Einzelhandel: Discounter Norma zieht in Groß Schönebeck ein

Einzug: Am Montag öffnet der Dicounter Norma in Groß Schönebeck seine Pforten.
MOZ/Thomas BurckhardtDer Discounter Norma kommt nach Groß Schönebeck. Ab kommenden Montag haben die Einwohner somit einen zweiten Supermarkt im Ort.
Groß Schönebeck sorgte immer wieder für negative Schlagzeilen, wenn es um Wirtschaftsentwicklung im Dorf ging: Viele Einzelhändler haben seit der Wende geschlossen: es gibt keinen selbstständigen Bäcker und Fleischer mehr, von anderen Einzelhändlern ganz zu schweigen. Als im Jahre 2017 der Netto–Markt und auch noch die Sparkasse die Pforten schloss, war der Aufschrei im Ort groß. Die Fläche in der Berliner Straße war dem zum Edeka–Konzern gehörenden Netto zu klein geworden. Der Discounter baute stattdessen einen neuen Markt in Zerpenschleuse, verkehrsgünstig direkt an der B 109 und B 167 gelegen.
Dass die Dorfentwicklung in Groß Schönebeck auch in die andere Richtung gehen kann, zeigt nun die Eröffnung des neuen Norma–Marktes am Montag kommender Woche. So wird der seit Jahren leer stehenden Handelsfläche in der Berliner Straße neues Leben eingehaucht. Derzeit wird die Verkaufsfläche entsprechend umgebaut und modernisiert.
Fläche ist klein aber zentral
Insgesamt wird der Discounter aus Nürnberg in Groß Schönebeck auf 650 Quadratmetern Verkaufsfläche seine Waren anbieten. Angeboten werden laut Verkaufsleiter Maximilian Vock „Produkte des täglichen Bedarfs sowie die bekannten, wöchentlich wechselnde Nonfood– und Food–Werbung“. Sechs neue Arbeitsplätze würden dadurch im Ort neu geschaffen, heißt es dazu aus der Firmenzentrale in Fürth bei Nürnberg. Norma expandiert derzeit verstärkt im Osten Deutschlands. Der Händler, der die meisten Filialen im Südwesten Deutschlands betreibt, ist unter den deutschen Discountern der kleinste: Rund 1300 Filialen sind es mit einem Umsatz von 3,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Lidl hat über 3200 Standorte und 24,8 Milliarden Euro Umsatz.
Eine Filiale mit 650 Quadratmetern Fläche ist eigentlich recht klein für einen modernen Supermarkt. Neu eröffnete Filialen haben in der Regel mindestens 1000 Quadratmeter zur Verfügung. Doch anscheinend reicht Norma fürs Erste die Fläche. Das Einzugsgebiet von Groß Schönebeck und der umliegenden Dörfer ist bei über 5000 Einwohnern und zumindest im Sommer zahlreichen Urlaubern ansehnlich. Groß Schönebeck wächst dabei sogar moderat: So entsteht im Dorf im kommenden Jahr ein Heim für Betreutes Wohnen und auch Eigenheime werden gebaut.
Für die Groß Schönebecker dürfte der neue Händler ein Zugewinn sein. Als Einkaufsmöglichkeit hatten die Einwohner nur noch ihre „Kaufhalle“, einen Edeka–Markt im Ort. Der nächste Discounter ist in Zerpenschleuse, weitere Händler im knapp 16 Kilometer entfernten Finowfurt. Da der Edeka–Kaufmann Maaß zwar eine große Lebensmittelvielfalt und viel Frischeprodukte anbietet, aber wenig sogenannte Non–Food–Artikel, könnte Norma eine Lücke schließen. Mit Werkzeug, Textilien und Kleinstelektronik lockt Norma, wie auch üblicherweise andere Discounter, jede Woche die Kunden in die Läden. Das Non–Food–Angebot des fränkischen Händlers Norma setzt Schwerpunkte vor allem im Handwerker– und Gartenbereich sowie im Haushaltsbereich. Dinge also, die man im ländlichen Raum braucht: Gartenscheren, Rostschutz und Schrauben.
Einst gab es viele Einzelhändler
In Groß Schönebeck, wie in vielen anderen Dörfern im Barnim, gab es einst eine blühende Handelslandschaft: Das Warenhaus Weiss der Familie Leiser, Kolonialwarenhändler, Drogerie, eine eigene Tankstelle und sieben Wirte zählte der Ort in früheren Zeiten. Auch zu DDR–Zeiten war der Ort beliebt zum Einkaufen: Hier gab es ein kleines Warenhaus und eine gut gefüllte Kaufhalle. Da viele SED–Genossen im Ort wohnten und Erich Honecker in der Nähe jagte, war die Lebensmittelversorgung besser als anderswo. Hier gab es Berliner Bier, Molkereiprodukte und Obst. Mehr Warenvielfalt gibt es ab Montag nun auch wieder.