Demenz im Barnim
: Schwere Krankheit — Hilfe für Betroffene und Familien

Demenzerkrankungen, wie Alzheimer, zählen auch zwischen Bernau und Eberswalde zu den Herausforderungen. So erhalten Familien und Betroffene Hilfe.
Von
Stephan Backert
Eberswalde
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Eine Seniorin in ihrem Schlafzimmer: ARCHIV - Kleine Maßnahmen und einfache Hilfsmittel können das Unfallrisiko für Demenzkranke in den eigenen vier Wänden erheblich reduzieren. (zu dpa: «Bei Demenz: So wird die Wohnung sicherer») Foto: Heiko Wolfraum/dpa/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Die Alzheimer-Krankheit zählt zu den Demenzerkrankungen, die am weitesten verbreitet sind. Für Betroffene und ihre Angehörigen stellt sie den kompletten Alltag auf den Kopf (Symbolbild).

Heiko Wolfraum/dpa-mag/dpa

Ab und an mal den Schlüssel vergessen, die Herdplatte bleibt an oder der Name eines guten Freundes fällt einem nicht mehr ein – ist das noch normal oder sind das schon Zeichen einer beginnenden Demenz? Wie geht man damit um, wenn Partner, Eltern, Weggefährten vergesslich werden und sich ihre Persönlichkeit und ihr Verhalten verändern?

Eine auch in finanziellen Dingen früher penible Hausfrau fängt an, den Einkauf nur noch mit großen Scheinen zu bezahlen, weil sie beim Umgang mit dem Kleingeld nicht mehr zurechtkommt. Der eigentlich so besorgte Familienvater vergisst die Namen seiner Kinder. Das eigene Leben beginnt, zu verblassen. Eine Demenz kann bis zur kompletten Hilflosigkeit bei Betroffenen führen.

Wie umgehen mit einer Demenz

Eine solche Krankheit, die auch jüngere Menschen betreffen kann, bedeutet nicht nur großes Leid für die Kranken und ihre Angehörigen. Gerade, wenn es um die eigenen Eltern geht, können solche Belastungen schnell zu einer allein kaum zu bewältigenden Herausforderung für Kinder und die gesamte Familie werden. Sie stellt oft das Familienleben komplett auf den Kopf. Viele Menschen fragen sich, wie sie mit dieser schwierigen Situation umgehen sollen.

Im Jahr 2020 haben nach Angaben des Kompetenzzentrums Demenz für das Land Brandenburg im Landkreis Barnim 4722 Menschen an einer Demenzerkrankung gelitten. Für 2025 wird eine Zahl von 5670 Erkrankten im Barnim prognostiziert. Das Kompetenzzentrum Demenz geht davon aus, dass im Zeitraum von 2009 bis 2030 die Zahl der Demenzerkrankten im Landkreis Barnim um rund 133 Prozent zunehmen wird – die höchste Steigerungsrate unter allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg.

Demenz – Schwerpunkt der Themenwoche im Barnim

Am Sonnabend (21. September) ist Welt-Alzheimer-Tag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Demenz – Gemeinsam. Mutig. Leben.“ steht. Rund um diesen Tag gibt es im Landkreis Barnim wieder die Woche der Demenz von Montag (16. September) bis Sonntag (22. September).

Überall im Barnim wird es Informationsmöglichkeiten und Mitmachangebote geben. Beteiligt sind der Landkreis Barnim, der Pakt für Pflege Brandenburg und das brandenburgische Gesundheitsministerium sowie eine Vielzahl an Kommunen, Unternehmen und Initiativen.

Beispielsweise wird sich die Bibliothek der Stadt Eberswalde in der Puschkinstraße 13 daran beteiligen. Hier wird es sogar bis über die eigentliche Woche der Demenz hinaus bis zum Sonnabend (5. Oktober) einen Tisch mit Büchern und Gesellschaftsspielen rund um das Thema geben.

Zusammen mit der Akademie 2. Lebenshälfte aus Eberswalde wird es am 21. September von 10 bis 14 Uhr in der Stadtbibliothek außerdem Informationen und Vorführungen von digitalen Hilfen zur Stärkung der Selbständigkeit im Alter und virtuelle Entspannungstechniken geben.

Demenz und virtuelle Realität

Dabei sollen auch kognitive Einschränkungen im Lebenslauf thematisiert werden. So werden beispielsweise Trinkuntersetzer mit Erinnerungsfunktion oder Virtual-Reality-Brillen, die in andere Welten und Zeiten entführen sollen, eine Rolle spielen. Diese Brillen sollen auch beim Gedächtnis- und Erinnerungstraining unterstützen können.

An vielen Orten in Eberswalde wird es ein breitgefächertes Veranstaltungsangebot geben. Einer davon ist die DRK-Tagespflege Barnim-Park in der Potsdamer Allee 40. Hier gibt es beispielsweise am Donnerstag (19. September) unter der Überschrift „Mama hat Demenz“ von 10 bis 11 Uhr eine Veranstaltung, bei der es darum geht, Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz besser zu verstehen.

Von Ahrensfelde bis Joachimsthal: das komplette Programm der Woche der Demenz

● Unter barnim.de/alzheimertag ist das vollständige Programm-Angebot für den Alzheimer-Tag und die Woche der Demenz vom 16. bis 22. September abrufbar.                                              ● Weitere Informationen rund um das Thema Demenz, zum Beispiel über Selbsthilfegruppen und Schulungsangebote, hält das Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg auf seiner Webseite als PDF bereit.

● Auch die Pflegestützpunkte in Eberswalde und Bernau beraten anbieterunabhängig und neutral zu diesem Thema.                                                                                                                        ● Pflegestützpunkt Eberswalde: Haus C im Paul-Wunderlich-Haus, 16225 Eberswalde                  Öffnungszeiten: Dienstag 9 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung            ● Pflegestützpunkt Bernau: Breitscheidstraße 43b, 16241 Bernau bei Berlin                                    Öffnungszeiten: jeden ersten und dritten Freitag im Monat von 10 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung

Beratungsbedarf für Betroffene und Angehörige ist jedoch ständig gegeben. Nach Angaben von Eberswaldes Pressesprecher Markus Mirschel heißt es, dass Interessierte sich an das Amt für Generationen, Sport und Integration im Eberswalder Rathaus wenden können. Dort werde man an die entsprechenden Stellen vermittelt oder erhält weiterführende Informationen.

Nachhall - Das Barnim-Echo der Woche
Freitag um 16.30 Uhr
Was bewegt den Barnim? Was bewegt sich zwischen Bernau und Eberswalde? Im Nachhall des Barnim-Echos greifen wir jeden Freitag die wichtigsten Themen der Woche auf und setzen Akzente für die kommende Woche.