Frühjahrsputz: Im Barnim patrouillieren jetzt Müll-Sheriffs
Aktuell unterstützen die Mitarbeiter der Wertstoffhöfe, die geschlossen haben, die Müllstreife im Landkreis Barnim. Dabei gibt es noch genügend zu tun. Allerdings, auch das ist zu beobachten, so Mehnert, werden die Ablagerungen an den bekannten Stellen unweit der Autobahnen im Niederbarnim zwischen Ahrensfelde, Seefeld und Schwanebeck aktuell weniger. Zuletzt waren tonnenweise Asbest und Baumaterialien – unter anderem auch unweit der Anschlussstelle Finowfurt – aufgefunden worden.
Sperrmüll wird abgeholt
Das ist ein Problem, dass sich die Landkreise entlang der Autobahnen teilen. So verzeichnete der Landkreis Oder-Spree im vergangenen Jahr 259 Tonnen, Märkisch-Oderland 85 Tonnen. Der Landkreis Barnim jedoch lag mit 619 Tonnen Ablagerungen an verschiedenen Standorten an der Negativ-Spitze. Schon deshalb hat der Landkreis seit 2017 die Müllstreife ins Leben gerufen. Ein privates Sicherheitsunternehmen ist, unterstützt von der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft, unterwegs. Zum einen agieren die Trupps präventiv und als Abschreckung. Andererseits sollen die Verursacher möglichst auf frischer Tat ertappt werden, was sehr selten gelingt. Dennoch werden die Ablagerungen durchforstet nach Absendermaterial, das sich eindeutig zuordnen lässt. Wer Abrissarbeiten in Auftrag gibt, steht in der Pflicht für den Nachweis der Entsorgung, mahnt auch Mehnert.
Eine Hotline ist unter der Rufnummer 03334 5262066 geschaltet. Nacht für Nacht begibt sich eine Müllstreife auf die Straßen, um mit Nachtsichtgerät, Body-Cam und einigem Geschick Müllsünder dingfest zu machen. Allein 42 Bußgelder hat das Bodenschutzamt des Kreises im vergangenen Jahr verhängt. Hier konnte der Nachweis gelingen.
Aktuell haben viele Leute mehr Zeit als sonst. Sie beginnen mit dem Frühjahrsputz, beräumen Keller und Nebengelasse. Das Problem: Die Wertstoffhöfe haben bis auf die Gewerbeannahme in Bernau und Eberswalde dicht. „Wir haben das entsprechend kommuniziert, vom Unternehmerverband bis zum Barnimer Mittelstandshaus wurden alle Gewerbetreibenden informiert, dass nur für sie offen ist“, so der Chef von inzwischen 150 Mitarbeitern, die in verschiedenen Firmen verteilt zu den Kreiswerken Barnim gehören. Die Wirtschaft müsse weiter am Laufen bleiben, stellt er klar.
Zuletzt wurden in Ladeburg wieder Abfallberge festgestellt, auch an den Höfen wird so manche Couch abgestellt. „Bisher sind die Barnimer aber recht diszipliniert“, so der Geschäftsführer. Termingerecht soll nun auch die Straßensperrmüllsammlung in Barnimer Wohngebieten und Dörfern beginnen. Termine werden über die Internetseite außerdem vergeben, falls ein Umzug ansteht oder neue Möbel ins Haus geliefert werden.
Berliner Höfe sind kostenfrei
Aktuell stehen 25 Fahrer bereit, um auf Kundenwünsche zu reagieren. Untereinander helfe man sich im Moment außerdem, weil einige Mitarbeiter Kinder betreuen müssten. Auch über Kurzarbeit denkt der Chef nach. Aber zurzeit habe der Betrieb genügend Arbeit.
Kritisch sehen viele Kunden die gestiegenen Müllgebühren im Landkreis, die auch die Entsorgung von Sperrmüll betreffen. Auch kompostierbare Gartenabfälle sind von der Erhöhung betroffen. Illegale Ablagerungen könnten so zunehmen, fürchten Kritiker.
Allerdings, so konstatierte der Landkreis zuletzt, sei sieben Jahre lang keine Gebührenerhöhung im Barnim vorgenommen worden. Die Entsorgungskosten, aber auch Lohnkosten und Betriebskosten hingegen seien um ein Mehrfaches angewachsen. Deshalb habe der Landkreis gegensteuern müssen, hieß es zuletzt. Allerdings nehmen die Recyclinghöfe in Berlin, die auch weiterhin geöffnet haben, Strauchschnitt und Altmöbel sowie Holz oder Farbreste beispielsweise weiterhin kostenfrei ab. Das ist für viele Barnimer einfach nicht nachvollziehbar.

