk Niederfinow laufen auf Hochtouren. Das führt auf den Besucherbereichen zu viel Chaos und Kritik.
Von
Andrea Linne
Niederfinow
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Aus der Luft: Das alte und neue Schiffshebewerk Niederfinow sind hier von oben mit einer Drohne aufgenommen. Im Sommer ist der Parkplatz meist voll, weil viele Besucher kommen.

MOZ/Thomas Burckhardt

So hat der Eberswalder Klaus Hoppe mit Frau und Gästen dem Schiffshebewerk einen Besuch abgestattet. Er kommt aus dem Schimpfen gar nicht heraus. „So ein Chaos, da sollten Sie sich mal kümmern!“, ärgert sich der Senior am Telefon. Am Parkplatz schon großes Wirrwarr, berichtet er, keine Gastronomie, Wege zu Führungen unsicher und schlecht ausgewiesen. „Mein Bruder aus Köln war erschüttert“, so der Senior.

Für Sebastian Dosch, Pressesprecher des Wasser– und Schifffahrtsamtes als Bauherr des schon 2008 begonnenen Neubaus eine nachzuvollziehende Reaktion, die er versteht. Gemeinsam mit dem Amt Britz–Chorin–Oderberg, der Niederfinower Ortsbürgermeisterin Peggy Fürst, der Kreisverwaltung Barnim und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sowie weiteren Partnern werde auf Hochtouren an einem Konzept gearbeitet. „Es ist ein komplexes Thema“, sagt Dosch. Aktuell habe wieder ein Treffen stattgefunden, um die einzelnen Projekte zu bündeln.

Dazu gehören neben den Führungen, die erst seit einigen Wochen von Studenten der Hochschule angeboten und sehr gut angenommen werden, auch die Neugestaltung der Beschilderung, der Ticketverkauf und Wegeverbindungen. „Dazu wollen wir eine GmbH gründen, an der die Wasserstraßen– und Schifffahrtsverwaltung beteiligt ist. Aber das muss alles rechtlich abgeklopft werden, die Abstimmungen dafür laufen. Im Frühjahr sollte es soweit sein, dann sollte der finanzielle wie rechtliche Rahmen stehen“, berichtet Dosch.

Neues Konzept in Arbeit

300 Millionen Euro werden durch den Bund in Niederfinow investiert. Auch an den Kosten der Umfeldgestaltung will sich der Bund beteiligen. Doch Dosch denkt gemeinsam mit den Partnern noch größer. So soll die Verzahnung mit anderen Sehenswürdigkeiten in der Region entwickelt werden. Vom Lebensmittelverkauf in Brodowin über das Kloster Chorin bis zum Oderberger Museum reichen die Vernetzungen. Auf einem 200–Seiten–Werk werde das Konzept gerade niedergeschrieben und diskutiert. Auch die Gastronomie am Hebewerk ist Bestandteil dieses Konzeptes. Dabei sei noch unklar, wer wofür auch Fördermittel ausreichen kann, zum Beispiel für die Erweiterung der Sanitäranlagen. Mit dem Brandenburger Wirtschaftsministerium sei man dazu im Gespräch. Das Wasserstraßenneubauamt Berlin stecke in der Beschilderung des Gesamtareals mit drin.

Auch der Kreis Barnim will seinen Beitrag leisten. Von Kombi–Tickets mit anderen Anlaufpunkten wie dem Eberswalder Zoo ist die Rede. Von Buslinien der BBG, die stärker angebunden werden sollen. Die Wito sitzt ebenso mit am Tisch. So gehen die Überlegungen auch zu einem zweiten Eingang für Besucher, um vor Ort für Entspannung zu sorgen. Aber allein Stromkabel und Kameratechnik an dem zweiten Haupteingang schlagen mit 50 000 Euro zu Buche.

„Der Standort muss attraktiver werden“, sagt Sebastian Dosch und ist sich mit vielen Partnern einig, dass die Zeit läuft. Denn Touristen kommen schon jetzt in Scharen, um die beiden technischen Meisterwerke zu besichtigen. Das Marketing insgesamt müsse sich bessern. Auch die Krafthausnutzung stehe zur Disposition. Ein Sportbootanleger ist Zukunftsmusik. Dieser könnte im Bereich von Liepe entstehen.

Auch die Motorradfahrer, die in großen Gruppen angerauscht kommen und vor allem Anrainer nerven, sind Diskussionspunkt. Man könnte sie auf einen anderen Platz locken und die Situation entschärfen. Aber alles das steht dann im neuen Konzept, an dem auf Hochtouren geschrieben wird. Klaus Hoppe hofft auf geordnete Verhältnisse.