Busverkehr
: Zweistundentakt für Schorfheide nimmt Gestalt an

Die Schorfheider Gemeindevertretung stellt sich hinter Prüfauftrag der Freien Wähler zur Verbesserung des Busverkehrs.
Von
Marco Marschall
Finowfurt
Jetzt in der App anhören

Hält: Die Linie 910, hier auf dem Weg nach Eberswalde Südend, steuert in anderer Richtung auch Finowfurt an. Nun soll ihr Zweistundentakt nach Groß Schönebeck geprüft werden.

MOZ/Thomas Burckhardt

Das zumindest ist der Vorschlag von Sven Weller, der für die Freien Wähler im Kreistag und im Schorfheider Gemeinderat sitzt. Letzterer hat sich kürzlich geschlossen hinter einen von Weller eingebrachten Beschlussvorschlag gestellt und entschieden, die Verwaltung damit zu beauftragen, den Landkreis aufzufordern eine Evaluierung von drei Verbesserungsvorschlägen des Öffentlichen Personennahverkehrsangebotes vorzunehmen.

Vorschlag Nummer 1: Ein Zweistundentakt der Linie 910 nach Groß Schönebeck über Eichhorst, um den dortigen Anschluss im Zweistundentakt der Heidekrautbahn zu ermöglichen.

Vorschlag Nummer 2: Die Verlängerung der Linie 910 nach Marienwerder im Zweistundentakt zu der dort endenden Buslinie 890 aus Bernau oder Verlängerung nach Finowfurt.

Als Alternative zu diesen beiden Vorschlägen: ein Ausbau der heutigen Schulbuslinie 905 zu einer vollwertigen Linienbuslinie von Groß Schönebeck im Zweistundentakt über Eichhorst beziehungsweise über Marienwerder mit Umsteigepunkt zur Linie 890 hin zum Fachmarktzentrum Finowfurt mit garantiertem Anschluss und Umsteigepunkt zur Buslinie 910 und eine Verlängerung über Lichterfelde und Altenhof zum Bahnhof Joachimsthal.

Sollte sich eine der Varianten als machbar erweisen, schlägt Weller einen Testbetrieb von drei Jahren vor. „Selbst wenn es nicht angenommen wird, haben wir es dann immerhin probiert“, erklärt er. Beim Landkreis sei er mit diesem Anliegen bisher an die Gemeinde verwiesen worden, von dieser wiederum an den Landkreis. Dieses "Ping–Pong–Spiel“ habe er beenden wollen.

„Wir lassen das gerne prüfen“, sagt Schorfheides Bürgermeister Wilhelm Westerkamp. Da der Landkreis den Busverkehr bestellt, ist seine Behörde damit ohnehin weitestgehend außen vor. In den Schorfheider Ausschüssen wurde die Forderung unterstützt, im Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Am Bahnhof vorbei

Sein Vorstoß in Sachen ÖPNV, so sagt Weller, sei ein Ergebnis aus Gesprächen mit Bürgern. Aus Groß Schönebeck kämen Bürger ohne Pkw zwar mit der Bahn nach Berlin aber schlecht nach Finowfurt oder Eberswalde. Es gebe den südlichen Bereich Bernau, aus dem Busse ausstrahlten und den nördlichen um Eberswalde. Nur seien beide Bereiche nicht gut miteinander verknüpft. Auch an kleineren Schrauben könne noch gedreht werden. So führt Weller an, dass der Bus der Linie 905, der bis zur Ortsmitte von Klandorf fährt, nicht am Bahnhof des Dorfes hält, den er auf dem Weg passiert und der mehr als zehn Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt liegt. Diesen Umstand wolle er noch zum Thema machen.

Die ÖPNV–Verbesserung,  hinter die sich die Gemeindevertreter auf Vorschlag der Freien Wähler nun zunächst stellen, soll bis Herbst ein erstes Zwischenfazit erbringen. Denn im Papier wird der Landkreis auch dazu aufgefordert die Kosten und andere Maßnahmen der einzelnen Varianten bis Ende September zu ermitteln und mit der Angabe zu wann diese Varianten umsetzbar wären, der Gemeindevertretung vorzulegen.

zum Busverkehr im Internet unter www.bbg–eberswalde.de