Eberswalde
: Hoffnungstaler Stiftung und Oberbarnimschulen besiegeln Kooperation

Die Zusammenarbeit soll Schülern Einblicke in die Anforderungen an Pflegeberufe ermöglichen.
Von
Renate Meliß
Eberswalde
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Nach der Unterzeichnung: Annett Drechsler (li.) bedankt sich bei Katja Möhlhenrich-Krüger und Frank Wernecke. In Eberswalde unterzeichneten Vertreter der Oberbarnimschulen und der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal den Kooperationsvertrag.

Renate Meliß

128 Schüler lernen derzeit an der Oberschule, 127 in der Jugendakademie, 60 im Beruflichen Gymnasium und 35 in der darin eingeschlossenen Schule für berufliche Vorbereitung. Im Beruflichen Gymnasium wird man innerhalb von drei Jahren auf das Abitur vorbereitet. Neben den üblichen Fächern gibt es Pädagogik, Psychologie, Gesundheit und Ernährung als Unterrichtsfach. Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch werden im Kurssystem angeboten.

In sechs Jahren zum Abitur

Die Jugendakademie kann nach erfolgreicher Bewerbung ab Klasse 7 besucht werden. Voraussetzung hierfür ist die Jahrgangsempfehlung für die allgemeine Hochschulreife. Der Weg zum Abitur wird nach sechs Jahren erreicht. Es gibt den Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, der Geografie, Geschichte und Politische Bildung beinhaltet. Mit Abschluss der Oberschule hat man nach vier Jahren den Realschulabschluss in der Tasche und die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Neben vielen Eltern– und Schülergesprächen zu Schulformen und AG’s der Ganztagsschulen hielt der Tag der offenen Tür auch eine besondere Überraschung bereit: Unter dem Motto „Schule trifft Altenpflege“ wurde in der Aula ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. Jörg Dittberner, Lehrer für Gesundheit, Biologie und Politische Bildung am Beruflichen Gymnasium, Annett Drechsler, Campus–Schulleiterin, Frank Wernecke, Einrichtungsleiter im Altenpflegeheim Freudenquell der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und Katja Möhlhenrich–Krüger, Bereichsleiterin Altenhilfe der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und Geschäftsführerin der Freudenquell gGmbH, besiegelten mit ihren Unterschriften eine besondere Ausbildungsmöglichkeit. Infolge dessen können Schülerinnen und Schüler, die sich beruflich für den Bereich Gesundheit und Soziales interessieren, Kontakt zu älteren Menschen im Haus „Freudenquell“ aufnehmen. Sie werden praktisch erfahren, was es heißt, ältere Menschen ein Stück zu begleiten und dabei lernen, welch breites Spektrum an Möglichkeiten sich hier bietet. „Im Leistungskurs Gesundheit haben wir in Klasse 12 bereits das Thema ,Von der Geburt bis zum Alter’, in Klasse 13 auch das Thema Pflege“, so Jörg Dittberner.

„Ziel der Vereinbarung ist die Fachkräftegewinnung im sozialen Bereich. Daher sind wir hier in Eberswalde auf der Suche gegangen und haben in Annett Drechsler eine tolle Partnerin gefunden. Gemeinsam ermöglichen wir den Teilnehmern dieser Kurse, im Haus Freudenquell erste praktische Erfahrungen zu machen und professionelle Pflege kennenzulernen“, gibt Katja Möhlhenrich–Krüger an.

Beitrag gegen Fachkräftemangel

Auch Einrichtungsleiter Frank Wernecke begrüßt die Vereinbarung: „Gerade in Bezug auf den den Fachkräftemangel kommt uns das Interesse der Schülerinnen und Schüler zugute“, sagt er. Und dies besonders vor dem Hintergrund, dass ab 1. April die neue generalistische Pflegeausbildung im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal startet. Die künftig in ganz Europa anerkannte Pflegeausbildung beinhaltet die drei Berufsfelder der Krankenschwester, Kinderkrankenschwester sowie des Altenpflegers in einer Ausbildung. Konkreter Inhalt der Kooperationsvereinbarung wird sein:  Theoretisches Wissen an der Schule und acht themenspezifische Praktika im Haus „Freudenquell“. Als Beispiel sind hier u.a. die Pflegeplanung auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht oder  Interviews mit Senioren, wie sie selbst die Pflege und Unterbringung empfinden, angedacht. So lernt man, das Pflege viel mehr ist als „satt und sauber“, sondern täglich ein sehr facettenreiches Arbeiten und Begleiten von alten Menschen beinhaltet.