Fußball: Brandenburgliga startet wieder durch

Derby-Auftakt: Das Hinspiel gewann Union Klosterfelde (hier rechts Jerome Ehweiner im Duell mit Max Gerhard) gegen Einheit Bernau mit 2:1.
Matthias HaackWenngleich es draußen nicht immer so kuschlig gewesen sei, bezeichnete Trainer Steffen Borkowski die Bedingungen während der Vorbereitung als „absolut okay“. Er glaube, dass es auch bei anderen Teams nicht immer so einfach gewesen sei, „die Beteiligung im Training so herzustellen, wie man es sich als Trainer wünscht“. In das Auftaktspiel gehe er mit einem guten Gefühl. „Die letzten zwei Wochen waren sehr vernünftig. Ich bin guten Mutes.“ Auch, weil mit Patryk Radowslaw Lukaszewicz ein vielseitiger Spieler verpflichtet wurde. „Er kann überall spielen. Wir haben dadurch eine Variable mehr.“ Der Kader (in dem die verletzten Al–Areed, Heilmann, Mistra fehlen) sei ganz ordentlich. „Wir wollen uns weiter in der Spitzengruppe behaupten.“ Zum Auftakt gehe es gegen einen unangenehmen Gegner. „Die haben Granaten in der Offensive, die uns Kopfzerbrechen bereiten können.“
Drei der vier Niederlagen von Einheit Bernau stammen aus den ersten drei Saisonspielen. Seither gab es fünf Siege und sechs Unentschieden.
„Wir wollen weiter wegkommen von den Abstiegsrängen“, sagt Trainer Nico Thomaschewski und verweist noch einmal auf die eigentliche Zielvorgabe. „Von vielen war belächelt worden, dass wir ausgegeben hatten, auf keinen Fall absteigen zu wollen. Unser Aderlass war aber im Sommer sehr groß.“ Auch jetzt, zum Start der Rückrunde gegen Klosterfelde, sieht die personelle Situation alles andere als optimal aus. Die Vorbereitung sei nicht gut gewesen. Einige Spieler seien verletzt oder angeschlagen. „Wir werden trotzdem eine gute Mannschaft mit Wechslern zusammenbekommen“, sagt Thomaschewski, der genau wie seine Jungs der zweiten Saisonhälfte entgegenfiebert. „Fußball ist zwar ein Ergebnis–sport. Dennoch wollen wir das Spiel nicht zerstören. Wichtig wird es für uns gegen Klosterfelde sein, dass wir bei allem Ballbesitz nicht in Konter hineinlaufen.“
Zehn Niederlagen musste der FSV Bernau in der ersten Saisonhälfte hinnehmen. Dem gegenüber stehen lediglich zwei Siege und drei Unentschieden.
„Favorit sind wir am Freitag in Neuruppin mit Sicherheit nicht.“ Bernaus Trainer Matthias Schönknecht versucht mit seinem Team „locker in dieses Auswärtsspiel“ zu gehen. „Aber mit Obacht“, sagt er. "Ins offene Messer wollen wir nicht laufen. Wir hoffen, dass wir mit einem guten Gefühl nach Hause fahren werden.“ Genau dieses sei enorm wichtig für den weiteren Verlauf der Saison. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, sind aber positiv angespannt.“ Der Tabellenvorletzte hofft auf einen ordentlichen Start und einen Extraschub, den es dann geben könnte. Möglicherweise hätten die kommenden Gegner den FSV aufgrund der tabellarischen Situation nicht auf dem Zettel. Mit der Vorbereitung seiner Mannschaft ist Bernaus Trainer zufrieden. Er habe bewusst mehr Spiele als sonst angesetzt. „Gerade gegen starke Teams haben wir dann auch ordentliche Ergebnisse eingefahren und taktisch gut agiert.“
Der FV Preussen Eberswalde hat bereits 16 Spiele auf dem Konto. Aus diesen ging er, bei einem Remis, sieben Mal als Sieger hervor.
