Hirschzeit: Der Wildpark Schorfheide lockte am Wochenende zum traditionellen Hirschfest
Der König des Waldes lockte am Sonntag nach Groß Schönebeck. Fast 2000 Besucher zählte der Wildpark Schorfheide beim diesjährigen Hirschfest. Aufgrund des kalten, aber sonnigen Wetters zog es viele Ausflügler nach Groß Schönebeck, am Eingang bildeten sich lange Schlangen und erforderten etwas Geduld. Waren die Besucher erst einmal im Park, verlief sich die Menschenmenge rasch auf dem riesigen Areal.
Allerlei Aktivitäten wurden den Besuchern, die zumeist aus Berlin aber auch aus der näheren Umgebung kamen, geboten: Beim Geweihstangenweitwurf konnte man seine Kräfte und Wurfkünste messen, beim Falkner Wildtiere mal von Nahem sehen und sich in der Köhlerhütte aufwärmen. Einige Besucher nutzten das Hirschfest um die diesjährige Glühweinsaison zu eröffnen.
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Aufgerufen hatte das Team vom Wildpark auch in diesem Jahr zum Kastanien– und Eichelnsammeln. Auf dem Parkplatz wurden ein große Waage und ein Anhänger aufgestellt. Viele Kinder kamen und brachten körbeweise gesammelte Waldfrüchte. Am Ende des Tages kamen rund 2630 Kilogramm zusammen. Deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor, als bei den Eicheln ein sogenanntes Mastjahr war.
Weniger Kastanien und Eicheln
Diesmal waren es dagegen deutlich mehr Kastanien. Es waren vor allem Einzelpersonen, die ihre gesammelten Früchte abgaben. Die Kita „Eichhörnchen“ aus Marienwerder, die in den vergangenen Jahren zu den fleißigsten Sammeln gehörte, hatte zuvor abgesagt. Die Kita–Kinder hätten zu wenige Kastanien gefunden, hieß es. Auch die anderen Kinderbetreuungseinrichtungen in Groß Schönebeck und Zerpenschleuse beteiligten sich in diesem Jahr nicht am Wettbewerb. Mitgemacht hatte allerdings die Grundschule Marienwerder, die mit unglaublichen 1419 Kilogramm in der Gruppenwertung gewann und sich über die Tierpatenschaft von Elchdame Marlies und eine Jahreskarte freuen kann. Der zweite Platz ging an eine Groß Schönebecker Wohngemeinschaft, die 48 Kilogramm auf die Waage brachte.
Der Preis für die fleißigsten Einzelsammler gewann Meike Kasten mit 203 Kilogramm. Sie ist Patin von Hirsch Otto und kann ihn ein Jahr lang kostenlos besuchen. Der zweite und dritte Platz in der Einzelwertung ging an Anna Maria Patzak mit 160 Kilogramm sowie Britta Höfs mit 81 Kilogramm.
Der Hänger voll Kastanien werde nun in einer Halle ausgebreitet und getrocknet. Dazu müssen die Früchte jeden Tag gewendet werden, um nicht zu schimmeln, erklärt ein Mitarbeiter vom Wildpark–Team. Die Wisente und das Rotwild werden damit in den kommenden Wochen gefüttert. Während Kastanien und Eicheln im Wald als klassische Wildschwein–Kost gelten, verschmähen die Schwarzkittel im Wildpark die Waldfrüchte. Sie fressen lieber die nahrhaften Pellets, die ihnen die Wildparkbesucher über den Zaun werfen.

