Hilfe aus Eberswalde
: Warum Peggy Siegemund mit ihren Kindern das Abenteuer Afrika wagt

Die alleinerziehende Mutter Peggy Siegemund aus Eberswalde fliegt mit ihren zwei Kindern nach Westafrika, um sich dort für Kinder zu engagieren. Das hat sie vor.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Entwicklungshelferin aus Eberswalde: Peggy Siegemund (44), hier auf dem Balkon ihrer Wohnung im Brandenburgischen Viertel, bereitet einen Arbeitseinsatz im westafrikanischen Senegal vor.

Entwicklungshelferin aus Eberswalde: Peggy Siegemund (44), hier auf dem Balkon ihrer Wohnung im Brandenburgischen Viertel, bereitet einen Arbeitseinsatz im westafrikanischen Senegal vor.

Sven Klamann
  • Peggy Siegemund aus Eberswalde fliegt mit ihren Kindern nach Senegal, um dort zu helfen.
  • Die alleinerziehende Mutter gründet den Verein "HalbmondPermakulturProjektAfrika".
  • Ziel: Verbesserung der Schule und Ernährung der Schüler in Kaolack.
  • Sie sammelt Spenden für Brunnen, Saatgut und Computer.
  • Abreise am 28. März, unterstützt von "Friends Circle World Help".

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein gewisses Maß an Tollkühnheit ist Peggy Siegemund nicht abzusprechen. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder im Grundschulalter weiß, dass sie sich auf ein echtes Wagnis einlässt. Und ist dennoch fest entschlossen, mit ihrer sechs Jahre alten Tochter und ihrem zwölf Jahre alten Sohn am 28. März am Flughafen BER in den Flieger einzusteigen. Zunächst geht es nach Madrid. Von dort aus ebenfalls auf dem Luftweg nach Dakar im Senegal. „Mir ist bewusst, was ich da mache. Meine Aufregung ist fast schon Angst“, sagt die 44-Jährige, die in Eberswalde stadtbekannt ist.

Peggy Siegemund steht in der Kreisstadt des Barnims der Satire-Partei „Die Partei“ vor, die hier gerade einmal eine Handvoll Mitglieder zählt, es bei den Kommunalwahlen im Juni 2024 aber wieder zu einem Mandat in der Stadtverordnetenversammlung gebracht hat. Wie schon in der vorherigen Wahlperiode arbeitet die ehrenamtliche Vorsitzende der Partei „Die Partei“ in Eberswalde als sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt mit.

Frauen haben in Eberswalde Mützen für Kinder gestrickt

Auch der Einsatz für die Entwicklungshilfe ist Peggy Siegemund nicht fremd. Vor Corona gehörte sie in Eberswalde gemeinsam mit ihrer Mama Elke Siegemund zu den Initiatorinnen der Mützenstrickaktion, die bundesweit vom gemeinnützigen Verein „Friends Circle World Help“ gestartet und vor Ort durch das Deutsche Rote Kreuz unterstützt worden war. Damals hatten vor allem Kinder in Indien und Nepal von den Handarbeitskünsten der zahlreichen Helferinnen profitiert.

Der in Bamberg, Bayern, beheimatete Verein, der sein Ziel der weltweiten Hilfe bereits im Namen trägt, ist für Peggy Siegemund auch bei ihrem jüngsten Projekt wichtig. Vor zwei Jahren hat die gelernte Hotelfachfrau, die aus der Nähe von Gera, Thüringen, stammt, an der Fachhochschule in Eberswalde ihren Bachelor der Forstwissenschaften und ihren Master in Nachhaltiger Regionalentwicklung gemacht. Das in diesen Studiengängen erworbene Wissen kommt der 44-Jährigen bei ihrem neuen Projekt zupass, das sie in den Senegal führen wird.

In diesem westafrikanischen Land ist die knapp 300.000 Einwohner zählende Stadt Kaolack ihr Ziel. Dort gibt es eine Schule mit 4000 Schülern, die bessere sanitäre Anlagen, einen zuverlässigeren eggy Stromzugang und Computer benötigt. Vor allem aber will die Eberswalderin mit ihrem Einsatz dazu beitragen, dass sich die dortigen Schüler vielfältiger und gesünder ernähren können.

Entwicklungshelferin aus Eberswalde sammelt weiter Spenden

Halbe Sachen sind nicht ihr Ding. Deshalb ist Peggy Siegemund gerade dabei, selbst einen Verein zu gründen, den sie „HalbmondPermakulturProjektAfrika“ genannt hat. In dieser Bezeichnung steckt bereits dessen gesamtes Programm. Die Entwicklungshelferin aus Eberswalde setzt auf die Halbmond-Methode, mit der Regenwasser in künstlich angelegten und mit Dung gefüllten Mulden länger gehalten wird, was am Ende die Bodenqualität verbessert.

„Und auch in Permakultur-Gärten liefern Tiere Dünger. Zudem werden Pflanzen aus Biosaatgut gezogen. In bestimmten Bereichen dürfen ansonsten unerwünschte Beikräuter wachsen. Auf diese Weise soll der Boden fruchtbar werden und bleiben. Der Acker wird nur sehr vorsichtig bearbeitet“, erklärt die Fachfrau.

Der im Aufbau befindliche Verein aus Eberswalde wird bei seinem Vorhaben in Kaolack im Senegal durch den Verein „Friends Circle Wold Help“ unterstützt, der Geld für den Ankauf von Brunnen, Zaunfeldern und Saatgut zur Verfügung stellt. „Dafür bin ich enorm dankbar. Und auch für die Spenden von Eberswaldern, die ich vor Ort unter anderem für Computer ausgeben möchte“, berichtet Peggy Siegemund, die ihre beiden Kinder für vier Wochen von der Schule abgemeldet hat und hofft, dass die Zeit dafür reicht, wirklich etwas in Bewegung zu bringen.

Grundschüler aus Eberswalde lernen an Bildungsstätte im Senegal

Die Idee zum Hilfseinsatz in Westafrika ist der Eberswalderin bei Gesprächen mit einem Bekannten gekommen, der den Leiter der Schule in Kaolack kennt und von dessen Problemen weis.  Peggy Siegemund ist sich darüber im Klaren, dass sie alles andere als eine Urlaubsreise antritt.

Auch finanziell wird das Abenteuer Senegal für die kleine Familie aus der Kreisstadt des Barnims zum Kraftakt. Die alleinerziehende Mutter leistet bei der Begegnungsstätte Silberwald, die vom Kontakt-Verein getragen wird, ein Freiwilliges Soziales Jahr ab, bei dem sie als Alltagshelferin im Einsatz ist, und bezieht Arbeitslosengeld 2. Den Hinflug hat sie von ihren Ersparnissen bezahlt. In Kaolack kommen die drei Eberswalder in der Wohnung des Schulleiters unter. Die Kinder werden dort zur Schule gehen.

Um auf ihrer Westafrika-Mission tatkräftiger Hilfe leisten zu können, hofft Peggy Siegemund auf weitere projektgebundene Spenden. „Selbst über kleinste Beträge bin ich froh“, sagt sie. Einzahlungen seien auf das Konto mit der IBAN: DE53 1705 2000 1110 4891 68 möglich. Kontoinhaber sei ihr Sohn Tristan Siegemund. Der Verwendungszweck laute „Halbmonde“.