Fußball: Strafsache Schiedsrichtersoll
1. SV Oberkrämer
Kreisoberliga
drei Punkte Abzug
- im zweiten Jahr Nichterfüllung
- es fehlt ein Schiedsrichter
- 400 Euro Strafe
Dirk Ostendorf wíll das Thema „gar nicht groß kommentieren“. Der Grund: Sein Verein hat bereits Widerspruch eingelegt. Das Urteil sei ein harter Schlag. „Wir haben uns sehr um neue Schiedsrichter bemüht und gerade erst einen neuen Referee ins Rennen geschickt“, sagt der Vorsitzende. Das Modell mit dem für die Vereine zu erfüllenden Soll will Ostendorf dabei aber überhaupt nicht infrage stellen. „Ich kann das nachvollziehen. Wir haben uns diesen Sport ausgesucht und brauchen dafür Unparteiische.“ Die Schiedsrichtergewinnung sei aber nicht einfach, genau wie qualifizierte Trainer und auch Spieler zu finden.
SV Friedrichsthal
Kreisoberliga
sechs Punkte Abzug
- im fünften Jahr Nichterfüllung
- es fehlt ein Schiedsrichter
- 700 Euro Strafe
Vereins–Chef Thomas Wilde kannte das Urteil am Mittwoch noch nicht. Vier Schiedsrichter sollten es eigentlich sein und die Bemühungen des Vereins sind groß, Personen für dieses Amt zu gewinnen. „Es will aber einfach keiner pfeifen, und ich kann niemanden dazu zwingen“, sagt Wilde. Er wolle sich nun erst einmal mit dem auseinandersetzen, was das Sportgericht seinem Verein mitgeteilt hat und dann sehen, wie der SVF damit umgeht.
Sollte Friedrichsthal auch im kommenden Jahr das Soll nicht einhalten können, könnte es noch dramatischer für die erste Männer–Mannschaft werden. Dann stünde sogar eine Herabstufung aus der Kreisoberliga im Raum.
SV Fürstenberg
Kreisliga West
drei Punkte Abzug
- im zweiten Jahr Nichterfüllung
- es fehlen zwei Schiedsrichter
- 600 Euro Strafe
Stefan Kirchberg ist beim SVF Präsident, Spieler und Schiedsrichter in einer Person. „Zudem arbeite ich noch im Schichtsystem“, sagt er. In der vergangenen Saison leitete Kirchberg vier Spiele — zu wenig für den Fußballkreis um als vollwertiger Schiedsrichter zu gelten. Aktuell fehlen den Fürstenbergern sogar zwei, um straffrei davonzukommen. „Wir können uns aber keine neuen backen“, sagt der Präsident. „Diesen Job will einfach leider niemand machen. Das wird auch durch mehr Strafen für die Vereine nicht besser. Punktabzüge ändern doch überhaupt nichts, außer, dass die Saison verfälscht wird.“
belafarm Beetz–Sommerfeld
2. Kreisklasse West
sechs Punkte Abzug
- im fünften Jahr Nichterfüllung
- es fehlt ein Schiedsrichter
- 500 Euro Strafe
Die Beetzer müssten eigentlich nur einen Unparteiischen stellen, doch auch das glückte zuletzt wiederholt nicht. In der neuen Saison wird allerdings Birk Guido Stargard für die Beetzer amtieren, weshalb der Verein im kommenden Jahr ohne eine Strafe ausgehen könnte. „Wir sind auch dran, noch zwei weitere Schiedsrichter zu gewinnen und sie ausbilden zu lassen“, sagt Marcus Gansewig, Vorsitzender des Klubs. Die Geldstrafe tue weh, ergänzt er. Viel schwieriger sei es jedoch, den Punktabzug im eigenen Verein zu kommunizieren. „Wir sind froh, dass wir ein Männerteam haben. Für die Jungs ist es aber sehr demotivierend mit sechs Zählern Abzug in die Saison zu starten.“ Gansewig hofft, dass der Verband schon bald Ideen zusammenträgt, die mehr Anreize schaffen, im Schiedsrichterwesen tätig zu werden.
So geht es nicht
Die genannten vier Vereine sind die, welche mit Punktabzügen bestraft wurden. Weitere Fußballklubs aus dem Kreis Oberhavel/Barnim wurden zudem mit Geldstrafen belegt. Das betrifft auch einige Barnimer Vereine, wie der Vorsitzende des Fußballkreises, Michael Reichert mitteilt. "Wenn ein Verein ein Jahr nicht die erforderliche Anzahl Schiedsrichter stellen kann, dann ahnden wir das in der Regel mit einer Geldstrafe. Wenn es jedoch wiederholt vorkommt, dann müssen wir den Vereinen klarmachen, dass es so nicht geht.“