Besuchermagnet
: Flambierte Klimakritik bei der Waldweihnacht

Besucher des Spektakels im Forstbotanischen Garten erleben ein politisches Märchen mit Feuer.
Von
Marco Marschall
Eberswalde
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  • Lange gefackelt: Die Waldbewohner präsentieren sich den zahlreichen Zuschauern. Tiere und Pflanzen tanzen und schwingen die Fackeln, darunter auch eine lebendige Birke auf Stelzen.

    Lange gefackelt: Die Waldbewohner präsentieren sich den zahlreichen Zuschauern. Tiere und Pflanzen tanzen und schwingen die Fackeln, darunter auch eine lebendige Birke auf Stelzen.

    Torsten Stapel
  • Waldspaziergang: Zwei Besucher schlendern Arm in Arm zwischen beleuchteten Bäumen.

    Waldspaziergang: Zwei Besucher schlendern Arm in Arm zwischen beleuchteten Bäumen.

    Torsten Stapel
  • Ohren gespitzt: Eine Elfe leuchtet Besuchern den Weg zum großen Lagerfeuer, wo nach der Show gemeinsam gesungen wurde.

    Ohren gespitzt: Eine Elfe leuchtet Besuchern den Weg zum großen Lagerfeuer, wo nach der Show gemeinsam gesungen wurde.

    Torsten Stapel
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Die Waldweihnacht im Forstbotanischen Garten — eine Veranstaltung mit Strahlkraft. Und daher sind es auch am Sonnabend trotz anfänglichen Regens wieder weit mehr als tausend Besucher, die die Mischung aus Weihnachtsmarkt und Fantasy erleben.

Die Bäume verschiedenfarbig angestrahlt, Lichtschmuck und Schwedenfeuer. Wie bei anderen Märkten im Advent fehlt auch der Budenzauber nicht. Der Geruch von Glühwein liegt in der Luft. Es gibt geröstete Maronen, Knödel und mehr. Nur den Rauschebart im roten Gewand werden die Besucher vergeblich suchen. Stattdessen mischen sich Waldgeister und Elfen unter die Leute.

Flugzeuge oder Frau Holle

Höhepunkt ist am Sonnabend wie Sonntag die Show, inszeniert von der Niederfinowerin  Janana Klemm, die diesmal als Schneekönigin auf Stelzen im Mittelpunkt des Geschehens steht. Pünktlich haben sich die Besucher an der Spielfläche eingefunden. Etwas später als anberaumt bläst Sascha Lej, Lebensgefährte von Janana Klemm, in eine Muschel. Es kann beginnen. Mit Gitarre und Unterstützung des Publikums singt er die Wichtel und Waldgeister herbei. „Auf der Suche nach dem Schnee“ heißt das Stück in diesem Jahr. Kinder mit Zipfelmützen tragen einen großen Schlitten herbei. Fahren können sie nicht, denn die weiße Pracht fehlt im Advent – auf der Bühne wie im wahren Leben. „Die Flugzeuge haben die Wolken kaputt gemacht“ oder „Frau Holle hat keine Federn mehr in den Betten“ rätseln sie.

Die Zuschauer erleben ein politisches Märchen. Die Botschaft der Klimakritik wird verpackt in Tanz, Artistik und vor allem Feuer. Feuerwesen sind es auch, die die Schneekönigin gefangen nehmen. Zwischen ihnen und den Elfen, Tieren und anderen Waldbewohnern entbrennt die Schlacht Gut gegen Böse, an deren Ende das Gute siegt, der Schnee im Forstbotanischen Garten aber ausbleibt.

Die aufwändig inszenierte halbe Stunde, in deren Anschluss Elfen und Gäste gemeinsam am Feuer singen, hat viele Mitwirkende. „17 Kinder sind beteiligt, 23 Studenten und weitere Helfer“, zählt Janana Klemm später auf. Peggy Neumann aus Eberswalde hat sich ums Make–Up gekümmert. Organisiert wird die Waldweihnacht von der Stiftung Waldwelten. Damit es trotz Feuers nicht brenzlig wird, ist die Freiwillige Feuerwehr Eberswalde vor Ort.