Betrug in Eberswalde: Rentnerin wird nach vermeintlichem Unfall um Erspartes gebracht

Am Telefon betrogen: Eine Rentnerin fällt auf den Enkeltrick herein. Die Täterinnen und Täter sind psychologisch bestens geschult und haben keinerlei Hemmungen, ihre Opfer über den Tisch zu ziehen. (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa- In Eberswalde fiel eine hochbetagte Frau dem Enkeltrick zum Opfer – mehrere tausend Euro.
- Eine Anruferin gab sich als Enkelin aus und erfand einen Unfall mit angeblicher Kaution.
- Ein Mann holte das Geld kurz darauf an der Adresse der Geschädigten ab.
- Polizei warnt: Täter geben sich als Angehörige oder Amtspersonen aus und erzeugen Druck.
- Hinweise der Polizei: Gespräch beenden, keine Daten nennen, Vertrauenspersonen kontaktieren, Anzeige erstatten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erneut ist in Eberswalde eine Rentnerin zum Opfer des sogenannten Enkeltricks geworden. Wie viel Geld die hochbetagte Frau an die dreisten Betrüger verloren hat, verrät Polizeisprecher Stefan Möhwald von der Direktion Ost in Frankfurt (Oder) „aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes“ nicht. Es sei aber um mehrere tausend Euro gegangen.
Was ist passiert? Am 25. April hat sich die Frau an die Polizei gewandt, nachdem sie registriert hatte, Betrügern aufgesessen zu sein. Demnach habe bei ihr das Telefon geklingelt und eine weibliche Stimme habe sich als Enkelin ausgegeben. Sie habe einen Verkehrsunfall verursacht und bräuchte nun unbedingt Geld, um eine Kaution bezahlen zu können. Denn nur so bliebe ihr das Gefängnis erspart.
Mit viel Überredungskunst sei es der Betrügerin, und um nichts anderes hatte es sich gehandelt, mit diesem eigentlich schon hinlänglich bekannten Trick, ihre Gesprächspartnerin zur Zahlung einer größeren Geldsumme zu bewegen. Der stattliche Betrag sei schon eine halbe Stunde später von einem Mann an der Anschrift der Geschädigten abgeholt worden.
„Sie sehen an diesem Beispiel, dass der Polizei immer noch Betrugshandlungen gemeldet werden, die sich vorzugsweise zuvor telefonisch angebahnt hatten. Unbekannte rufen an, erzählen eine Legende, eine erfundene Geschichte, mit denen sie Vertrauen gewinnen wollen“, sagt Stefan Möhwald. Was folge, ähnele sich in den meisten Fällen: Die Anrufer würden vorgeben, ein Angehöriger zu sein, eine Amtsperson oder Mitarbeiter eines Bereiches, dem im Allgemeinen vertraut werde, so Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaften.
So setzen die Betrüger ihre Opfer gezielt unter seelischen Druck
„Dann wird zumeist eine Notlage geschildert und das nun unbedingt Geld benötigt werden würde. Merken Sie sich bitte, dass Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte Sie niemals anrufen werden, um Kautionen u.ä. zu kassieren! Und wenn angebliche Angehörige Ihnen mit noch so tränenerstickter Stimme ihre Nöte nach einem Verkehrsunfall schildern, es bleibt dabei – das Ganze ist erlogen und soll letztlich nur die Mitwirkungsbereitschaft der Angerufen erwecken oder erhöhen! Fast immer wird versucht, psychologischen Druck auszuüben und Handlungsalternativen zu beschränken. So will man die Angerufenen im Telefonat binden, um sie nicht zum Nachdenken kommen zu lassen“, hebt der Polizeisprecher hervor.
„Also, auch wenn Sie sich durch die angeblich verzweifelte Lage von nahen Angehörigen unter Druck gesetzt sehen: durchatmen und skeptisch bleiben! Sprechen Sie am Telefon niemals über Ihre persönliche oder finanzielle Situation, lassen Sie sich dahingehend auch nicht ausfragen. Beenden Sie das Gespräch, wenn finanzielle Forderungen aufkommen. Kontaktieren Sie eine Vertrauensperson, Familie, Bekannte, Nachbarn, und besprechen Sie die Situation mit diesen. Übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Ihnen Unbekannte. Sollten derartige oder ähnliche Anrufe Sie erreichen, dann umgehend auflegen, anschließend sofort an die Polizei wenden und Anzeige erstatten“, rät Stefan Möhwald weiter.


