Im stillen Gedenken an alle Barnimer, deren Tod nach einer Infektion mit dem Coronavirus zu beklagen ist, sind am 30. Dezember ab 16.30 Uhr 89 Teelichter auf dem Marktplatz von Eberswalde entzündet worden. Während der Pandemie sei fast jeder über Nacht zum Experten für Inzidenzwerte, Reproduktionszahlen oder belegte Betten auf Intensivstationen geworden, sagt Filibert Heim (19) aus Melchow, der die Aktion gemeinsam mit seinem Bruder Felician Heim und Freunden organisiert hatte.

Kerzen flackern fast eine Stunde lang

Es würden gesellschaftliche Diskussionen zu den besten Eindämmungsstrategien, sinnvollsten Corona-Hilfen und zu den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise geführt. Gleichzeitig würden Corona-Leugner ein riesiges mediales und gesellschaftliches Echo auslösen und es im gewissen Grad damit schaffen, den öffentlichen Diskurs zu verschieben. „Bei all diesen – zugegebenermaßen – zum Teil ebenfalls wichtigen Debatten geraten die im Zuge einer Corona-Infektion Verstorbenen immer mehr in den Hintergrund“, bedauert Pauline Pautz (20) aus Bernau.
Die Gedenkkerzen flackerten fast eine Stunde lang.