Elch in Schorfheide
: Wo ist Olga? Elchkuh aus Wildpark in die Freiheit gesprungen

Mit ihrem neuen Wohnort bei Eberswalde war Elchkuh Olga offenbar unzufrieden. Ihr Anblick auf offener Straße sorgte in Schorfheide für Aufsehen.
Von
Stephan Backert
Schorfheide
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Dieser Elch lebt im Wildpark Schorfheide. Auf der A11 bei Finowfurt prallte ein Auto mit einer Elchkuh zusammen und wurde dabei getötet. (Symbolfoto)

Elch im Wildpark Schorfheide am  14.04.2021

Ein Elch im Wildpark Schorfheide. Eine Artgenossin war erst kurze Zeit im Wildpark, bevor sie das Weite suchte. (Symbolbild)

Thomas Burckhardt
  • Elchkuh Olga entlief aus Wildpark Schorfheide, nachdem sie aus Dänemark ankam.
  • Olga sprang über 2,5-Meter-Zäune, Betäubungsversuche scheiterten.
  • Olga wurde mehrfach auf Straßen in Schorfheide gesichtet.
  • Wildparkleitung informiert Behörden und erwägt weiteres Vorgehen.
  • Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde sammelt Elch-Sichtungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ikea, Midsommar, Elche – typische Klischees, die man Schweden zuschreibt. Elchkuh Olga kam, trotz ihres russisch anmutenden Namens, aus Dänemark. Für das Tier waren die letzten Stunden aufregend. Ihren Aufenthalt im Wildpark Schorfheide (Barnim) beendete sie selbst nach kurzer Zeit.

Olga hatte eine lange Reise in den Barnim hinter sich. Sie kam am Dienstagabend (17. Dezember) aus dem dänischen Safari-Park Knuthenborg in den Wildpark Schorfheide, berichtete Wildpark-Geschäftsführerin Imke Heyter im Gespräch mit diesem Nachrichtenportal.

„Der Transport hatte sich aber leider durch Stau und Fähre so verzögert, dass wir das Tier auch erst im Dunkeln ausladen konnten“, so die Geschäftsführerin, die seit 30 Jahren im Wildpark tätig ist. Das sei sonst nicht der Fall.

Elch aus Dänemark seit kurzer Zeit in Schorfheide

Knuthenborg ist etwa 370 Kilometer von Eberswalde entfernt, wenn man die Fährverbindung über Rostock-Warnemünde und dem dänischen Gedser nutzt. Für Mensch und Tier keine wirklich stressfreie Verbindung. Ein Umzug, eine neue Umgebung – da kam, trotz liebevoller Bemühungen viel zusammen, was Olga gestresst haben könnte.

Als Olga am Dienstagabend auf die Anlage gelaufen ist, war alles ganz normal. Sie schien ihr neues Zuhause akzeptiert zu haben. „Wir haben ein Nachtsichtgerät, damit haben wir sie noch beobachtet. Da war alles gut“, so Imke Heyter.

Elch aus Dänemark sprang über zwei Meter hohen Zaun

Auch am Mittwochmorgen (18. Dezember) war noch alles in Ordnung. Die Fütterung klappte problemlos. Olga hat sich aber erschreckt, als Mitarbeiter kamen. Noch immer war es für die Elchkuh eine fremde Umgebung und der Umzug von Dänemark erst wenige Stunden her.

„Sie ist aus dem Stand über einen zweieinhalb Meter hohen Zaun einfach darüber gesprungen. Dann sprang sie weiter durch den Wildpark über verschiedene Zäune“, so Imke Heyter. Etwa zwei Stunden war Olga im Wildparkgelände unterwegs, bevor sie endgültig den letzten Zaun überwand und ihr Heil in der Flucht suchte. Ein Schauspiel, welches die Wildtier-Expertin so in ihrer langen Berufszeit noch nicht erlebt hat.

Elch in Schorfheide: „So ein Tier wird eigentlich nicht vermittelt“

Sämtliche Betäubungsversuche schlugen fehl. Das Leben in Gehegen war für Olga nichts Ungewöhnliches. „Also wenn ich ein Tier aus einem Tierpark bekomme oder die Information bekomme, die ist ein Gehege gewöhnt, dann heißt das nicht, dass das Tier aus dem Stand einfach mal über alle Zäune hüpft“, wunderte sich Imke Heyter über die Verhaltensweise des Tiers aus Dänemark. „So ein Tier wird eigentlich unter Kollegen auch nicht vermittelt.“

Imke Heyter sieht insofern keine Gefahr für Einwohner, als die Elchkuh eher Scheu vor Menschen habe. Trotzdem habe sie eine große Angst, dass Olga jetzt vor ein Auto läuft und dass Menschen etwas passieren könnte.

Entlaufener Elch auf Straße in Schorfheide gesehen

Nicht nur für Olga, auch für die Leiterin des Wildparks war es ein stressiger Tag. Mehr als 80 Telefonate habe sie geführt. „Wir haben sofort, noch bevor der Elch auf der Straße stand, alle Stellen benachrichtigt. Ich habe den Amtstierarzt benachrichtigt, ich habe die Polizei benachrichtigt.“ Es kam auch zu mehreren Sichtungen des Elchs auf der Straße.

Imke Heyter hat nur geringe Hoffnung, dass Elchkuh Olga wieder in den Wildpark zurückkommt. „Ich glaube nicht, dass wir große Chancen haben, sie wieder einzufangen. Sie kennt den Platz ja nicht.“

Umgang mit Elch wird in den nächsten Tagen besprochen

In den nächsten Tagen soll mit entscheidenden Stellen besprochen werden, wie mit der Situation umgegangen wird. Soll Olga laufen gelassen werden, soll es Versuche geben, sie wieder einzufangen – das sind die Fragen, die sich Imke Heyter am Abend dieses ereignisreichen Tages gestellt haben.

Olga werde schon irgendwie durchkommen, ist sich die Wildtier-Fachfrau sicher. Elche sind Pflanzenfresser. Frische Triebe, Blätter, Kräuterpflanzen und im kargen Winter auch Baumrinden, Zweige und Sträucher gehören zu ihrer Speisekarte. Die Unterschiede zwischen Schweden, Dänemark und der Schorfheide dürften marginal sein.

Elchbeobachtung beim Landesbetrieb Forst in Eberswalde

● Auf der Webseite des Landesbetriebs Forst gibt es Formular zum Download, mit dem Elchbeobachtungen erfasst werden.                                                                                                        ● Es wird unter anderem nach Ort der Beobachtung gefragt und ob beispielsweise eine Fährte gesehen wurde.

Immer wieder kommt es in Brandenburg zu Elch-Sichtungen. Diese können an das Landeskompetenzzentrum Forst mit Sitz in Eberswalde gemeldet werden. Hier werden alle Elch-Sichtungen für den Elch-Management-Plan des Landes Brandenburg gesammelt.