Corona im Barnim
: Hohe Dunkelziffer bei Neuansteckungen vermutet

Alle Corona-Zahlen befinden sich auch in Eberswalde, Bernau und den anderen Kommunen im Landkreis im Sinkflug. Dennoch warnt das Barnimer Gesundheitsamt vor Leichtsinn: Die Pandemie sei noch nicht vorbei. Und nennt Gründe dafür.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Masken zum Osterfest? Die Pflicht dazu, Mund und Nase bedeckt zu halten, ist weitestgehend aufgehoben. Wer sich und andere vor Ansteckungen schützen will, tut dies freiwillig.

Sven Klamann

Alles deutet darauf hin, dass sich die Corona-Lage weiter entspannt. Aber wie aussagekräftig sind die aktuellen Zahlen? Mit Stand vom 14. April, 0 Uhr, haben sich weitere 3525 Brandenburger nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 ist die Zahl der landesweit bestätigten Covid-19-Fälle damit auf 728.675 gestiegen.

Die Corona-Inzidenz beträgt 631,7. Der Vergleichswert sagt aus, wie viele Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Die Zahl der Verstorbenen mit positivem Corona-Status ist um acht auf 5488 gestiegen. Der Barnim ist nicht betroffen.

So stand der Barnim vor einem Jahr da

Für den Barnim weist das Robert-Koch-Institut am 14. April, 0 Uhr, 156 Neuinfektionen mit dem Coronavirus aus. Damit ist die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle, die seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 erfasst wird, auf 46.246 gestiegen. Die Inzidenz wird mit 398,2 angegeben. Unverändert 348 Barnimer sind mit positivem Corona-Status gestorben.

Am 15. April 2021, genau vor einem Jahr, hatten sich erst 5375 Barnimer mit dem Coronavirus angesteckt – 43 mehr als am Vortag. Es waren unverändert 206 Patienten mit positivem Corona-Status gestorben. Die Inzidenz lag bei 110,7.

So sind die Altersgruppen betroffen

Mit Stand vom 14. April werden im Barnim zwei Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Einer von ihnen muss künstlich beatmet werden. Der Anteil der Corona-Erkrankten auf den Intensivstationen beträgt drei Prozent. Weil auch noch andere Krankheitsfälle intensivmedizinisch behandelt werden müssen, sind aktuell 98 Prozent aller ITS-Betten im Barnim belegt.

Mit 19.073 nachgewiesenen Ansteckungen führen die 35- bis 59-Jährigen die Barnimer Corona-Statistik an – gefolgt von den 15- bis 34-Jährigen (10.819), den 5- bis 14-Jährigen (8642), den 60- bis 79-Jährigen (4745), den über 80-Jährigen (1675) und den 0 bis 4-Jährigen (1292).

Und so stehen Barnims Nachbarn da

Bislang sind im Barnim 24.223 Frauen und 21.536 Männer an Covid-19 erkrankt. Bei 331 Personen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist dem Barnimer Gesundheitsamt das Geschlecht nicht übermittelt worden.

In Märkisch-Oderland beträgt die Inzidenz 494,4. In den vergangenen 24 Stunden wurden 215 Neuinfektionen registriert. Damit gibt es jetzt 54.078 bestätigte Covid-19-Fälle. Und unverändert 375 Todesfälle mit positivem Corona-Status.

Für die Uckermark wird die Inzidenz mit 575,1 angegeben. Es gibt 32.902 bestätigte Covid-19-Fälle – 219 mehr als am Vortag. Und es sind 247 Patienten mit positivem Corona-Status gestorben – einer mehr als am Vortag.

Tatsächliche Lage wohl dramatischer

Aus dem Gesundheitsamt der Barnimer Kreisverwaltung heißt es, dass die aktuellen Zahlen die tatsächliche Lage nicht exakt abbilden würden. Das Robert-Koch-Institut lasse bei seinen Angaben zur Corona-Pandemie nur noch die Ergebnisse von PCR-Tests einfließen. Die viel gebräuchlicheren und zum Beispiel für eine Krankschreibung ausreichenden Schnelltests würden hingegen nicht berücksichtigt.

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