Energieversorgung
: Edis baut neuen Schalter für den Strom

Netzbetreiber Edis hat in Groß Schönebeck eine neue Schaltzentrale aufgebaut. Sie versorgt die Dörfer im Südwesten des Barnims künftig mit Strom.
Von
Susan Hasse
Groß Schönebeck
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Strom drin: Das 36 Tonnen-schwere Fertighäuschen wurde am Donnerstag in den Morgenstunden an die richtige Stelle in der Mühlenstraße in Groß Schönebeck gehievt. In dieser Schaltstation wird künftig Strom in brauchbare 230-Volt umgewandelt und versorgt die umliegenden Haushalte.

susan hasse

Mit 20.000 Volt jagt der Strom im Barnim durch die Netze. Um letztlich alle Haushalte zuverlässig mit Strom zu versorgen, ist ein komplexes Stromnetz mit Umspannwerken, Schaltstationen und Trafos notwendig. Im Barnim ist der Konzern E–dis Netzbetreiber, das heißt, das Unternehmen ist für das Leitungsnetz verantwortlich, egal in wessen Namen letztlich der Strom hindurchfließt und verbraucht wird.

In Groß Schönebeck wurde am Donnerstag nun von E–dis eine neue Schaltstation aufgebaut. Die Station bildet den Netzknotenpunkt zwischen Liebenwalde, Groß Schönebeck, Klandorf und Joachimsthal. Hier kommen also Leitungen aus verschiedenen Richtungen zusammen. Das Stromnetz kann man sich am besten als engmaschiges Spinnennetz vorstellen, bei dem es dicke und dünne Fäden sowie Knoten gibt. Das Stromnetz wird als sogenanntes Ringnetz betrieben. Der Strom kommt nicht nur aus einer Richtung, sondern von mehreren Seiten. Das hat den Vorteil, wenn an einer Stelle eine Störung vorliegt, kann der Strom von der anderen Seite des Rings kommen.

36 Tonnen in der Luft

Die neue Schaltstation Groß Schönebeck ist auf modernstem Stand und kann von der Zentrale in Bentwisch ferngesteuert werden. Noch bevor Techniker vor Ort sind, können die Experten am Monitor künftig Fehler eingrenzen. „Die alte Station hat ihre Dienste erfüllt“, so Peter Klein, Leiter Verteilnetze in der Region Uckermark und Barnim. Stolze 38 Jahre war sie in Betrieb und versorgte Groß Schönebeck mit Strom. Mithilfe eines riesigen Krans wurde die 36 Tonnen schwere Schaltstation an ihren Standort in der Mühlenstraße gehievt. Zentimetergenau manövrierte der Kranführer den Container an die richtige Position. Früher wurden die Schaltstationen vor Ort mit Betonteilen zusammengebaut und die Elektrotechnik verbaut. Heute werden praktische Fertigbauten verwendet. Die Station kommt fix und fertig vom Speziallieferanten aus Wittenberge, der die filigrane Elektrotechnik verbaut hat. Neben der Funktion als Netzknotenpunkt ist das neue Häuschen auch Trafo–Station. Technisch gesehen wird dort die Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung von 230 Volt umgewandelt. Während in den alten begehbaren Stationen stromleitende Teile noch ungeschützt waren, ist heute alles isoliert und verdeckt.

Die Baugenehmigung für die Station hatte E–dis schon vor Monaten bei der Behörde eingereicht. Eine ganze Reihe von Auflagen sind dafür zu erfüllen und Nachweise zu erbringen. Bis die Genehmigung durch ist, vergehen Monate. Mit dem Eigentümer der Fläche ist zudem im Vorfeld eine Dienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen worden.

In die Netzmodernisierung steckt  E–dis jährlich viel Geld: Nur wenn das Stromnetz auf dem neusten Stand ist, kann das Ausfallrisiko bei der Stromversorgung minimiert werden, erklärt Klein. Ans Stromnetz geht die Station in rund vier Wochen, es müssen nun noch die Kabel von der alten Station in die neue verlegt werden. Zudem sind einige Tests erforderlich bis der Strom endlich fließen kann.