Heißer Tag
: Abstand am Badestrand – ein Besuch in Eberswalde und am Werbellinsee

Am Werbellinsee war am heißen Sonnabend die Hölle los. Einfacher ließ sich der Abstand der Badegäste in Klein Ahlbeck einhalten.
Von
Marco Marschall
Eberswalde
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  • Nachgemessen: Sabrina Winkler (24) und Neffe Maurice (16) zeigen am Strand von Klein Ahlbeck mit dem Bandmaß, wie weit 1,50 Meter sind. Der abschüssige Sandstrand ist am Sonnabend etwas leerer als üblich.

    Nachgemessen: Sabrina Winkler (24) und Neffe Maurice (16) zeigen am Strand von Klein Ahlbeck mit dem Bandmaß, wie weit 1,50 Meter sind. Der abschüssige Sandstrand ist am Sonnabend etwas leerer als üblich.

    Marco Marschall
  • Die Badewiese Michen am Werbellinsee – Abstandhalten ist vor allem im flachen Wasser schwierig.

    Die Badewiese Michen am Werbellinsee – Abstandhalten ist vor allem im flachen Wasser schwierig.

    Marco Marschall
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Es sind 36 Grad, die das Thermometer am Sonnabend anzeigt. Ab an den Strand! Mitten in Eberswalde steuere ich Klein Ahlbeck an. Der abschüssige Sandstrand mit dem kleinen Tümpel am Fuße scheint touristisch noch weitestgehend unentdeckt. Abstandhalten ist da kein Problem. Für Sabrina Winkler und Neffe Maurice ist die Badestelle ideal, denn sie liegt nah. Sonst gebe es da nur den Oder-Havel-Kanal. „Am Parsteiner See waren wir dieses Jahr auch schon und haben auch geguckt, dass wir Abstand halten“, sagt die 24-jährige Tante. Normalerweise sei es auch in Klein Ahlbeck voller. Das geringe Aufkommen der Badegäste liegt womöglich an den Einschulungsfeiern.

An der 25 Autominuten entfernten Badestelle Michen am Werbellinsee ist das Bild ein anderes. Pkw parken dort dicht an dicht. 2,50 Euro beträgt die Gebühr auf dem offiziellen Parkplatz. Doch wie ein Schild ausweist, ist dieser voll. Das hält Badewillige nicht ab und somit sind die Ränder der L220 von Autoschlangen gesäumt. Jeder will ans Wasser. Ein paar Meter hinter meinem grauen Skoda parkt ein weißer Porsche Cabrio mit Berliner Kennzeichen. Die B-Nummernschilder dominieren. Doch es sind offenbar auch Leipziger Gäste, solche aus Koblenz, sogar aus Belgien und Litauen am Strand. Viele aus Barnim, einige aus der Uckermark. Schlange stehen die Besucher auch am Imbisswagen. Eiskaffee und Radler sind aus, müssen die Wartenden dort am Nachmittag gegen 16 Uhr erfahren. Doch hält der Kühlschrank noch ein paar andere Erfrischungsgetränke parat.

„Wir wollten an einen See so weit wie möglich von Berlin weg. In der Hoffnung, dass es dort leerer ist“, berichten zwei Familien aus Pankow. Ihre erste Adresse war die Badestelle der Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte (EJB) schräg gegenüber. „Doch die waren voll und haben schon gegen 11.30 Uhr kein Auto mehr raufgelassen“, sagen sie. Daraufhin haben sie nun in Michen ihre Decken ausgebreitet. Abstand werde versucht zu halten. Wenn die Kinder im Wasser spielen aber sei das mitunter schwierig.

1,50 Meter von Badetuch zu Badetuch sind es an der rappelvollen Wiese vielleicht nicht immer. Doch gerade im Seitenbereich verteilt es sich tatsächlich. „Man will ja doch seinen eigenen Bereich. Auch ohne Corona“, sagt eine junge Mutter aus Eberswalde, die mit Mann und zwei Kindern einen Schattenplatz ergattert hat.

Ich selbst habe keine Badehose dabei und ziehe schweißgebadet wieder von dannen. Auf dem Schild am Ausgang sehe ich, dass neben Kajak und Standup-Paddle auch ein Saunafloß gemietet werden kann. Ob das jetzt jemand bucht?

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