Einzelhandel: Ladenschließungen in der Innenstadt von Eberswalde

Die Läden "Schuh und Kunst" sowie "Schuhbidu" schließen in der Innenstadt von Eberswalde. Inhaberin Gaby Grimm schließt ihren Laden "Schuhbidu" in der Rathauspassage, führt aber ihr zwischen Rathauspassage und Altstadt-Carrée gelegenes Schuhhaus Grimm weiter.
Sven Klamann/MOZUnd sei ihr dennoch schwer gefallen, sagt die Unternehmerin, die kurz und knapp „die rückläufige Kundenfrequenz“ als Grund dafür angibt, das „Schuhbidu“ in der Rathaus–passage aufzugeben. Dort ist längst der Räumungsverkauf im Gange, der Rabatte bis zu 50 Prozent mit sich bringt. Wer Schnäppchen jagen will, sollte sich beeilen. Zwar hat sich Gaby Grimm darauf eingestellt, den Laden noch bis Ende August offen zu halten. „Aber wenn ich alle Waren losgeworden bin, ist auch schon früher Schluss“, sagt sie.
Natürlich habe die Zwangsschließung in der Hochzeit der durch Covid–19 bedingten Einschränkungen zu einem stärkeren Umsatzeinbruch geführt. Und Maskenpflicht und Distanzgebot würden auch jetzt nicht gerade den Einkaufsspaß fördern.. „Doch die Probleme des Einzelhandels haben nicht erst mit der Seuche begonnen und sind nicht allein auf Eberswalde beschränkt“, hebt Gaby Grimm hervor.
Versandhandel bedroht Innenstädte
Bundesweit bedrohe vor allem der Versandhandel die Vitalität der Innenstädte, urteilt sie.
Der Lockdown habe sich in einer Hinsicht sogar positiv ausgewirkt, führt die Geschäftsfrau aus. Sie registriere, dass vor allem jüngere Kunden einen Bewusstseinswandel durchlebten. „Als fast alle Läden geschlossen waren, hat mancher gemerkt, wie öde die Welt wäre, wenn es bloß noch das Internet gäbe“, sagt Gaby Grimm.
Seit 2007 gibt es das „Schuhbidu“, in dem eher preiswertere Schuhe verkauft wurden. Seit 1997 führt die Unternehmerin ihr Schuhhaus an seinem jetzigen Standort, nachdem es sich seit 1992 an der Rudolf–Breitscheid–Straße befunden hatte. Einen Teil des Sortimentes wird Gaby Grimm in ihrem dann einzigen Laden weiter anbieten. Von den vier Teilzeitkräften, die im „Schubidu“ tätig waren, wechseln zwei ins Schuhhaus Grimm, geht eine in den Ruhestand und wurde einer gekündigt.
Weitere Schließungen in Eberswalde
Mit ihrer Geschäftsaufgabe steht die Einzelhändlerin nicht allein. Erst Mitte Juli ist bekannt geworden, dass Inhaberin Britt Lembcke ihren im Altstadt–Carrée gelegenen Laden "Schuh und Kunst“ am 5. September mit einer „Aus–Ausstellung“ schließen wird. Und schon Anfang 2019 hatte Monique Schostan ihre Modeboutique im Sparkassenforum an der Michaelisstraße zugesperrt.
Inzwischen arbeitet Monique Schostan im Amt für Stadtmarketing und Tourismus, das direkt Bürgermeister Friedhelm Boginski untersteht. Im von Jan König geleiteten Wirtschafts– und Sozialdezernat ist sogar die Stelle eines Referenten für Wirtschaftsförderung verankert, die aber erst noch personell besetzt werden muss. Gemeinsam mit der Stadtpolitik stehen die Rathausbeschäftigten auch den Einzelhändlern in ihrer durch die Corona–Pandemie verschärften Krise bei. Eberswalde hat ein Wachstums– und Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, in dem für dieses Jahr 200 000 Euro bereitstehen. Seit dem Volksvertreter–Beschluss von Ende Juni ist die Förderrichtlinie dazu in Kraft. „Bisher haben 19 Unternehmen einen positiven Zuwendungsbescheid erhalten“, sagt Stadtsprecher Johan Bodnar. Sechs weitere Anträge würden final bearbeitet. „Das dauert in der Regel nicht mehr als zwei Tage“, betont er.
