Fusion: Fusion von Eberswalde und Finow jährt sich 2020 zum 50. Mal

Zeitreise zum Jubiläum: Susanne Neumann, Inhaberin der Gutenberg-Buchhandlung, präsentiert den Kalender "Jahrhundert-Sprünge", den der Unternehmer und Kommunalpolitiker Dietmar Ortel für 2020 herausgebracht hat.
Sven Klamann/MOZDer Unternehmer und Kommunalpolitiker Dietmar Ortel brennt für die Lokal– und Regionalgeschichte. Und kann für sich verbuchen, mit dem von ihm für 2020 herausgegebenen Kalender „Jahrhundert–Sprünge“ der Vorreiter aller noch folgenden Würdigungen des Zusammenschlusses der beiden bis dahin eigenständigen Städte zu sein, der 1970 vom Eberswalder Kreistag beschlossen und im März desselben Jahres vollzogen worden war. Der Jubiläumskalender ermöglicht einen Vergleich der zwischen 1906 und 1918 entstandenen, aus Archiven besorgten historischen mit den aktuellen Aufnahmen, die vom freischaffenden Fotografen Torsten Stapel stammen.
Gezeigt werden architektonische Blickfänge aus beiden heutigen Stadtteilen. "Mir ist es wichtig, dass wir das bevorstehende Jubiläum auf Augenhöhe begehen — mit und für die Eberswalder und die Finower“, sagt Dietmar Ortel. Dies sei auch die Grundintention des Kalenders gewesen, von dessen erster Auflage 250 Exemplare gedruckt wurden.
Auf Erlass des Staatsrates
Dass die meisten Einwohner beider Städte vor bald 50 Jahren über den Kreistagsbeschluss zur Fusion alles andere als begeistert gewesen sein dürften, versteht sich beinahe von selbst. Dem Verlust der kommunalen Eigenständigkeit, zu dem kein Eberswalder und kein Finower vorab nach ihrer Meinung gefragt wurden, war 1963 ein Erlass des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik vorausgegangen, mit dem die territoriale Gliederung gefestigt werden sollte. Zunächst trug die Doppelstadt einen Doppelnamen: Eberswalde–Finow. 1993 verschwand auch noch der Zusatz Finow aus der Ortsbezeichnung.
Beinahe 50 Jahre später wird Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski wohl dennoch überwiegend auf Zustimmung stoßen, wenn er feststellt, dass seine persönliche Meinung zur damaligen Vereinigung positiv sei. „Ich glaube, gemeinsam ist man viel stärker und erfolgreicher“, betont das Stadtoberhaupt. Weder Eberswalde noch Finow hätten sich allein so gut entwickeln können, wie es die gesamte Stadt in den vergangenen Jahren getan habe. „Die Bedeutung der Stadt Eberswalde im Land Brandenburg beruht zu einem großen Teil auch auf dem Engagement der einzelnen Stadtteile“, hebt Friedhelm Boginski hervor. Zwar gebe es im Rathaus noch kein fertiges Konzept, aber eine ganze Menge Ideen, wie sich das Jubiläum würdigen lasse. So werde es am 20. März die Auftaktveranstaltung im Museum geben, bei der ein 1990 entstandener Film über Eberswalde und Finow zu sehen sei. In der Mitte des Jahres würden beide Stadtteile in die Festlichkeiten zu 400 Jahren Finowkanal einbezogen. Für August seien mehrere Angebote rund um den Kulturbahnhof geplant.
Zuschuss beantragt
„Der Höhepunkt der städtischen Feiern zum 50. Jahrestag der Fusion ist dann am 3. Oktober zu erwarten“, kündigt der Bürgermeister an. Am Tag der deutschen Einheit werde im Familiengarten ein großes Familienfest gefeiert, teilt das Stadtoberhaupt mit, das darauf hinweist, dass überdies die stadteigene Wohnungsbau– und Hauswaltungs–Gesellschaft und der Stadtteilverein Finow mit eigenen Angeboten zum Jubiläumsreigen beitragen wollen.
„Wir würden gern am zweiten Juli–Wochenende ein dreitägiges Sommerfest feiern, bei dem Jugendliche, Familien und Senioren voll auf ihre Kosten kommen“, verrät Viktor Jede, der dem Stadtteilverein Finow vorsteht. Und hofft, dass der Ausschuss für Kultur, Soziales und Integration auf seiner Februar–Sitzung den Zuschuss dafür bewilligt.
Kalender „Jahrhundert–Sprünge“, erhältlich im Buchhandel, 20,20 Euro
