Einzelhandel
: Kündigung geht von Inhaberin aus

Dass das Café im Sparkassenforum geschlossen wurde, sei zu bedauern, findet Waltraud Voigt. Und erhebt Vorwürfe gegen das Geldinstitut. Die MOZ geht ihrer Beschwerde nach.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Provisorium an der Michaelisstraße: Die ehemaligen Räumlichkeiten des Cafés werden vorübergehend von der Sparkasse Barnim genutzt.

Thomas Burckhardt

Für Jüngere und für Ältere habe sich die Lebensqualität verschlechtert, seit das bei der Kundschaft beliebte Café aus dem Sparkassenforum an der Michaelisstraße verschwunden sei. Davon ist Waltraud Voigt aus Eberswalde überzeugt und hat sich gleich mit einem ganzen Fragenkatalog sowie mit einer Beschwerde an die Märkische Oderzeitung gewandt. „Sehr geehrter Chef der Sparkasse Barnim, Sie haben den Bürgern, von denen Sie leben, keinen Gefallen getan“, schreibt die promovierte Ärztin im Ruhestand und verlangt Aufklärung.

Die Redaktion hat auftragsgemäß nachgefragt. Und sich zuvor vor Ort umgeschaut. Wo bis Ende Oktober Eis, Kuchen oder Deftiges verzehrt werden konnte, ist seit Ende Dezember und für voraussichtlich neun Monate der Empfangsbereich des Geldinstitutes untergebracht, dessen Hauptsitz umgebaut wird.

Also hat die Sparkasse tatsächlich das Café dicht gemacht? „Wir wollten die Filiale von uns aus ursprünglich zum 31. Dezember 2018 kündigen“, sagt Gabriele Marx, die Inhaberin des Eiscafés Venezia, das nach wie vor an der Leibnizstraße 1 zu finden ist und seit 2012 den Ableger an der Michaelisstraße betrieben hatte. Diesen aufzugeben, sei ihr nicht leichtgefallen, räumt sie ein, Letztlich sei dieser Schritt aber personalbedingt notwendig gewesen. Daher sei ihr der Vorschlag der Sparkasse, bereits zum 31. Oktober zu kündigen, ganz recht gekommen. Das Geldinstitut habe dringend Ausweichmöglichkeiten für seine Büros gesucht. Sie wolle sich jetzt „voller Kraft und Freude“ auf das Café im Leibnizviertel konzentrieren und schließe daher eine Rückkehr ins Sparkassenforum nach Abschluss der dortigen Umbauarbeiten definitiv aus, teilt Gabriele Marx mit.

Beim Geldinstitut koordiniert Sven Rathmann, Leiter der Zentralen Dienste, die Sanierung der Hauptgeschäftsstelle. „Es ist nach wie vor unser Ziel, auch im neuen Sparkassenforum wieder Gastronomie anzusiedeln. Lieber ein Café als ein Restaurant“, betont er. Die ersten Gespräche mit Interessenten habe es diesbezüglich bereits gegeben — noch allerdings ohne nennbares Ergebnis.

Der feste Vorsatz der Sparkasse, in der Hauptgeschäftsstelle wieder Gastronomie unterzubringen, dürfte Waltraud Voigt versöhnlicher stimmen, die findet, dass nicht das Aus für überteuerte Textilgeschäfte, sondern die Schließung des Cafés die Eberswalder berühren würden.

Derweil verweist Inhaberin Gabriele Marx auf ihr Café an der Leibnizstraße.1, dass täglich geöffnet habe — und zwar im Winter von 8.30 bis 19 Uhr.