Gemeinderat
: Niederfinow stellt Beschlüsse zurück

So ganz sicher war sich Gemeinde bei ihren Plänen zur Friedhofumgestaltung und Erneuerung der Schulstraße dann doch nicht. Beide Beschlüsse wurden vertagt.
Von
Julia Lehmann
Niederfinow
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Stein des Anstoßes: Dass Blumengestecke vom Urnengrabfeld an diese Hecke gewandert sind, hatte Trauernde verärgert und die Gemeinde zum Handeln animiert.

Sören Tetzlaff

Das war wohl nichts. Weder zur Erneuerung der Schulstraße noch zur Umgestaltung des Friedhofs konnte der Gemeinderat am Donnerstagabend ja sagen. Beides wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Dem Kulturkreis hat das Gremium allerdings Gelder zugesagt.

3700 Euro hat der Verein Kulturkreis bei der Gemeinde angefragt. Das Geld soll zur Ausrichtung von Schleusenfest am 4. Mai und Herbstfest am 8. November dienen. Beide Veranstaltungen finden in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Zwar hatte Niederfinows Bürgermeister, Günther Gollner, Bedenken geäußert, dass die Gemeinde laut des Beschlussvorschlags als Veranstalter auftritt und somit auch haftet. Sein Antrag, diesen Passus aus dem Beschluss zu entfernen, scheiterte an der Gegenwehr der anderen Gemeindevertreter. Immerhin, die Finanzierung der Feste läuft über den Gemeindehaushalt, der allerdings noch nicht beschlossen worden ist.

Keine Einigung gab es in Bezug auf die Sanierung der Schulstraße. Einzelne Bereiche sollten geebnet werden, heißt es im Beschluss. Günther Gollner hatte sogleich vorgeschlagen, den Beschluss zu verschieben. Da der Haushalt für das 26 Tage alte Jahr noch nicht beschlossen worden ist, fehlt der Gemeinde die Übersicht über die eigenen finanziellen Mittel. Gollner wolle erst mit Kämmerin Astrid Gohlke eine Priorisierung aller Vorhaben der Gemeinde anfertigen, wenn der Haushaltsplan steht.

Und auch Thomas Siebke musste schlucken, als er die Summe sah, die die Verwaltung für die Straßenertüchtigung berechnet hat. Mit 75 000 Euro habe er nicht gerechnet, so der Gemeindevertreter, als er den Beschluss einreichte. Also keine vorschnellen Entscheidungen, das Gremium vertagte den Beschluss.

Gleiches gilt für die Umgestaltung des Friedhofs. Beschwerden über das anonyme Urnengrabfeld hatten für Wirbel gesorgt (MOZ berichtete). Ein Großprojekt daraus zu machen, hielt dann aber auch die Verwaltung für voreilig. Solveig Spann, Leiterin des Ordnungsamts, erbat sich mehr Zeit, um ein genaueres Konzept zu erarbeiten. Laut Beschluss solle die Urnengrabstelle eine klar erkennbare Abgrenzung sowie einen Ablageort für Blumen und Gestecke erhalten, die Friedhofsmauer saniert, Thujen gefällt und der Friedhof insgesamt verkleinert werden.

Zu viel auf einmal. Die Amtsverwaltung hatte in Bezug auf die Thujen die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises zu Rate gezogen. Die war zu dem Urteil gekommen, dass die 78 Thujen einmalig auf einem Friedhof im Barnim seien, gab Solveig Spann die Einschätzung wieder. Und auch Karl–Heinz Dettmer, in der Kirchengemeinde sehr aktiv, plädierte gegen die Fällung der Lebensbäume. „Zur Zeit ist unser Friedhof etwas Besonderes“, sagte Dettmer. Die Gemeinde entschied, Planungen durch den Entwicklungsausschuss zu erarbeiten. Kurzfristig angegangen werden soll die Urnengrabstelle sowie die Friedhofssatzung.