Global Water Dances
: Wasser wird Bewegung wird Tanz

Choreographin Liz Erber bringt Performance-Aktion "Global Water Dances“ nach Oderberg und sucht jede Menge Unterstützer.
Von
Julia Lehmann
Oderberg
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  • Mit Bewegung zum politischen Statement: Liz Erber, Choreographin und Tänzerin, ist gebürtig aus den USA. Lebt sie derzeit noch in Berlin, will sie Oderberg schon bald zu ihrem neuen Zuhause machen.

    Mit Bewegung zum politischen Statement: Liz Erber, Choreographin und Tänzerin, ist gebürtig aus den USA. Lebt sie derzeit noch in Berlin, will sie Oderberg schon bald zu ihrem neuen Zuhause machen.

    Thomas Burckhardt/MOZ
  • Tanzen an der Spree: Der Wassertanz von 2011 in Berlin, im Hintergrund ist das Bundeskanzleramt zu sehen.

    Tanzen an der Spree: Der Wassertanz von 2011 in Berlin, im Hintergrund ist das Bundeskanzleramt zu sehen.

    Global Water Dances
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Berlin hat den Internationalen Frauentag zum Feiertag erklärt. In Brandenburg muss die Weiblichkeit indes auch heute ran. Deshalb wollen wir mit dieser Ausgabe einige starke Frauen würdigen und vorstellen. Hier: Liz Erber aus Oderberg.

Es ist eine uralte Verbindung, die zwischen Mensch und Wasser, sagt Liz Erber (45). Wasser ist etwas so Reines und Elementares, seine Existenz für die meisten Menschen absolut selbstverständlich. Der menschliche Körper besteht bei der Geburt zu 95 Prozent aus Wasser. Wir brauchen es jeden Tag in unzähligen Alltagssituationen, löscht Durst und es hält uns am Leben. Es nährt den Boden, lässt Pflanzen wachsen,  hat reinigende, manchmal heilende Wirkung. Es ist so alt wie die Erde selbst, war schon immer da und ist doch in Gefahr. Diese spezielle Bedeutung für den Menschen gilt es für Liz Erber durch Tanz sichtbar zu machen. Die Choreographin aus Berlin ist schon bald Oderbergerin. In ihrer neuen Heimat will sie ihre persönliche Leidenschaft nutzen, um ein politisches Zeichen zu setzen und beteiligt sich deshalb in diesem Jahr an der Performance-Aktion „Global Water Dances“.

In 100 Ländern auf der ganzen Welt tanzen am 15. Juni Menschen, um auf die Wasserkrise auf der Welt aufmerksam zu machen, die zu oft gar keine Erwähnung mehr in der Öffentlichkeit findet. Fakt ist, dass mehr als zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Die Menschen riskieren so täglich Krankheit und Tod. Laut Unicef herrscht in weiten Bereichen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas eine konstante Wasserknappheit. Es muss etwas getan werden, sagt deshalb Liz Erber.

Sie will die Wasser-Tänze nach Oderberg holen. Das geht aber nicht allein. Für ihr Vorhaben sucht die gebürtige Amerikanerin Freiwillige, die sie bei der Erarbeitung und Umsetzung einer Choreographie sowie bei den Vorbereitungen unterstützen. An drei Probewochenenden im Mai will sie die Performance erarbeiten. Geplant ist, sich vom 3. bis 5. Mai, 17. bis 19., 24. bis 26. Mai sowie am Wochenende über Christi Himmelfahrt für Proben in Oderberg zu treffen. Das Ergebnis soll dann am 15. Juni im Museumspark und auf dem Markt gezeigt werden. Ein durchaus zeitaufwendiges Unterfangen, für das sie gut 50 Leute brauchen könnte. Als ausgebildete Choreographin gibt sie den professionellen Input für die Tänzer, die keinerlei Vorerfahrung benötigen. Sie möchte aber auch sehen, welche Ideen die Menschen mitbringen.

Gearbeitet wird ganz nach Rudolf von Laban (1879-1958): „Jeder Mensch ist ein Tänzer!“. Nach den Prinzipien des ungarischen Tänzers und Choreographen haben sich auch die Global Water Dances entwickelt. "Laban hat Tanz als fundamentalen, menschlichen Ausdruck angesehen“, sagt Liz Erber. Der Tanztheoretiker hat eine raum-rhythmische Bewegungslehre entwickelt und ging davon aus, dass Bewegungen eine dynamische und energetische Qualität haben.

2007 fanden die Global Water Dances zum ersten Mal entlang des Mississippis, USA, statt. 2010 gründete sich daraus ein internationales Netzwerk aus Tänzern und Choreographen mit Sitz in Minnesota. Seither wird die Aktion alle zwei Jahre organisiert. Auch Berlin und Potsdam beteiligen sich.

Neben dem einstudierten Tanz werden auch professionelle Tanzgruppen die Veranstaltung in Oderberg unterstützen. Im Atelier von Bildhauerin Johanna Martin soll zudem eine Ausstellung zum Thema Wasser installiert werden. Der lokale Verein Perspektive Oderberg will mit kleinen Verkaufsständen auf dem Markt unterstützen und auch die in Oderberg häufig sprudelnden Quellen in die Aktion integrieren, berichtet Liz Erber. Sie freut sich über das Engagement, das sie aus der Stadt erfährt.

Liz Erber stammt gebürtig aus Kansas City, Missouri, USA. In Minnesota studierte sie zunächst Chemie. „Hinterher hatte ich aber keine Lust mehr darauf,“, sagt sie. In Seattle folgte ihre Ausbildung in Theater und Tanz. Seit 2008 lebt sie in Deutschland. In den USA, sagt sie, habe sie sich kulturell immer isoliert gefühlt. Berlin hingegen wurde ihr stets als die perfekte Stadt für Künstler beschrieben. Wegen des jährlichen Tanzfestivals auf dem Gut Stolzenhagen zog es sie gleichzeitig aber auch nach Lunow-Stolzenhagen. Lange wechselte sie immer mal zwischen Stolzenhagen und Berlin, wo sie die letzten zehn Jahre gelebt hat. Über Freunde lernte sie Oderberg schätzen. Mit ihrem Partner und ihrem neunjährigen Sohn hat sie inzwischen dort ein Haus gefunden, das sie sich mit einem älteren Ehepaar teilt. „Sie sind wie Familie.“ Auch aus beruflichen Gründen spielt sich noch immer viel in der Hauptstadt ab. Liz Erber spielt dort in einem Kindertheater und gibt als Tanzpädagogin unterschiedliche Kurse.

Im Sommer aber will die Familie mit Sack und Pack nach Oderberg ziehen. Und nicht nur das. Zum Haus gehören gut zwei Hektar Land. Liz Erber beschreibt Obstbäume und Sträucher, die sie pflanzen will. „Und Alpakas möchte ich halten“, sagt sie. Die Tänzerin träumt von einem naturnahen Leben auf dem Land. Ihre Kurse möchte sie auch in Oderberg und vielleicht in Eberswalde anbieten.

Kontakt zu Liz Erber: lerber@gmail.com oder Tel. 0178 1879427