Am vergangenen Sonnabend waren die Preussen bereits bei Grün–Weiß Lübben im Einsatz. Aufgrund der dortigen 1:2–Niederlage und der anstehenden schwierigen Aufgabe in Eisenhüttenstadt, sagt Eberswaldes Trainer Frank Schwager, „dass wir zusehen müssen. Wir hatten wegen Urlaub, Krankheiten und Verletzungen einiger Spieler keine optimale Vorbereitung. Ich will überhaupt nicht jammern, aber jetzt zu sagen, dass wir ins Auswärtsspiel gehen und gewinnen, wäre größenwahnsinnig.“ Eisenhüttenstadt liegt den Preussen nicht. Im Hinrunden–Duell musste sich der FV auf eigenem Platz mit 1:2 geschlagen geben. „Das ist eine starke Mannschaft“, sagt Frank Schwager. "Wenn wir den Kampf dort annehmen, werden wir auch gut ins Spiel kommen. Falls das nicht der Fall sein sollte, wird es sicher schwer.“ Generell sei es aber die Zielsetzung, aus jeder Begegnung etwas mitzunehmen.
Mit 15 Punkten — vier Siege, drei Unentschieden — belegt Union Klosterfelde derzeit Platz 12. Fünf Zähler gehen auf das Auswärtskonto.
Für Trainer Gerd Pröger und sein Team hätte die Vorbereitung durchaus länger andauern können. Die vergangenen Wochen seien von Verletzungen und Krankheiten gekennzeichnet gewesen. „Der Fitnesszustand ist bei den Jungs deshalb sehr unterschiedlich“, sagt Klosterfeldes Coach. „Einige Spieler sind erst in der letzten Woche dazugestoßen. Eigentlich war es eine Seuchenvorbereitung. Wir mussten viel improvisieren und konnten wenig taktische Dinge trainieren.“ Mit Lukas Bianchini hat Union den eigenen Toptorschützen (sieben Treffer) an den OFC Eintracht verloren. Ihn soll Chinonso Solomon Okoro in der Offensive ersetzen. Doch auch der Neuzugang von TeBe hat eine eher holprige Vorbereitung hinter sich. „Wir hoffen, dass wir zum Start bei Einheit Bernau ein Spiel auf Augenhöhe hinbekommen. Unser Gegner zählt zu den spielstärksten Teams der Liga“, so Pröger.
Der Oranienburger FC Eintracht gewann fünf Spiele und holte vier Remis. Mit 19 Punkten steht das Team bei 21:23 Toren auf Rang 11.
„Mit der Vorbereitung kann man zufrieden sein, wenn sie auch nicht optimal war“, sagt Trainer Enis Djerlek. Ziel sei gewesen, den Turnus so zu gestalten, dass die Mannschaft von der Substanz her in die Lage versetzt wird, die Distanz in der anspruchsvollen Liga zu überstehen. Das 3:1 gegen Oberligist BSC Süd könne ebenso nicht überbewertet werden wie das 1:9 gegen Tennis Borussia. Wichtig sei, dass die Mannschaft erste Schritte machte, um sich zu finden. Mit Kevin Czasch, Sanel Begzadic und Christopher Schulze ("Einer der Besten, den ich je trainieren durfte") verließen drei wertvolle Spieler den Verein. „Die Gründe waren privater Natur und sind zu akzeptieren.“ Mit Lukas Bianchini kam ein Stürmer, „der Qualität und Input bringen kann“. „Wir haben eine Mannschaft, die so schnell wie möglich die Punkte holen sollte, um sich aus der Gefahrenzone zu verabschieden.“
In 15 Spielen leistete sich der TuS Sachsenhausen nur zwei Niederlagen bei sechs Unentschieden, stellte als Vierter mit 18 Gegentoren die zweitbeste Abwehr.
Die Vorbereitung begann mit drei Endspielteilnahmen während der Hallensaison. „Das wichtigste Turnier haben wir gewonnen“, erinnert Trainer Torsten Thiel an das Masters. Danach gab es sechs Testspiele, „mit viel Licht, aber auch Schatten“. Gegen klassenhöhere Gegner wie Luckenwalde (2:1) habe die Mannschaft überdurchschnittliche Leistungen gezeigt und demonstriert, wozu sie in der Lage ist. Gegen die Kleinen wurde hingegen wie beim 1:3 in Birkenwerder „nicht die Mentalität an den Tag gelegt, die man zeigen muss, um zu bestehen“. Nach seinen ersten sechs Wochen beim TuS weiß Thiel, wer Stärken auf welcher Position hat. Das System mit defensiver Viererkette und zwei „Sechsern“ sei ordentlich umgesetzt worden. „Wir haben ein ganz schweres Auftaktprogramm mit Werder, Neuruppin und Altlüdersdorf vor uns. Da wird man sehen, wo wir stehen.“ Ziel sei es, unter den ersten Fünf zu bleiben.