Holzkraftwerk in Eberswalde
: Verkauf lässt weiter auf sich warten

Das Holzkraftwerk in Eberswalde soll von den Kreiswerken gekauft werden. Bisher lässt der Vertragsabschluss aber auf sich warten. Was fehlt?
Von
Markus Pettelkau
Eberswalde
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Der Turbinenraum im Holzkraftwerk Eberswalde. Dort wird Wasserdampf zu Strom.

Der Turbinenraum im Holzkraftwerk Eberswalde. Dort wird Wasserdampf zu Strom.

Der Turbinenraum im Holzkraftwerk Eberswalde: Hier wird Wasserdampf zu Strom. Demnächst sollen hier die Kreiswerke das Ruder in der Hand haben.

Thomas Burckhardt
  • Der Kauf des Holzkraftwerks in Eberswalde durch die Kreiswerke Barnim verzögert sich weiterhin.
  • Das Kraftwerk von 2006 arbeitet mit Holzschnitzeln, hat 20 MW elektrische Leistung und läuft fast durchgehend.
  • Umweltschützer kritisieren den Kauf wegen möglicher Belastung der Wälder und fraglichem Klimaschutz.
  • Kreiswerke planen, den Wirkungsgrad durch Nutzung der Wärme auf über 70 % zu steigern.
  • Ziel ist es, tausende Haushalte in Eberswalde künftig CO₂-neutral mit Wärme zu versorgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Kreiswerke Barnim können das Holzpelletierkraftwerk in Eberswalde kaufen – das ist bekannt. Der Kreistag hatte im Juni der Übernahme einer Ausfallbürgschaft gegenüber den Kreiswerken zugestimmt. Die Ausfallbürgschaft wird ausschließlich zur Absicherung eines Bankdarlehens für den mit dem Erwerb der Geschäftsanteile der „1 Heiz Energie GmbH“ durch die Barnimer Energiebeteiligungsgesellschaft mbH verbundenen Kauf der Werke mit einer Laufzeit von 10 Jahren übernommen.

Doch der Kauf lässt weiter auf sich warten. „Wir befinden uns in den Abstimmungen mit den Verkäufern“, so eine Sprecherin der Kreiswerke. Erst danach sollen die genauen Pläne mit dem Kraftwerk vorgestellt werden.

Das Kraftwerk aus dem Jahre 2006 ist grundlastfähig und läuft aktuell – bis auf Abstellungen zur Wartung – rund um die Uhr. Befeuert wird die Anlage mit einer elektrischen Leistung von 20 Megawatt mit Holzschnitzel. Die Feuerungswärmeleistung beträgt 68 Megawatt.

Holzkraftwerk in Eberswalde: Kritik an Kauf von Umweltverbänden

Das Projekt stand und steht in der Kritik. Der Kreistag Barnim hat im Jahr 2008 eine Null-Emissionsstrategie beschlossen, um klimaschädliche Treibhausgase möglichst weitgehend zu reduzieren. Umweltverbände kritisierten daher den Kauf der Werke. Kreiswerke-Geschäftsführer Christian Mehnert sieht in dem Vorhaben allerdings eine Möglichkeit, CO₂-Neutralität zu erreichen. Der Wirkungsgrad des Holzkraftwerks liegt zurzeit bei rund 40 Prozent, soll aber auf mehr als 70 Prozent steigen. Das könne dadurch gelingen, dass die Kreiswerke künftig auch die Wärme aus der Holzverbrennung nutzen wollen, um damit tausende Haushalte in der Stadt Eberswalde nicht nur im Winter mit Wärme zu versorgen.

Holz gilt in der EU als erneuerbarer Energieträger und die Verbrennung von Baumstämmen als CO₂-neutral. Denn bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie der Baum zuvor aus der Luft aufgenommen hat. Die Kritiker argumentieren jedoch, dass die Nutzung von Holz zur Wärmeerzeugung die Wälder deutlich stärker belastet als zuvor. Sie bezweifeln, dass die Holzverbrennung tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt.