Kurz und schmerzlos ging das Ganze über die Bühne. Immerhin 63,8 Millionen Euro umfasst der Zuschlag für die Entsorgung von Restabfällen für den Landkreis Barnim. Dem voraus war eine große Ausschreibung in sechs Losen gegangen. Unberührt von der nun gefällten Entscheidung sollen die Leistungen der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft mbH (BDG) bleiben.

Entsorger für Krankenhausabfälle fehlt

Ab 1. Januar 2022 greift die Entscheidung des Kreisausschusses, die der Beseitigung von Abfällen dient. Der Landkreis ist laut Kreislaufwirtschaftsgesetz dazu verpflichtet, sich um eine reibungslose Entsorgung zu kümmern. Ausgeschrieben waren die Entsorgung von Sperrmüll, von sonstigen Abfällen und Krankenhausabfällen. Für letztere Kategorie konnte bisher kein Entsorger gefunden werden, hieß es im jüngsten Kreisausschuss.

Ausschreibung muss in einem Fall wiederholt werden

Die Recon-T GmbH Schwedt wird künftig das Beseitigen von Sperrmüll und Restabfällen für die Barnimer übernehmen. Die Firma EEW energy from Waste GmbH mit Sitz in Helmstedt hatte sich ebenfalls beworben und konnte zwei Lose für sich entscheiden. Das Verwerten oder Verbrennen von Abfällen aus den Krankenhäusern der Region muss neu ausgeschrieben werden, betonte der Leiter des Kreis-Umweltamtes Ronny Baaske.

Zweitangebote eingeholt und für Barnimer Ziele angepasst

Insgesamt gingen fünf Anträge im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbes ein, den der Landkreis initiiert hatte. Die Laufzeit von immerhin 13 Jahren ließ sich daraufhin wohl nicht bei allen Bietern wirtschaftlich darstellen. Für die Entsorgung der Krankenhausabfälle ging gar kein Angebot ein, so Baaske. Nach den Gesprächen, hieß es im Kreisausschuss in Eberswalde, sei ein wertungsfähiges verbessertes Zweitangebot eingeholt worden. In der Rangliste lagen die Schwedter und Helmstedter Firma dann vorn.

Starker Partner aus Schwedt gefunden

Aktuell ist Remondis Brandenburg GmbH die Partnerfirma in Sachen gelbe Säcke und Restmüll. Die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft sammelt den Hausmüll ein und ist für die Sortierung von Sperrmüll, Altpapier und Biomasse verantwortlich. Teilweise werden diese Wertstoffe dem Kreislauf wieder zugeführt. Für die übrig bleibenden Restabfälle aber muss gesondert eine Entsorgung her. In der Schwedter Recon-T GmbH ist ein starker Partner aus der Region gefunden worden. Der Betrieb stellt Ersatzbrennstoffe her, beliefert Kraftwerke, sorgt für Asche- und Schlacke-Verwertungen aus Kraftwerken und übernimmt auch den Transport der Abfallprodukte.

Barnimer Dienstleistungsgesellschaft sammelt weiter ein

Das Einsammeln und Transportieren von Abfällen aus privaten Haushalten und anderen Herkunftsbereichen im Kreis soll weiter bei der Kreiswerke-Tochter BDG verbleiben, die auch die Wertstoff- und Recyclinghöfe betreibt. Nach dem Ausschreiben der Leistung, informierte die Kreisverwaltung Barnim, wurde auf das Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb zurückgegriffen, um so Angebote zu bekommen, die sich wirtschaftlich rechnen. Der Kreistag, der am 10. März tagt, beschließt dazu nicht mehr. Allerdings wird das Einführen der gelben Tonne, das von einigen Barnimern durchaus kritisch gesehen wird, auf der Tagesordnung stehen.