Brandserie: Bereits 570 Feuerwehreinsätze 2020 in Eberswalde

Die Brandserie im Brandenburgischen Viertel hielt die Berufsfeuerwehr Eberswalde zuletzt auf Trab. Die Eberswalder Berufsfeuerwehr steht immer auf Abruf. Eick Reimann, Leiter der Brandschutzdienststelle, gehört zu den Aktiven, die 24-Stunden-Schichten schieben.
Andrea Linne/MOZAuch die Freiwillige Feuerwehr Eberswalde, die es seit 1875 gibt, verzichtet auf große Feierlichkeiten. Dabei hätte sie wie die Berufswehr allen Grund. Denn rund um die Uhr sind die Kameraden für die Allgemeinheit bereit. Da sollte auch Feiern erlaubt sein. Doch die Gesundheit der Einsatzkräfte und aller Eberswalder habe in diesen Tagen Vorrang, betont der Leiter der Brandschutzdienststelle.
Brandserie an Wochenenden
Gerade an den beiden zurückliegenden Wochenenden hatten die Kräfte allerhand zu tun. Eine neue Brandserie mit mehreren angezündeten Lkw, Transportern und Pkw hielt die Frauen und Männer auf Trab. Inzwischen ist ein 21–jähriger Mann verhaftet worden, der im Verdacht steht, die Brände gelegt zu haben. Die Polizei kann noch nicht mit Sicherheit sagen, ob sie den richtigen Brandstifter hat.
Brandschutzprüfer Reimann geht die Sache von jeher ruhig an. Auch in schwierigen Situationen braucht er wie seine Mitstreiter einen kühlen Kopf. In Sekundenschnelle sind oftmals Entscheidungen über Leben oder Tod zu treffen. Damit und mit ihren 24–Stunden–Schichten können die Einsatzkräfte, die ihr Depot neben der Einsatzleitstelle des Landkreises Barnim an der Heegermühler Straße haben, inzwischen gut umgehen. Dafür werden sie ausgebildet.
Gerade wurden außerdem die Umkleideräume saniert, Möbel erneuert, renovierte Schlafkabinen ermöglichen ein Ausruhen, wenn die Nächte lang und ruhig werden. Die Küche ist ebenso gut ausgestattet wie der Fitnessbereich im Vestibül der Wache.
Regelmäßige Kontrollen
„Wir müssen etwas dafür tun, dass wir immer schnell laufen, Treppen steigen oder schwere Lasten tragen können“, berichtet der Brandschutzprüfer. Ab dem 50. Lebensjahr gibt es engmaschigere Tests der körperlichen Fitness. Auch zur Sicherheit der Feuerwehrleute selbst. Das schreiben die gesetzlichen Regelungen so vor.
Das Tagesgeschäft allerdings sind Türnotöffnungen. Gerade dringt wieder ein Rufton über den Pieper, der zu einem Einsatz ruft. „Es gehört zu unseren Aufgaben. Personen können in Lebensgefahr sein“, macht Reimann klar. Aber auch das Bergen von Tierkadavern gehört zum Alltag, gerade lag ein toter Feldhase in der Spechthausener Straße, der weggeräumt werden musste. 570 Einsätze hat die Berufsfeuerwehr in diesem Jahr schon gefahren. Im ganzen Jahr 2019 waren es 923. Besonders in Erinnerung ist das Feuer, das am Jahresende 2019 in der Maria–Magdalenen–Kirche ausbrach.
Aktuell beschäftigt auch die hohe Waldbrandwarnstufe die Feuerwehr. Sie liegt im Barnim gerade bei Stufe 3. Vor dem Wochenende war es noch die 5. Das kann sich wieder schnell ändern, sagt Reimann. Waldgesetz, Landesimmissionsschutzgesetz, Naturschutzausführungsgesetz, ordnungsbehördliche Verordnung — viele Reglements sind zu beachten. Gern gibt Reimann sein Wissen weiter. Auch an Kleingärtner. 226 Kameraden sind aktuell in sechs Freiwilligen Feuerwehren aktiv. Mit Kinder– und Jugendfeuerwehren ist für den Nachwuchs gesorgt.