Eröffnung
: Warten im virtuellen Wald

Was in der Ausstellung im Groß Schönebecker Naturerlebnisbahnhof neu ist, wurde zur Eröffnung am Dienstag präsentiert.
Von
Marco Marschall
Groß Schönebeck
Jetzt in der App anhören
  • Neuheit Nummer 1: Der neue Flachbildschirm im Bahnhof ermöglicht eine Reise in die digital aufbereiteten Biotope Wald, Wiese und Sumpf. Besucher navigieren sich per Computermaus durch die Natur. Marc Thiele von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und Walentina Tausch von der Naturwacht nehmen den Rothirsch unter die Lupe.

    Neuheit Nummer 1: Der neue Flachbildschirm im Bahnhof ermöglicht eine Reise in die digital aufbereiteten Biotope Wald, Wiese und Sumpf. Besucher navigieren sich per Computermaus durch die Natur. Marc Thiele von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und Walentina Tausch von der Naturwacht nehmen den Rothirsch unter die Lupe.

    Thomas Burckhardt
  • Neuheit Nummer 2: Tourismuskoordinatorin Anke Bielig und Architekt Sebastian Hanslik unter einem neuen Themenbaum, an dessen Blättern Ausflugstipps in der Schorfheide nachzulesen sind.

    Neuheit Nummer 2: Tourismuskoordinatorin Anke Bielig und Architekt Sebastian Hanslik unter einem neuen Themenbaum, an dessen Blättern Ausflugstipps in der Schorfheide nachzulesen sind.

    Thomas Burckhardt
1 / 2

Die schlechte Nachricht: die Reise in die Natur per Virtual–Reality–Brille war im Naturerlebnisbahnhof von Groß Schönebeck nur zur Ausstellungseröffnung am Dienstag möglich. Vorerst. Denn nachgedacht wird über die Anschaffung der Technik tatsächlich. „Wenn wir es permanent anbieten wollen, geht es auch um Hygiene und Diebstahlschutz“, sagt Marc Thiele von der Stiftung Naturschutzfonds. Bisher ist die Ausstellung unbetreut. Jeder, der auf den Zug wartet, erkundet Fotos und Infotafeln allein. Außerdem würde eine Brille kaum reichen, kämen ganze Schulklassen zu Besuch.

Die Gute Nachricht: alles, was man durch die Brille sieht, lässt sich auch an einem Flatscreen per Computermaus erkunden. Auf diese Weise können gleich mehrere am virtuellen Naturerlebnis im Groß Schönebecker Bahnhof teilhaben, Wald, Wiese und Sumpf erkunden. Rund 8000 Euro hat die Gemeinde Schorfheide für die Erweiterung der Dauerausstellung bereitgestellt. 2000 Euro investierte die Naturwacht in die Technik.

Auch die Ausstellungstafeln, die seit jeher als kantige Themenbäume daherkommen, wurden zum Teil durch neue Fotos und Informationen ergänzt. Schaut der Besucher nach oben, sieht er gewaltige Baumblätter, auf denen Ausflugstipps nachzulesen sind.

Vor acht Jahren vom Berliner Architekten Sebastian Hanslik entwickelt, hat sich am Konzept der Schau im Grunde nichts geändert. Es ist seitdem die erste Auffrischung. Die Ausstellung basiert auf einem deutsch–polnischen Projekt zur Revitalisierung und Umnutzung der Bahnhöfe in Groß Schönebeck und Drawsko Pomorskie. Im Ergebnis lernen die wartenden Besucher seit jeher mehr über die tierischen Bewohner der Region und nun auch über die Arbeit der Ranger. Die Natur– und Tierbilder hat der in Groß Dölln lebende Künstler und Hobby–Ornithologe Siegfried Haase beigesteuert.

Wasserflaschen nachfüllbar

Zu sehen ist alles montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr. In dieser Zeit besteht im Bahnhof auch die Möglichkeit für Ausflügler, die Wasserflaschen kostenlos aufzufüllen. Das Gebäude am Gleis ist offiziell zur Refill–Station erklärt. Angebote, die vor allem Radtouristen, die mit der Heidekrautbahn anreisen, rege nutzen dürften. Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht verwies zur Eröffnung erneut auf die positive Entwicklung der Tourismuszahlen. „Hoffentlich bleiben sie in der VR–Geschichte nicht hängen, sondern gehen auch richtig raus“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Johannes Müller, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Naturwacht, und sein Kollege Marc Thiele sehen die Ausstellung eher als Vorbereitung auf das Erlebnis in der realen Natur. Kindern wie Erwachsenen wird gezeigt, was sie im jeweiligen Biotop erwartet. Virtuell wurden 49 Tier– und Pflanzenarten ins System gespeist.