Die Regenschauer vom Freitag haben zusätzlich dazu beigetragen, die Situation zu entspannen. Dass an den Sportanlagen am Wasserturm der Rasen kaum noch vorhanden ist, liegt an der langen Trockenperiode in den Wochen zuvor.

Bau eines Brunnens verboten

Im Hitzerekord-Sommer 2019 hatte der Verein massiven Ärger mit einem ranghohen Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Barnim bekommen. Der Sachgebietsleiter hatte die Stahl-Finow-Akteure im August beim Bewässern ihrer Plätze erwischt und angedroht, den Fall zu untersuchen und gegebenenfalls eine Strafe zu verhängen. "Dies war damals mit Verweis auf das am 2. August erlassene Verbot geschehen, Oberflächenwasser zum Gießen zu verwenden", blickt Marian Hanke zurück. Der vermeintliche Verstoß ist in einem MOZ-Beitrag vom 29. August 2019 festgehalten.
"Für uns war damit guter Rat teuer", verrät Martin Knoll. Schließlich würden die drei Plätze am Wasserturm im Trinkwasserschutzgebiet Finow liegen, weswegen das Anlegen von Brunnen untersagt sei. Daher entnehme der Verein sein Gießwasser seit Jahren aus dem Durchstich zum Mäckersee. Stattdessen die Trinkwasserleitung anzuzapfen, wäre finanziell nicht zu stemmen gewesen. "Wir benötigen schließlich 50 Kubikmeter Wasser pro Bewässerungsdurchgang", erklärt der Vorsitzende.
Mehrfach habe sich Stahl Finow mit der Bitte um eine Ausnahmegenehmigung an den Landkreis Barnim gewandt und auch die Stadt Eberswalde eingeschaltet. Denn die sei Eigentümerin der Sportplätze am Wasserturm, auf denen 184 Vereinsmitglieder trainieren, berichtet Marian Hanke. Zuletzt sei dies am 28. Juli passiert – mit einem Schreiben, das direkt an Barnims Landrat Daniel Kurth gerichtet war.
Dessen am Mittwoch verfasste sowie an Martin Knoll und Marian Hanke gerichtete Antwort ist am Donnerstag im Vereinsbriefkasten gelandet und sorgt seither für Verwirrung und Freude. Der Landrat teilt darin mit, dass die Stadt Eberswalde bereits seit dem 19. Oktober 2016 die wasserrechtliche Erlaubnis besitze, die Rasenplätze am Wasserturm mittels der vorhandenen Pumpenanlagen zu bewässern. Nachdem der Landkreis am 2. August 2019 erstmalig eine Allgemeinverfügung zum Verbot von Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern erlassen habe, sei es zu Beratungen gekommen, an denen neben Mitarbeitern der Wasserbehörde und der Stadt auch Vereinsvertreter teilgenommen hätten. "In deren Ergebnis haben Sie einen Ausnahmeantrag bei der unteren Wasserbehörde gestellt", erinnert der Barnimer Landrat die Empfänger seines Schreibens.

Entnahme bleibt erlaubt

Martin Knoll und Marian Hanke waren verunsichert, weil sie aus dem Kreishaus keine Antwort auf ihren Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung erhalten hatten. "Dieser Antrag wurde mit dem Widerruf der Allgemeinverfügung vom 13. November 2019 hinfällig", erklärt Daniel Kurth jetzt das Schweigen der Behörde.
"Uns hatte zuvor auch nie jemand darüber informiert, dass die am 15. Mai dieses Jahres in Kraft getretene neue Allgemeinverfügung des Landkreises für uns nicht gilt",  sagt Martin Knoll.
Der Landrat betont, dass es dem Verein weiter gestattet sei, Wasser aus dem Durchfluss zu pumpen. Marian Hanke ist dankbar für diese Klarstellung, die er sich früher gewünscht hätte.

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