Die Corona-Pandemie hat vor allem eines gezeigt. Kinder aus Familien, die es finanziell nicht so leicht haben, fallen schnell durchs Raster. Sie haben keine Technik fürs Homeschooling zur Verfügung oder teilen sich mit Geschwistern mehrere Geräte.
Deshalb soll nun im Barnim der Digitalpakt der Bundesregierung konkret greifen. Schüler, deren Eltern keine IT-Endgeräte bezahlen können, dürfen diese über ihre Schulen ausleihen.

Gelder kommen diese Woche

Im Landkreis betrifft das nach den Angaben aus den Schulen 512 Mädchen und Jungen in kreislichen Einrichtungen. Bis Anfang September, berichtet das Landratsamt auf Anfrage, konnten die Anträge zur Beschaffung der entsprechenden Notebooks gestellt werden. Bis spätestens 25. September will das Land den Schulträgern, also den Vereinen, Gemeinden oder dem Landkreis, die Gelder anweisen. Auf Anfrage räumt daher Sprecherin Jana Mundt ein, dass noch unklar sei, wie viele Fördermittel der Landkreis tatsächlich erhalten werde. Der Weg des Verfahrens hingegen sei schon klar.

Verfahren noch genau zu definieren

Das Ganze soll so ablaufen: Die Geräte kommen über den Weg der Ausleihe an die einzelnen Schüler, die diese in ihren Haushalten nutzen dürfen.
„Die Befreiung von der Zuzahlung des Eigenanteils definiert nicht die individuelle An­spruchsberechtigung der einzelnen Schüler in Bezug auf die mobilen Endgeräte“, teilt die Sprecherin jedoch mit. Diese werde durch die Schulleitung individuell ermittelt, wobei auch andere abweichende Kriterien herangezogen werden sollen. „Dazu wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport kurzfristig eine Handreichung an die Schulträger erwartet“, heißt es.

Befugnisse sind noch zu klären

Die Schulträger würden dann die Befugnisse regeln, dazu würden die Schulleitungen herangezogen. „Mit einem Start der Ausleihe kann unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss des Ausschreibungsverfahrens für die mobilen Endgeräte, zu welchen der Landkreis Barnim als öffentlicher Träger gesetzlich verpflichtet ist, begonnen werden“, berichtet Jana Mundt weiter. Da private und kommunale Einrichtungen ihre Meldung direkt an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport richten konnten, sei unklar, wie viele Schüler im Barnim überhaupt in den Genuss der Unterstützung mit Technik kommen werden. Allein im Raum Biesenthal sind es 83.

Fortbildung für Lehrer

Auch im Rahmen der Bildungsinitiative im Barnim stellt die Ausstattung der Schulen einen Schwerpunkt dar, wie Renate Wolter vom Sachgebiet Bildung im jüngsten Bildungsausschuss sagte. Grundlage dafür sei der Medienentwicklungsplan des Landes Brandenburg. Neben dem Anschaffen interaktiver Tafeln werde auch auf Fortbildungen der Lehrer größter Wert gelegt. Die Kreisvolkshochschule hat dafür ein eigenes Programm entwickelt. 35 unterschiedliche Kurse gebe es. 650 Lehrer im Barnim nutzten bisher die Angebote.

Medientage nur online

Pro Klassenraum stehen zwei Netzwerkanschlüsse zur Verfügung. Dazu kommen Beamer und Whiteboards sowie eigene Netzwerke. Auch Förderschulen erhalten laut Wolter die volle Ausstattung. Da wegen Corona die Medientage im August nur online stattfinden konnten, folgten nur wenige Schulen dem Angebot. Gewöhnlich seien über hundert Lehrer dabei. Für 2020 hofft die Verwaltung dennoch weiter auf einen Aufschwung.
So wurden 382 Lehrer im Rahmen einer Umfrage angeschrieben. 100 gaben Antworten. Demnach fehle vor allem Speicherplatz. Insgesamt 10.000 Online-Medien stehen im Barnim zur Verfügung, die im Unterricht eingesetzt werden können. Das werde rege genutzt. Dennoch hätten vor allem Wlan-Probleme an einigen Schulen auch das Schooling behindert. Der Ausbau der Barnimer Infrastruktur schreite jedoch voran.